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schüttet den Torfmull im Keller je nach der Feuchtigkeits beschaffenheit des Kellers bis höchstens 10 Zentimeter hoch auf und die Kartoffeln darauf, zwischen welche, etwa in der Mitte der Höhe der geschütteten Kartoffeln, hier und da ein kleiner Haufen Torfmull gestreut wird. Der ganze Haufe wird mit einer ebenso starken Torsmullschicht abgedeckt,- auch zwischen Kellerwand und Kartoffeln muß eine Jsolirschicht von Torfmull aufgeschüttet werden. Werden Kartoffeln im Keller in Fässern und Kisten aufbewahrt, was jedenfalls das Beste ist, so genügt es, auf den Boden der Gesäße, an die Seiten und obenauf eine halb so starke Torfmullschicht zu legen. Beim Einlegen der Kartoffeln wird dann und wann eine Hand voll Torfmull zwischen sie gestreut. Daß die so auf­bewahrten Kartoffeln den Einflüssen von Licht, Feuchtigkeit und Temperaturwechsel entzogen werden, ist zweifellos, und weil der Torfmull alle Feuchtigkeit aufsaugt, wird ein Faulen oder Keimen der neuen Kartoffeln verhindert. Sie werden sich also auch ein wenig verändern und können im Haushalt bis zum Erscheinen der neuen Kartoffeln wie frisch geerntete verwendet werden.

Auf solche Weise, d. h. durch Auswahl der specifisch schwersten Kartoffeln und durch deren Aufbewahrung in einem Torfmullbett vermag sich jede Hausfrau ohne weiteren Kostenaufwand als den für das Salz zur Lösung für die Gewichtsbestimmung und für das geringe Quantum billigen Torfmulls ihren Kartoffelvorrath bis zur neuen Ernte vor­züglich im Geschmack zu erhalten.

Ter Torfmull, der im Sommer nur an der Luft wieder getrocknet zu werden braucht, kann jedes Jahr wieder ge­braucht werden. Um einen Anhalt für den Ankauf von guten Kartoffeln zu haben, ist das Mittel der specifischen Gewichtsbestimmung auch hier zu empfehlen, und es ist anzn- rathen, nur solche Kartoffeln für den Winterbedarf zu kaufen, die sich von jeder Sorte als specifisch schwererweisen. Aber selbst unreife Frühkartoffeln sind int Torfmull längere Zeit gut und schmackhaft zu erhalten. Viele von den Kartoffeln, die jetzt alsneue" verkauft werden, sind vorjährige Kartoffeln, die in Torfmull aufbewahrt worden sind! Gleichzeitig ist die Aufbewahrung des Obstes und gut geräucherter Fleisch- waaren in trockenem Torfmull sehr zu empfehlen. Aus- gewähltes gutes Obst wird in offenen Kisten oder Fässern folgendermaßen aufbewahrt: auf den Boden schüttet man eine dünne, höchstens drei Zentimeter starke Torfmullschicht, worauf dann eine Schicht möglichst gleich großes Obst gelegt wird. Zwischen und auf das Obst wird dann wieder in ganz dünner Schicht Torfmull gestreut und so schichtweise sortgelegt, und oben ebenfalls mit einer dünnen Schicht ab­gedeckt. Gute reife, aber nicht zu reife Pflaumen kann man birect vom Baum gepflückt und in einen Steintopf mit ganz dünnem, feinem Torfmull schichtweise gelegt bis nach Weih­nachten frisch und gut erhalten, ebenso Weintrauben. Zu viel Torfmull darf man bei Obst nicht nehmen, da sonst die Früchte zu trocken liegen und leicht welken. Geräucherte Wurst und Schinken halten sich mit Torfmull, in ein offenes Gefäß gelegt, ganz vorzüglich.

Die ersten Hülfsleistnngen bei Vergiftungen.

Von Dr. Otto Gotthilf.

----- (Nachdruck verboten.)

Selbstverständlich wird man bei jeder Vergiftung, mag sie mit oder ohne Absicht geschehen sein, sofort zum nächsten Arzt schicken. Aber die Zeit bis zur Ankunft desselben ist zu kostbar, als daß man sie unbenützt lassen dürste, in ihr ent­scheidet sich gerade sehr ost die Frage: Tod ober Leben? Schnelles Eingreifen eines Laien kann ben Vergifteten häufig noch retten, während schon einige Minuten später alle ärzt­liche Kunst nichts mehr vermag. Zunächst entsage man dem

Redaction: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen

thörichten, viel verbreiteten Glauben, daß man zu jedem Gifte das betreffende Gegengift kennen und zur Stelle haben müsse. Das ist ebenso unnöthig wie unmöglich. Die erste und wich­tigste Ausgabe ist vielmehr stets: Entfernung des Giftes aus dem Körper! Da nun Gifte am häufigsten in den Magen kommen, von wo sie bann erst in die Lymphe und das Blut übergehen, so wird eine schnelle und möglichst vollständige Ent­leerung des Magens besonders oft in Frage kommen. Bei vielen Arten von Vergiftungen wird schon von der Natur selbst diese Heilmethode eingeleitet, indem alsbald Erbrechen eintritt. In den meisten Fällen genügt dies aber keineswegs, um den Magen von seinem schädlichen Inhalte zu Befreien,, sondern man muß auf künstliche Weise, z. B. mit einer Feder ober bem Finger im Halse nachhelfen. Niemals aber barf bas Erbrechen burch ölige ober fettige Substanzen ober durch Trinkenlaffen von warmem Wasser hervorgerufen werden, denn durch Erwärmen der Magenschleimhaut werden viele Gifte leichter in den Organismus aufgenommen (reforbirt). Ein besonders empsehlenswerthes Brechmittel ist gutes Senfpulver,'. 8 bis 10 Gramm davon werden in einem Glas Wasser um­gerührt. Bei Bewußtlosen ist die Lagerung des Kopfes so vorzunehmen, daß ein Hineingelangen des Erbrochenen in die Luftwege unmöglich wird, weil sonst sofort Erstickung ein­treten kann. Also muß der Kopf vornüber gebeugt sein, mit dem Munde nach unten.

In zweiter Reihe muß das Bestreben dahin gehen, die durch das Gift gestörten Functionen einzelner Organe ober des gelammten Körpers durch geeignete Mittel wieder in Ordnung zu bringen. Da gilt e» denn zunächst die oft schnell eintretende Herzschwäche zu beseitigen, indem man den Herz­muskel reizt. Erstaunlich schnell wirken heiße Umschläge auf die Herzgegend: heiße Wafferumschläge, heiße Sandkiffen ober heiße Breiumschläge, die die Wärme länger festhalten. Diese Maßnahmen sind aber nur zu treffen, wenn die Herzthätigkeit sehr verlangsamt ober kaum wahrnehmbar ist.

Gewarnt sei besonders vor der viel geübten Methode, bei Bewußtlosigkeit Ammoniak riechen zu lassen Dadurch schließt sich einen Moment die Stimmritze, die Einathmung. setzt aus, und dies kann in einem solchen Zustande schon höchst verhängnißvoll werden.

Das sins im Allgemeinen die wichtigsten Vorkehrungen, die von jedem Laien bis zur Ankunft des Arztes möglichst schnell getroffen werden können. Nirgends wird von dem Helfenden mehr Geistesgegenwart und sofortiges Handeln ver­langt als hier. Aber es winkt auch ein hoher Preis: handelt es sich doch um die Rettung eines Menschenlebens!

Hnnisvistisches.

Ein schwieriger Fall. Doctor Beiling sitzt Abends bei seiner Frau im Familienzimmer, als ihm das Dienst­mädchen eine Karte überreicht. Doctor Beiling (leise für sich lesend):Lieber Eollege, komm' gleich herum ins Easö an der Ecke. Doctor Scholler und ich warten auf einen dritten Mann zum Scat." (Laut.)Hm, Hm! Liebes Kind, Du mußt entschuldigen, daß ich Dich allein lasse. Ein sehr schwieriger Fall jedenfalls es sind schon zwei Zollegen da!"

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In der Sammelwuth. Bankier (zu seiner Fran): Denk Der, Sarah der Zassier is mer dorchgegangen nach Amerika!" Tochter:Nu, vielleicht schickt er Ansichtskarten!"

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Sicher. Neuer Miether (Musiker):Ist denn die Wohnung auch sicher? Ich besitze werthvolle Instrumente!" Hausfrau:Ei versteht sich! Uns passirt nichts mein Mann steht ja unter Polizei-Aufsicht!"

Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.