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KenMor, xm ihm die Haare zx kräxseln, eine Magd z» ihrem erkrankten Herrn, um ihm zur Ader zu lassen, und gleichzeitig kam ein seines Herrchen, das rasirt, parsümirt und frisirt sein wollte. Das war aber nur der Anfang davon. Dann kamen zwei Herren, zwei Diener, zwei Mägde auf einmal an, und so ging eS täglich fort; immer mehr Bestellungen, immer mehr Kundschaft. Köhler hier, Köhler dort, er konnte sich doch nicht zerreißen; indes nur möglichst rasch wieder einen Gehilfen genommen und einen Lehrling dazu. Köhler und Frau sahen sich mit jedem Tage vergnügter an. Jean Paul kam noch öfter und freute sich, sie wieder fröhlich zu sehen, ohne ihnen zu sagen, wer diesen glücklichen Umschwung herbeigeführt.
Einen besseren Ausweg, ihnen zu helfen, konnte er schwerlich finden, und er mußte sich sagen, daß die Damen ihr Versprechen rasch erfüllt. Sie hatten Väter, Brüder, Söhne, Gatten, und bevor Jean Paul sich wieder küssen ließ, mußten sie ihm fest versprechen: „Mein Vater, oder mein Bruder, oder mein Sohn, oder mein Ehemann soll Köhler in Nahrung setzen, eher ruhen und rasten wir nicht!" Weibliche Bitten vermögen viel, das wußte der Dichter, und deshalb belohnte er jedes Versprechen mit dem ersehnten Kuß.
Als die Scheidestunde schlug, konnte er Leipzig in dem frohen Bewußtsein verlassen, daß Köhlers dauernd geholfen war. Einst hatte der arme Student einen Zahn verloren und dabei ihre Herzen gewonnen; jetzt aber gewannen die Küsse des großen Dichter- viele weibliche Herzen, um durch ihre Bitten und Fürsprachen den Bedrängten Hilfe zu bringen. So vergalt er das Gute mit Gutem und lohnte ihnen die Freundschaft, die sie ihm vor vierzehn Jahren erwiesen hatten. Die neue sich täglich vergrößernde Kundschaft blieb ihnen treu, dafür sorgten schon Jean Pauls begeisterte Verehrerinnen, die mit ihren Bitten bei Vater, Bruder, Sohn und Ehemann^Köhler dauernd in Nahrung zu setzen, auch ferner nicht ruhten. Sein Geschäft hob sich immer mehr, ihm ward ein heiterer Lebensabend beschieden. Wer diesen glücklichen Umschwung aber veranlaßt hatte, erfuhr er nie, da der Dichter, um sich dem Danke zu entziehen, beharrlich schwieg und auch den Damen in dieser Beziehung Schweigen auferlegte. \
Die Leipziger Freunde sahen ihn niemals wieder. Als er 1825 in Bayreuth gestorben war und die Trauerbotschaft nach Leipzig kam, traten Köhlers tiefbewegt vor sein Bild in ihrer Stube und schmückten es mit einem Lorbeerkranz.
GEeinnNtzigsr.
LchtMpfe«, Huste« U» würde weniger vorkommen, selbst die böse Grippe würde die Menschheit weniger quälen, wenn «an nach dem Aufenthalt im Freien zur rauen Jahreszeit eine Tasse Bouillon von LiebigS Fleisch-Extract zu sich nimmt, eine Stärkung, die nur nützen kann, nie schadet!
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Was ist die Ursache, daß an meinem Gumntibaui« dis Blätter gelb werden und abfallen? Die Ursache kann, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, nur eine Wurzel-Krankheit sein; entweder ist durch übermäßiges Begießen Fäulniß bei den Wurzeln eingetreten, oder durch zu große Trockenheit sind die Wurzeln vertrocknet. Es ist auch möglich, daß der Topf zu klein ist, oder die Pflanze zu kalt gehalten wurde. Eine von den angeführten Ursachen ist genügend, die Pflanze in den krankhaften Zustand zu versetzen und das Abfallen der Blätter zu verursachen.
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Schweinsnieren. Bereitungsdauer in acht Minuten. Man kaufe solche nur von einem jungen Thiere (zwei Stück für zwei mittlere Portionen); häute sie ab, schneide sie fein
blätterig axf und gebe ft« mit Salz und Pfeffer bestrmt zü einer feingeschnittenen Zwiebel, die man in einem Stückchen Butter erst eine Minute anlaufen ließ, ins Omelettepfännchen. Stäube nach weiteren zwei Minuten (die Nieren mit einem Schäufelchen beständig wendend) nur ein halbes Kochlöffelchen Mehl daran, lasse dies rasch abtrocknen und mache mit etwas Wasser oder leichter Fleischbrühe, ein wenig Essig oder Citronensaft eine kleine Sauce, die schnell aufgekocht mit einem Theelöffelchen Maggi vollendet wird.
VermMchtes.
Das Bonvoir eins* reiche« Newyorkeri«. Die elegante Amerikanerin findet immer wieder etwas Anderes in ihrem glänzend eingerichteten Heim, waS nach ihrer Ansicht noch der Verbesserung bedarf. So verlangt jetzt die Mode, daß auf die Schlafzimmer ganz besonders Sorgfalt, Geschmack und sehr viel Geld verwandt wird. Dieses Allerheiligste der Millionärstochter oder der jungen Gattin eines Dollarfürsten wird daher mit so verschwenderischer Pracht ausgestattet, daß man beim Betreten eines solchen Raumes unwillkürlich an ein Märchen aus „Tausend und eine Nacht" denkt. Einige der vornehmsten Newyorkerinnen haben sich besonders die Schlafzimmer der französischen Königsschlösser aus dem achtzehnten Jahrhundert zum Muster genommen, und die genaue Copie eines solchen ist die Chambre ä goucher der vielbeneideten Mrs. Odgee Mills. Selbst ihre aufrichtigsten Feindinnen geben zu, daß in ganz Newyork kein eleganterer und schönerer „Bedroom" zu finden sei. Das Rahmenwerk des großen, prächtigen Himmelbettes besteht auS Eichenholz und ist mit kunstvollen Schnitzereien ausgestattet. Die Vorhänge und die Decke aus schwerstem, blauem Brocat-Atlas sind mit echten Goldspitzen verziert. Der Grund deS „Himmels" ist mit weißer Seide aus- geschlagen, auf welche die Hand eines berühmten MalerS ein herrliches Blumenstück gezaubert hat. An jeder Seite des Kopfendes schwebt ein vergoldeter Amor, der in den zierlichen Händchen einen Zweig weißer Blüthen hält, aus denen Strahlen electrischen Lichtes genau so über das Kopfkissen fallen, daß die im Bette ruhende Schöne bequem dabet lesen kann. Außer den zwei Druckknöpfen für das Licht und die electrische Klingel, die das Kammerzöfchen herbeiruft, befindet sich an der Seite des Bettes auch noch ein Knopf, auf den ein einziger Druck genügt, um binnen zwei Minuten einen am unteren Ende des Bettes angebrachten Fußwärmer eine höchst angenehme Wärme ausströmen zu lassen.
Literarisches
Soeben erschienen Lieferungen 2—4 des Wirtschaftsbuches „Im Haus und am Herd." Practischer Rathgeber in allen Gebieten der Haushaltung für Frauen und Mädchen nebst einem vollständigen Kochbuch von I. von Wedell (Verlag von Levy & Müller in Stuttgart). Der Preis von 35 Pfg. für jede der 12 Lieferungen, in denen das schön ausgestattete Werk erscheint, ist im Verhältnis! }u dem darin Gebotenen ein sehr niedriger zu nennen.
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Aufs angenehmste überrascht wurden die Leserinnen der „Modenwelt" durch die soeben erschienene Nummer dieser populärsten Modenzeitung. Kinder-Mode und -Wäsche, sowie Handarbeiten sind neuerdings von dem übrigen Inhalt getrennt und auf selbständigen Blättern übersichtlich vereinigt. Auf diese Weise kommt die Reichhaltigkeit des Materials erst recht zur Geltung, und das Halten von Special- Zeitungen wird überflüssig. Unterstützt von einem vielfigurigen farbigen Bilde, bietet das Hauptblatt eine imposante Uebersicht der Frühjahrs- Moden, neben denen einige entzückende Gesellschafts-Toiletten und neue Radfahr-Costüme nicht fehlen. — Es sollen jährlich auch vier Blätter mit „Leib-, Tisch- und Bettwäsche" im Allgemeinen erscheinen.
Redactton: Ä. Lcheyda. — Druck und Verlag bet Brühl'sLen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


