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und überaus duftige Garnituren.
Nr. 1016.
glatt angesetzte Theil hingegen ist so ge-
Nr. 121.
Nr. 124.
Nr. 122,
mitsammt dem Gürtel nach links über.
Die Modelle, die in unseren Berichten veranschaulicht werden, sind sämmilich ausprobirt und die Schnitte dazu sind, was ein großer Vortheil ist, durch die Int. Schnittmanufactur, Dresden, allen geschätzten Leserinnen um billigsten Preis zugängig.
Farben, zarte durchsichtige Stoffe Gaze und Chiffon, Seioenmousselin und leichte Seide, Spitzenstoff und Applicationen, Bortenbesatz und Soutachenäherei, alles dies und noch vieles mehr bietet die Mode in unendlichen Variationen. Doch daneben findet auch das Einfache und Solide die gebührende Beachtung, und besonders bei kühlem Wetter kommen die glatt anliegenden, fast schmucklosen Schneiderkleider voll zur Geltung. Obgleich diese Mode durchaus nicht aus der Neuzeit datirt, so paßt sie sich doch immer wieder der vom Westen herkommenden Tagesmode auf das Beste an; u«d so auch in diesem Jahr. Demnach sind die Aermel fast ganz anschließend, nur die alleroberste Kugel zeigt noch einen kleinen Rest von Erweiterung. Die Röcke fallen sehr schlank von oben bis unten und in einzelnen Fällen
Vorderthcil bildet.
Obgleich man demnach mit, den Modeneuheiten dieses Jahres zufrieden sein könnte, so taucht doch schon wieder eine andere Kleiderform am Horizont
besken besetzt.
Unter den anderen Kleiderformen dominirt entschieden die Blousenform mit ihren zahlreichen Variationen. Ist sie doch eine der kleidsamsten Kleiderformen; den Allzuschlanken giebt sie die gewünschte Fülle und die Starken erscheinen darin schlanker. Dabei sind sie nicht schwer herzustellen, denn eine geschickte Hand vermag mit Leichtigkeit ein Blousenarrangement auf ein anliegendes Futter zu ordnen. Diese Arrangements wieder sind so verschiedenartig und vielgestaltig, daß von Einförmigkeit kaum die Rede sein kann.
Da find zunächst die glatten oben am Hals beginnenden und im Taillenschluß endigenden einfachen Faltenlagen. Dieselben sind entweder eingereiht oder
zeigen sie sogar die moderne Schnittform mit glatt angesetztem, nach unten breit ausfallendem Serpentinvolant. Ganz besonders aber macht sich am modernen Schneiderkleide die Besatzmode geltend, denn sowohl Rock als auch Taille weisen meist eine Garnitur von ausgr setzten Borten
Der bald verflossene Frühling hat uns zwar den Sonnenschein und das schöne Wetter zum größten Theil verweigert doch die Mode scheint nichts davon wissen zu wollen, denn in den Schaufenstern und in den Geschäften erscheint Alles, als ob draußen der schönste Lenz wäre. Ueberall leuchtende, frische S,,M * """ "
oben dagegegen glatt anliegt. Den oberen Ausschnitt füllt feingefaltete Seide und die Revers sind mit feimr Passe- menterie bedeckt. Das kleine Schößchen wird extra mit dem Gürtel umgebunden und ist rings um den Rand mit schmaler Passementerie ausgestattet. Besonders be- merkenswerth an diesem Costüm ist der Rock. Derselbe hat, wie gewöhnlich, ein ziemlich schmales Vorderblatt. Das Seiten- und
des Modehimmels auf. . Es ist diese die Princehform. Allerdings steht noch zu erwarten, auf welche Weise sich dieselbe weiter entwickeln wird, denn sobald eine frühere Mode sich niederholt, kann man sicher sein, daß sie eine Metamorphose durchmacht, welche sie ganz und gar verändert. Fürs erste werden die Princeßkleider so gemacht, daß nur Rücken und Seitentheile in Princeßform geschnitten sind, während die Vorder- theile Blousenform erhalten.
Auf diese Weise ist auch nebenstehendes Princeßkleid Modell Nr. 124 arrangirt. Die vorderen Blousentheile erhalten einen Einsatz von Chiffon, welcher an beiden Seiten von breiten, mit Posamenterie bedeckten Revers begrenzt wird. Gleiche Revers decken die Seitennähte des Vorderblattes, das extra unter einem kleinen Gürtel angesetzt wird. Die Hintertheile sind vollständig garniturlos. Der Schluß dieses aparten Kleides geschieht in der vorderen Mitte und backt das Vordertheil des Rockes von der Mitte an,
voll wirkt das Stehbündchen und der Gürtel aus schwarzer Tasfetseide. Beide schließen in der Hinteren Mitte unter einer großen Schleife, welche am Gürtel noch lange Enden erhält. . .
Ein anderes modernes Blousenarrangement besteht bann, die Blousentheile entweder in der Mitte mit einem abstechendenLängseinsatz zu versehen oder an einen collerartigen Einsatz zu setzen. Den Ansatz deckt dann entweder ein Volant oder er ist verschieden geformt und ausgebogt oder aber er erhält Revers in den verschiedensten Formen ausgesetzt. Eine derartige Blouse veranschaulicht Abbildung Nr. 121.. Es ist dies eine auf festes Futter gearbeitete Blouse, welche nur im Taillenschluß überhängt,
oder Litzen, sehr oft auch Besatz von aufgesteppten Atlasblenden auf. Der Schnitt dieser Kleider, besonders der Taillen, bleibt sich fast immer gleich. Es ist dies der sogenannte englische Schnitt mit durchschnittenem Vordertheil und Rücken. Dazu wird die Taille hinten melstens mit einem kleinen gesteiften Frackschößchen gearbeitet. Auf diese Welse ist auch unser Modell Nr. 122 geschnitten. Dasselbe stellt em modernes Schneiderkleid aus steingrünem Covertcoat dar. Dre englische Taille sowie das Vorderblatt des Rockes sind mit dunkleren Borten in großen Ara-
in Falten geordnet; oft auch ist Beides angewendet, indem der Theil zwischen den Falten gereiht wird. Ein derartig gereihtes Vordertheil wird meist mit einer passenden Garnitur versehen. Dieselbe besteht entweder in längs und quer gesetzten Stickerei- oder Spitzenstreifen, welche wiederum mit schmalen Bändchen oder Rüschchen abgekantet sind. Häufig sind diese aufgesetzten Quadrate auch so geordnet, daß^sie schräg laufen, also auf der Spitze stehen. Jedenfalls läßt sich dieses Motiv in der verschiedensten Weise verwenden.
Eine sehr hübsche Art zeigt Abbildung Nr. 1016. Cs stellt dies ein Helles Waschkleid dar, dessen Vordertheile in drei breite Quetschfalten geordnet sind. Auf diese Falten sind breite Stickereistreisen auf- qesteppt sund die Zwischenräume sind dreimal mit drei Querblenden besetzt Die eckigen Epaulettes bestehen aus Stickerei. Besonders reiz-
Bericht üver Sommermoden,
bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannsaetnr, Dresden. Reichhaltiaes Modenalbum und Schnittmusterbuch für 50 Pfg. daselbst erhältlich.
Hinterblatt hingegen ist so geschnitten, daß es quer, in nach oben aufsteigender Form durchschnitten ist. Der obere Theil ist ziemlich eng und besonders um die Hüften ganz glatt anliegend. Der untere, g«u schnitten daß er am unteren Rand sehr weit ist und in graziöse Falten fällt. Den Ansatz deckt eine breite Posamentenborte.
Diese Art Röcke bilden die letzte und auch bte durchgehendste Tagesmode und findet man unter diesen wieder die verschiedensten Variationen. Bald ist der Volant gleichmäßig ringsum angesetzt; bald die Ansatznaht Wellenlinien; dann wieder steigt der Volant von vorn nach hinten auf, und bann wieder läuft er hinten und an den Selten gleichmäßig ringsum und steigt vorn bis zum Gürtel auf; auch sieht man ihn häufig so geschnitten,, daß er in der vorderen Mitte zugleich das
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Redaction: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


