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glaxben an ein Weiterleben nach dem Lode; bei den Leichen- bestattungen ihrer Häuptlinge werden Sklaven geopfert und zwar derart, daß die Menge der Opfer der Macht und dem Ansehen des Gestorbenen entspricht. Nur der Muthige und Tapfere lebt nach dem Tode fort, während der Feigling und Schwache in der Wildniß und in den Urwäldern umherirren muß auf der ewigen Suche nach seinem Heimaths- dorf, das er zur Strafe niemals wieder finden kann. Sie behängen sich gern mit Amuletten und Talismanen, welche plötzlichen Tod und das Begegnen umherirrender Geister fern halten sollen. Erst mit dem dritten Lebensjahre werden die Kinder officiell in die Dorfgemeinschaft ausgenommen.
Ihre politische Organisation ist eine Art Monarchie, jedoch darf der Häuptling niemals etwas ohne den Rath und die Zustimmung der anderen waffenfähigen Männer thun.
Im Großen und Ganzen sind die Tomba Jäger und Fischer, den Frauen fallen die Feldarbeiten und die Geschäfte des Haushaltes zu. Ihre Häuser sind fast durchweg auf den breiten Aesten ihrer heimathlichen Waldbäume aus Binsen und Schilf errichtet.
Ihre Waffen sind Pfeil und Lanze, die sie mit dem schnell und sicher tödtenden Gift einer Euphorbie oder Amaryllis versehen, welches nur eine eng begrenzte, locale Wirkung ausübt, und nach Ausschneiden der Wunde erlaubt, das erjagte Fletsch ohne jede Gefahr zu verzehren. Bei der Elephantenjagd bedienen sie sich einer 10—12 Meter langen, sehr kräftigen Lanze und schleuderartigen Schlingen, die sie geschickt um die plumpen Füße des Ungethüms werfen.
Das Eisen zu den Pfeilen und Lanzen beziehen sie aus dem Lande der Gundo. Ihre Hauptindustriezweige sind die Zubereitung der bereits erwähnten rothen Schminke und die Fabrikation von Kochtöpfen aus Thonerde- beide Arbeiten fallen den Frauen zu.
Die Kleidung der Frauen besteht aus einem Lendenschurz, der aus einem weichen Holzfaserstoff hergestellt ist, und etwa vier Finger breit ist- je nach den Vermögensverhältnissen ist derselbe noch mit Kaurimuschcln verziert. Die Kleidung der Männer sind lange Thierfelle, welche von den Schultern bis auf die Knie herabfallen. Das Haar wird bei den Frauen in eine Anzahl kleiner Zöpfchen geflochten, welche fransenartig um Stirn und Kopf herum- hängen.
Zu Kriegszeiten nehmen die Männer auch noch große Schilde aus Thierhäuten in Gebrauch und zieren das Haar am Scheitel mit rothgefärbten oder weißen Federn.
Als Tauschmittel gelten hauptsächlich Perlen von blauer, rother oder weißer Farbe, die blauen, amerikanischen Glasperlen sind die am meisten begehrten. Sonstige Bedarfsartikel sind: Spiegel, Scheeren, Kupferdraht, Pfeifen, Stoffe, Tabak und Spielsachen.
Jedenfalls ist dem europäischen Colonialteufel wieder einmal ein neues Gebiet eröffnet worden und der Alkohol und ähnliche Culturvermittler haben neue Gebiete zur fröhlichen Verbreitung in Aussicht bekommen.
Gein-innÄtziges.
Gegelt Häsensratz. Wo Drahtgewebe sich nicht anbringen ließen, hat man stinkendes Thieröl mit großem Erfolge angewandt. Mit diesem Oel wurden Sägespäne gründlich durchtränkt und dann in Streichholzschachteln gefüllt. Letztere ließ man hierauf mittelst Packnadeln mit Hanfzwirn durchziehen und zwischen die unteren Aeste der Obstbäume binden. Dies hat noch den Vortheil, daß die Schachteln durch fortwährendes Hin- und Herdrehen abschreckend wirken.
Man kann auch Pfropfen nehmen, ste in Thiertl tränk« oder damit beschmieren und dann aufhängen.
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Wie schmiert man die Schuhe f Das am meisten angewandte Mittel zum Schmieren der Schuhe ist der Thran, obgleich er das schlechteste ist- denn er ist gleich dem Leinöl ein trocknendes Oel, und das Leder bleibt nur etwa einen Tag davon durchtränkt, wird dann wieder hart und brüchig. Die besten Mittel sind das aus Thierwolle gewonnene gereinigte Lanolin und gelbes Vaselin. Beide Mittel brauchen nur mit einem Läppchen aufgetragen zu werden- ste ziehen nach einigen Minuten vollständig ein, und das Leder bleibt viele Tage von ihnen durchtränkt und geschmeidig. Diese Mittel sind etwas theuerer als der Thran, man braucht aber weniger davon- auch sind sie geruchlos und für das zarteste Leder nicht von Nachtheil.
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Uttt blanke Stahlflächen an Sägen, Meißeln, Stechbeuteln und dergleichen rostfrei zu erhalten, bediene man sich folgenden Mittels. Man löse V2 Pfund Kamphor in 1 Pfund ausgelassenen Speck auf, schöpfe den Schaum ab und setze soviel Graphit hinzu, daß die Masse eine Eisenfarbe erhält. Darauf reinige man die Werkzeuge und schmiere sie mit der Mischung ein, lasse dieselben 24 Stunden liegen und wische sie dann mit einem Leinwandlappen ab.
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Sappen von Fasten- ober Langenbretzel«. Sechs Bretzeln übergießt man mit kaltem Wasser und läßt sie, wenn sie weich sind, mit 60 Gramm Butter langsam verkochen, dann treibt man sie durch und läßt sie auf schwachem Feuer noch etwas kochen. Nachher rührt man einige Eigelb mit zwei Eßlöffel süßem Rahm und thut dies nebst etwas Muskatnuß an die Suppe.
Humoristisches»
Ein Rad-Philosoph. Radfahrer Schulz: „Wie, Sie nehmen sich Ihren Werkzeugkasten nichr mit?" — Radfahrer Schmidt: „Nie! Das Ding ist mir viel zu schwer." — Schulz: „Ja was thun Sie denn, wenn Ihrem Rade unterwegs was zustößt?" — Schmidt: „Ach, man trifft ja jetzt alle Nasenlang einen Esel, der dumm genug ist, sich mit so einem Ding abzuschleppen."
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Stimmt! „Nennen Sie mir verschiedene Schädelknochen, Herr Candidat!" — „Die Schädelknochen sind — sind — Ach, Herr Professor, ich bin momentan so aufgeregt — ich, ich weiß sie augenblicklich nicht, aber ich — ich hab' sie alle — im Kopfe, Herr Professor."
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Verkeh rte Welt. 1. Kinderfrau: „Nein, es thut mir recht leid, aber ausgehen kann ich am nächsten Sonntag nicht mit Ihnen." — 2. Kinderfrau: „Warum nicht?" — 1. Kinderfrau: „Na, Sie werden doch nicht glauben, daß ich das Kind mit seiner Mutter allein lasse."
Humor des Auslandes. „Himmel Donnerwetter, Frau! Das halte ich nicht länger aus mit Deiner Tochter da und ihrer modernen Musik im Nebenzimmer!" — „Aber, lieber Freund, Du irrst, das ist ja Pauline, die die Tasten reinigt."
Bei den echten . „Olaf Nilson: Gehst
Du mit?" — Nils Oll 'n denn noch so spät?"
— Olaf Nilson: „Ein h trinken." — Nils
Olafson: „Wie dumm Du gst!"
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