Ausgabe 
5.5.1898
 
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Wvren das lange nichts denn ich war gesund und lustig und fragte, was kostet die Welt"

(Fortsetzung folgt.)

Cuba.

(Schluß.)

2>ie_ Zuchtlosigkeit und Macht dieser Banden war so -groß, daß Dulce, der sie in Schranken zu halten suchte, im Herbst 1869 von ihnen gewaltsam nach Europa zurückgeschickt wurde. Sein Nachfolger ward Callero de Rodas, welcher aber gegen die unter der Führung von Cespedes und Quesada stehenden Insurgenten (gegen 30,000 Mann stark) nichts ausrichtete und 1870 den Oberbefehl dem General Bal­maseda abtrat, der selbst wieder 1872 durch Jos« de la Concha abgelöst wurde. Die spanische Regierung ergriff feine entschiedenen Maßregeln zur Hebung der Uebelstände- der Antrag, welchen Castelar zu Madrid in den Cortes auf gänzliche Aufhebung der Sclaverei stellte, wurde abgewiesen. Der Kampf nahm einen immer wildern Character an, zumal als im December 1871 die spanische Regierung erklärte, daß sie vom 15. Januar 1872 an keinen Pardon mehr er- theilen werde. Die innere Verwirrung in Spanien unter- stützte der Aufstand. Dazu kam ein neuer Consliet mit Nordamerika, das nach dem Bürgerkrieg seine Annexions- piäne wieder aufnahm und das Auslaufen von Flibustier­schiffen mit Waffen und Freiwilligen nach Cuba geschehen ließ. Eins dieser Schiffe, der Virginias, wurde am 31. October 1873 von den Spaniern aufgegriffen und 50 Leute von der Be­mannung übereilt erschossen. Doch gelang es Spanien durch die Convention von Washington, 19. November, einem Kriege vorzubeugen. Erst nach Beendigung des Cirlisten- aufstandes in Spanien 1879 war es der Regierung möglich, größere Streitkräfte nach Cuba za senden und dem Auf­stand 1878, allerdings mit einem Verlust von im ganzen 70,000 Mann und einem Aufwand von 70 Millionen Dollars, ein Ende zu machen. Der neue Generalcapitän Martinez Campos versprach den Cubanern wichtige Zugeständnisse ver­mochte jedoch, als er 1879 selbst an die Spitze der spanischen Regierung trat, die Cortes nicht zur Bewilligung aller dieser Zugeständnisse zu bewegen, so daß die Ursachen dec Un­zufriedenheit der Cubaner noch nicht beseitigt sind. Die Aufhebung der Sclaverei, welche am 8. Mai 1880 ohne Ent. schädigung erfolgte, trug dazu bei, den Grundbesitz zu erschüttern. Die Einführung der spanischen Verfassung 13. April 1884 konnte für diese Schäden keinen Ersatz bieten.

Nach neuesten Angaben betrugen Areal und Bevölkerung der Insel vor dem Aufstand:

Provinzen

Qu.-Kilo- meter

Einwohner

Einw. auf IQn.-Kilom

Matanzas ....

8250

300000

37

-Habana.....

8450

480000

57

Puerto Principe (Cama- gney).....

30950

72000

2,Z

Santa Clara (Las Villas)

22280

360000

16,2

Pcnar del Rio . . .

44450

320000

7,2

-Santiago de Kuba (De­partaments Oriental)

34400

230000

6,7

zusammen

118830

1762000

14,8

Von den Einwohnern waren 1,228,000 Weiße, 490,000 Neger und Mulatten, 44,000 Chinefen u. a. Die beiden größten Städte waren Habanua mit 250,000 und Matauzas mit 60,000 Einwohner.

Die nach dem Aufstande von 18681878 mühsam und unter großen Opfern hergestellte Ruhe auf der Insel hatte keinen langen Bestand, da trotz der Einführung der spanischen Verfassung (1884) die Mißstände sortdauerten: die Aus­

schließung der Eingeboruen von allen einträglichen und ein­flußreichen Aemtern, die Ausbürdung der Kosten des letzten Aufstandes zu Lasten der Insel und der ungerechte Zolltarif, nach dem allen spanischen Maaren zollfreie Einfuhr in Cuba gewährt wurde, die cubanischen Erzeugnisse in Spanien aber Zoll zu entrichten hatten. Dazu kam das Sinken des Zucker- preises in Folge der europäischen Concurrenz, durch das viele Pflanzer ruinirt wurden. Endlich wurde von Flücht­lingen, die in den Vereinigten Staaten Schutz gefunden hatten, die Unzufriedenheit genährt. Diese letztem erstrebten die völlige Losreißung Cubas von Spanien und die Er­richtung einer selbständigen Republik ober die Vereinigung mit der Union. Auf der Insel selbst war die Partei der Autonomisten vorherrschend, welche Selbständigkeit der Ver­waltung forderte. Die spanische Regierung versäumte es, diese rechtzeitig zufriedenzustellen, und so brach der Aufstand im Februar 1895 aus. Der Generalgouverneur Calleja ver­hängte 26. Februar den Belagerungszustand über die ganze Insel und bat um Verstärkung der Truppen. Nachdem in Madrid eine Ministerkrisis überwunden war, wurde Anfang April der Marschall Martinez Campos wieder nach Cuba entsandt, eine Anleihe von den Cortes genehmigt und die Zahl der nach Cuba geschickten Truppen auf 60,000 Mann erhöht. Der Aufstand war besonders im Osten der Insel gefährlich und wurde durch Sendungen von Freiwilligen und Waffen ans Nordamerika unterstützt. Die Anführer, zu einem großen Theil Mulatten und Neger (die bedeutendsten Führer waren Maximo Gomez und Macco), führten den Krieg in barbarischer Weise, plünderten die Ortschaften, tödteten auch friedliche Einwohner, verbrannten die Pflanzungen und sprengten Eisenbahnzüge in die Luft. Anfang 1896 drangen sie auch in den Westen der Insel vor und bedrohten die Hauptstadt Havana. Daß der durch die spanische Finanz- noth verschuldete Mangel an Cavallerie und die Verheerungen des gelben Fiebers Martinez Campos an durchgreifenden Er­folgen gehindert hatten, wurde in Spanien nicht beachtet und 16. Januar 1896 General Weyler zum Befehlshaber der Truppen in Cuba ernannt. Dieser traf die strengsten Maßregeln, verbot, um auf die Einwohner einen Druck zu üben, die Ernte auf den Feldern und suchte die Aufständischen wenigstens aus den westlichen Provinzen zu vertreiben. Aber obwohl die Zahl der nach Cuba gesandten Verstärkungen schließlich 200,000 Mann betrug, von denen über die Hälfte den Wunden oder Krankheiten erlag, erreichte Weyler keinen durchgreifenden Erfolg. Die Vereinigten Staaten thaten nichts Ernstliches, um die Unterstützung des Aufstandes von ihrem Gebiet aus zu verhindern, ja sie drohten sogar, wegen der Schädigung ihrer Handelsbeziehungen, mit ihrer Ein­mischung. Als nach der Ermordung Canovas 1897 das konservative Ministerium in Spanien zurücktrat und Sagasta ein liberales bildete, entschloß sich dieses zu einer Aenderung des Systems. Weyler wurde abberufen und durch General Blanco ersetzt und im November 1897 der Insel Autonomie gewährt: neben dem von Spanien zu ernennenden General­gouverneur sollten ein Ministerium und ein aus zwei Kammern bestehendes Parlament die Rechte der Insel ver­treten- in der Zollfrage wurde Cuba Gleichberechtigung zu- gestanden. Das neue aus Kubanern bestehende Ministerium wurde am 1. Januar 1898 eingesetzt.

Hängenelken.

Von Arthur Achleitner.

------- (Nachdruck verboten.)

Hängenelken vorm Fenster zu haben, ist meine Passion; der Anblick voller rothglühender, lang herunterhängender Nelken bringt mein Herz in Bewegung und erzeugt eine vor keinem Opfer zurückschreckende Habsucht, die mich schon viel Geld gekostet hat. Locken gar gelbe Nelken von derGräd" (Altane) eines Bauernhauses im Gebirge herunter, dann