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Aponte ward zwar unterdrückt, eher immer neue Ausstände ließen fortan die Insel nicht zur Ruhe kommen. Obgleich England wiederholt die Einstellung des Sclavenhandels forderte und von Seiten der spanischen Regierung öfters Verbote desselben ergingen und Gesellschaften zur Verwendung freier Arbeiter gegründet wurden, so half doch das Alles dem Uebelstand nicht ab. Es wurden immer wieder Neger von Afrika eingesührt, bis der neue Negeraufstand von 1848, dem 10,000 Schwarze zum Opfer fielen, die Pflanzer endlich an die Gefahr erinnerte, die ihnen aus der Sclaverei erwuchs. Daneben bestand noch ein schroffer Gegensatz zwischen den Kreolern und den Spanien. Die Unzufriedenheit der erstern, welche über ihre Zurücksetzung von Staatsämtern und einträglichen Posten, über drückende Steuern und Zölle, über die Vernachlässigung der materiellen Interessen der Insel durch Spanien klagten, wurde bedenklich, als seit 1845 das Streben der Amerikaner, die „Königin der Antillen" für sich zu gewinnen, stärker hervortrat. Ende 1845 wurde im Senat zu Washington der Antrag gestellt, mit Spanien wegen Abtretung der Insel Cuba in Unterhandlung zu treten- zu Anfang 1846 bildete sich eine Gesellschaft, zu der auch zahlreiche Cubaner gehörten, die der spanischen Regierung 200 Millionen Dollars als Kaufsumme anboten. Hiermit zurückgewiesen, schritt man zu ge- waltsamen Maßregeln, und es hatten sich bereits im September und October 1849 auf Rhode-Island unter Oberst White ungefähr 1500 Mann gesammelt, als die nordamerikanische Regierung die Expedition vereitelte. Man suchte nun der Agitation eine gesetzliche Form zu geben, und gründete die Junta promovedera de los intereses politicos de C. mit dem Zweck, alle erlaubten Mittel zu versuchen, um Cubas Wohl zu fördern. Den Vorsitz übernahm der General Narciso Lopez (s. d.). Daneben verfolgte ein geheimer Verein unter dem Namen der Eulen im Süden denselben Zweck. Spanien brachte daher die Heeresmacht von Cuba auf 25,000 Mann und ernannte zum Generalcapitän den umsichtigen und energischen Jose de la Concha. Zum erstenmal landete Lopez in Cardenas, ergriff jedoch, als er seitens der spanischen Besatzung Widerstand, seitens der Cubaner keine thätige Unterstützung fand, die Flucht und kehrte nach Rhode-Island zurück. Als er 1851 mit 453 Mann von neuem landete, wurde seine Schar zersprengt und er selbst mit den ihm noch gebliebenen sieben Mann 20. August gefangen und 1. September zu Havana hingerichtet. 1855 wurde eine von der Cubaner Junta in Newyork geleitete Verschwörung unzufriedener Kreolen in Cuba entdeckt. Die Häupter derselben wurden verhaftet, die Insel 12. Februar in Belagerungszustand erklärt und zur Unterstützung der an 30,000 Mann zählenden spanischen Besatzung eine Miliz, auch aus Mulatten und freien Negern, gebildet. Für die herrschenden Klassen auf Cuba war, nachdem die Gegner der Sclaverei in Nordamerika gesiegt hatten, der Grund weggefallen, welcher sie früher zur Union gezogen hatte. Concha blieb, von einer kurzen Unterbrechung abgesehen, bis 1660 als Generalcapitän aus Cuba. Dann folgte ihm F. Serrano y Dominguez, und diesen ersetzte 1863 der General Domingo Dulce y Geray, Marquis v. Bastellflorite. Dessen Nachfolger wurde Lersundi, durch dessen verkehrte, die berechtigten Forderungen der Kreolen mißachtende Verwaltung 1868 ein gefährlicher Ausstand hervorgerufen wurde. Zwar ward Lersundi 1869 durch den General Dulce ersetzt, aber dieser mußte nach den Weisungen der spanischen Regierung die Forderungen der cubanischen Reformpartei, welche namentlich die Abschaffung der Sclaverei erstrebte, zurückweisen. So kam es zum offenen Krieg, welcher eine Menge Abenteurer nach Cuba zog, die sich dort zu bereichern hofften.
(Schluß folgt.)
Humoristischer.
Lieber nicht. Liebhaber: „Ich hoffe, daß ich Ihrer Mama gefallen werde/' — Tochter einer Wittwe: „Das hoffe ich eben nicht, Mama will auch noch mal heirathen!"
Benutzte Gelegenheit. „Gnädiges Fräulein spielen so reizend, ich möchte Sie immer spielen hören." — „Gut, ich nehme Ihren Antrag an."
Angepaßt. Dame: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte!" — „Woraus ist das gleich?" — Lieutenant: „Ach, aus dem Schiller'schen Gedicht: „Die Caution."
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Werthvoller Tip. Sie: „Warum giebst Du denn dem Kellner kein Trinkgeld ?" —„Er: „Hab' ich doch,— ich sagte ihm den Namen des Siegers im dritten Rennen für morgen!"
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Der Zweck heiligt die Mittel. „Jeff', Mari und Josef, Luckl, wia kämmst denn Du daher?" — „O mei, mir Ham halt, oaus trunk'n für Gott, König und Vaterland." — „Aber do kriagt ma do koan solchan Rausch?" — „Dös nöt, aber es war'» zwoa da, die hab'n uns Opposition g'mackt und dö Ham ma niedergesuff'n!"
Waldesgruß.
Sei mir gegrüßt du schöner Wald Mit deinen Eichen, Buchenhallen, In dir mein liebster Aufenthalt Soll heut' mein erstes Lied erschallen. Der Frühling kam — und Sonnenschein Zog wieder in die Herzen ein.
Du trauter Hain sei mir gegrüßt. Dir Wallfahrtsort der Jugendjahre, Wo jugendfrisches Leben sprießt, Dir bleib ich treu stets bis zur Bahre; In dir die höhre Andacht thront Und seel'ger Friede drinnen wohnt.
Der müde Wand'rer findet Ruh In deiner Bäume kühlem Schatten, Die Blumen flüstern leis ihm zu: „Schlaf', Wand'rer, wohl auf grünen Matten, Bis Morgens weckt der Amselschlag Dich neu gestärkt im stillem Haag."
Wemr jubelnd wir mit Sang und Klang Zum Feste dann bei dir einziehen, Gilt' unser Gruß der Vöglein Sang Und ihren süßen Melodieen;
Sie wecken ja in jeder Brust Den Frohsinn und die Lebenslust.
Muß es vom Walde geschieden sein, Will ich den letzten Gruß ihm senden; Waldblumen und Waldvögelein, Ade, ich muß mich von euch wenden. Doch im Gedächtniß lebst du fort, Du schöner, stiller trauter Ort.
Gießen. Louis Rolofs.
Kedaction: I. 8.: Hermann «llt. »ruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindtuckerci (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


