Lormtag den LS. Mai
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Pfingsten.
------- ^Nachdruck verboten.]
Pfingsten! . . . Helle Glockenklänge Jauchzen durch die milde Luft! — Unabsehbar im Gedränge Athmen Blüthen süßen Duft! — Bunte Falter flattern, gaukeln . . . Und ein Kahn biegt still landein, — Und die Wellen zittern, schaukeln, Kräuseln sich im Sonnenschein! . . .
Pfingsten! . . . Und der Ton der Glocken Ruft noch immer weit in's Land!
Wie ein jubelndes Frohlocken, Das der Himmel uns gesandt! — Wie in tausend Blüthenzweigen Eine ew'ge Liebe kreist, Dem dreieinigen Gott zu eigen! Vater, Sohn und heil'ger Geist! —
Pfingsten! . . . Laßt die Glocken klingen In den Frühlingstag hinaus! — Und zum Schmucke sollt Ihr bringen Maicngrün in Hof und Haus! — Was im Schooß der Frühlingserde Nun entgegen!eist dem Licht, Bringe Segen Eurem Herde, Daß es nie an Brot gebricht! —
Pfingsten! . .. Und die Glocken rufen Feierlich und rein und klar Zu des Heiligthumes Stufen, Zu des Gottes Hochaltar! — Und die Orgelklänge dröhnen, Wie der Frühlingsstürme Wehn, Um Erlösung allem Schönen, Allem Guten zu erstehn! . . .
Pfingsten! . . . Und der Glocken Zungen Sind verstummt nun nah und weit, Denn ihr Lied ist ausgesungen! — — Schleichend naht die Einsamkeit! . . . Und in großen, gelben Flecken Huscht der gold'ne Sonnenstrahl Ueber Gras und Weg und Hecken, Ueber Berg und Fluß und Thal! —
Das Fräulein.
Roman von E. Vely.
(Fortsetzung.)
Und dann hatte Hallsberg Line gesucht. Er war durch die Straßen Berlins gewandert, er war aus der Droschke gesprungen, wenn er im Gewühl eine schlanke Gestalt gesehen. Er war auf die Pferdebahnwagen gestiegen, wenn er stolze Schultern durch die Fenster erblickt hatte, er war in Läden gegangen, ziel- und wahllos, und hatte über sich gelacht. Einmal hatte er Walther gestellt auf offener Straße.
„Sagen Sie doch, Fräulein von Arabin — in Ihrem Hause?"
Der that, als müsse er sich erst besinnen.
„Warten Sie mal, also das Fräulein — ja, ich glaube, die Gnädige hat seitdem zwei wieder weggeschickt — die Schwarze, die sich so lange hielt — die meinen Sie?"
„Wo ist sie geblieben — haben Sie's vielleicht gehört?"
„Keine Ahnung, Herr Doctor! Aber hübsch war sie. ja, sehr hübsch!"
Er hätte den Burschen von dem Bürgersteig stoßen mögen, auf dem er so unverschämt mit dem breiten Lächeln stand.
„Frau Consul sagt, sie hätte Berlin verlassen."
„Oh, Herr Doctor, dann wird das auch wohl so sein, dann hat das seine Richtigkeit, die Frru Consul wird das wohl wissen. Nämlich, es kann manchmal vorkommen, daß solch ein Fräulein zu hübsch ist, für irgend ein Haus. Unser Großpapa sah sie gerne und Herr von Monken —"
„Guten Tag!" hatte Bruno Hallsberg gesagt und ihn stehen lassen, er wollte den Nachsatz nicht hören —
Und nun hatte er gesucht — wenn sie in Berlin war, wie sollte er sie in der Riesenstadt wiederfinden? hatte sie dieselbe verlassen, so war's noch schlimmer. Und neben


