Ausgabe 
6.3.1898
 
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dieser spielt die Luftfeuchtigkeit eine gewisse Rolle. Der in der Luft enthaltene Wassergehalt ist dem Menschen sehr zuträglich, am wohlsten suhlen wir uns, wenn derselbe 40 bis 60 Procent beträgt. Steigert sich derselbe, wie z. B. bei nebligem Wetter, dann werden wir eine Brustbeklemmung wahrnehmen und das Athmen ist erschwert.

Die nöthige Luftfeuchtigkeit erhalten wir durch das Auf­stellen eines Gefäßes mit Waffer auf den Zimmerofen, durch Bespritzen der Zimmerpflanzen oder einen kleinen Spring­brunnen. Schlechte Zimmerluft entsteht aber auch durch Staubablagerung auf dem Ofen, den Möbeln, Stubenböden und beim Herausnehmen des Aschenkastens am Ofen. Wo solche Staubwolken durch irgend einen Umstand aufgewirbelt und eingeathmet werden, zeigen sich die schädlichen Wirkungen durch Hustenreiz und chronische Lungencatarrhe, und es ist deshalb das Abstaubcn nur mit nassen Wischtüchern zu handhaben.

Halte deshalb so viel als möglich auf gesunde und frische Luft und auf eine gesunde und kräftige Lunge, denn diese ist die beste Schutzwehr gegen Krankheiten, weil durch eine tiefe Athmung in gesunder Luft sie dadurch von den eigenen, unbrauchbar gewordenen Gasen befreit und mit Sauerstoff, dem ureigensten Lebenselemente, versorgt wird.

Humoristisches.

AusLustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer ! 0 Psg. Doppelsinnig. Sie:Hast Du schon gehört, die Tochter der Frau Geheimräthin hat sich im Bade verlobt!" Er:Das habe ich mir gleich gedacht, daß die mit ihrer Tochter eine Erholuvgsreise macht/' Geistreich. Dame:Wie haben Ihnen denn die Damen in Afrika ge- fallen, Herr Lieutenant?"O, ganz nette Mädels! Nur 'n bischen schwarz sind sie!" Entschuldigt. Sie,Du willst mich so sehr lieben, und dann schreibst Du mir nicht 'mal einen Brief, wenn Du drei Wochen auf Reisen bist!" Er:Liebes Kind, ich liebe Dich unbeschreiblich!" Mildernder Umstand. Richter:Sie haben schon wieder 'mal ein Fahrrad gestohlen!" Angeklagter:Ja, ich bin halt nochn bissel ungeschickt, Herr Richter. Das erste war bereits nach vier Wochen hin!" Seine Auf­fassung. Sie:Du Vater der feine Kellner war vielleicht beleidigt, weil Du ihm sein Trinkgeld gabst er macht so ein Gesicht! Er:Meinst Du? Aber sehr beleidigt konnte er nicht sein, denn ich gab ihm nur fünf Pfennige."

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Sonderbarer Trost. Geliebte (außer sich): Schändlich: Du hast mir die Treue gebrochen, liebst eine Andere! O wie ich die hasse!"Gelieber:Tröste Dich, Kind! Set überzeugt der bleib' ich auch nicht treu!"

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Bescheiden. Kaufmann (der Nachts einen Einbrecher in seinem Comptoir antrifft):Dieses Mal will ich noch Gnade für Recht ergehen und Sie laufen lassen!" Ein­brecher:Danke! Aber dann haben Sie auch die Güte und schenken mir eine neue Hose,- die meinige habe ich beim Ein­steigen am Fensterhaken zerrissen!" *

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Ausweg. Hausfrau (zu dem angehenden Dienst- mädch-n):Was schreibe ich nun in Ihr Buch als Entlassungsgrund? Eigentlich schicke ich Sie doch fort, weil Sie mir jeden Abend einen anderen Soldaten mit in die Küche brachten! Dienstmädchen:Na, dann schreiben Sie doch Verhältnisse halber!"

Ein Vocativus.Aber, Edgar. Du lächelst sa vergnügt bei jeder Dame, die an uns vorübergeht!" Nun, warum nicht? Ist sie hübsch, so freue ich mich, daß sie hübsch ist, und ist sie häßlich, so freue ich mich, daß sie nicht meine Frau ist!"

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Umschrieben. Laura: - Der Postbeamte ist kein

Mann für mich der hat ja schon eine vollständige Glatze! Da wär' mir der Assessor viel lieber!" Laura:O, der ist um kein Haar besser!"

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Vor den Gerichtsschranken. Vertheidiger:Der Angeklagte hat freimüthig zugestanden, die Klägerin im Laufe eines lebhaft geführten Zwiegesprächs drei Mal eine Hexe genannt zu haben. Es giebt nun alte und junge Hexen. Die Zauberei der alten Hexen ist längst als Ammenmärchen abgethau. Hingegen aber ist die Zauberei der jungen Hexen kein Märchen und schon mancher leichtfüßige Spötter hat sich aus dem Zauberkreise einer jungen Hexe nicht mehr zu retten vermocht. Da nun die Klägerin, wie der Augenschein lehrt, die Grenze noch nicht erreicht hat, wo die alten Hexen ihren Ausgang nehmen, so kann sie folgerichtig nur den jungen Hexen zugezählt werden, und der Angeklagte hätte ebenso gut sagen können, daß die Klägerin Zauberei trel6e oder kurzweg bezaubernd" Klägerin (unterbrechend): Ich ziehe meinen Strafantrag zurück!"

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ModernerFrei"-Handel.Warum machst Du Deine Verlobung mit Fräulein Leonore noch immer nicht perfect, das Mädchen ist doch schon neunundzwanzig Jahre alt?"Ich warte nur, bis sie dreißig Jahre alt wird, dann kann ich doch ihrem Alten gegenüber bezüglich der Mit­gift noch viel anspruchsvoller auftreten."

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Wen halten Sie für den größten Erfinder der Neu­zeit?" fragte eine rrau.Meinen Mann", erwiderte stolz die andere.Wieso? Mir ist nicht bekannt, daß Ihr Mann je etwas erfunden hat!"Na! ich wollte, Sie könnten einmal die Entschuldigungsgründe hören, die er an- sührt, wenn er um zwei Uhr in der Früh' nach Hause kommt."

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Vertheidiger:Ich bitte auch als strafmildernd zu berücksichtigen, daß mein Client nur eine kleine Summe ge­stohlen hat, während in demselben Fach eine mit Banknoten gefüllte Briestasche lag!" (Angeklagter schluchzt laut.) Vorsitzender:Warum weinen Sie denn?" An­geklagter:Weil ich die Brieftasche nicht bemerkt habe!" * *

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Ein Schwerenöther.Gnädiges Fräulein, darf ich Sie vielleicht begleiten?"Aber ich kenne Sie ja nicht!"Na, sehen Sie, da ist es eben höchste Zeit, daß Sie mich kennen lernen!"

Literarisches

Die Lieferungen 2530 der Neuen Folge von SB. Heimbirrgs Schriften, JIlustrirte Ausgabe enthalten den Haupttheil des Romans Haus Beetzen", der wohl zu den besten Erzeugnissen der Verfasserin gehört; die ganze Handlung ist einheitlich gehalten und wächst bis zum Schluß heraus aus einem Kern. In den Lieferungen 2830 ftnten wir den ersten Theil des RomansTrotzige Herzen", der an einem kleinen deutschen Fürstenhofe spielt. Das Schloß und die Landschast sind stimmungsvoll, der kleine Hof mit genrebildlicher Wahrheit ge­schildert. Die zahlreichen, von feinem, künstlerischen Empfinden zeugen­den Illustrationen gereichen dieser Sammel-Ausgabe zur ganz beson­deren Zierde.

Redactiau: L. Scheyda. Druck »ub »erlag der Brübl'kcken Universitäts-Buck- und Steindruckerei CSittf» & @4f6ba) tn Gießen.

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