Ausgabe 
25.3.1897
 
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wenn man vom Fliegen der Pulse, vom Höherschlagen des Herzens bei freudigen und erhebenden Anlässen, und vom Stocken des Herzschlages bei Schreck und Angst spricht. Ja es liegt ein gut Kern Wahrheit darin, wenn der Dichter seine Personen im Uebermaße des Schmerzes zusammenstürzen läßt am gebrochenen Herzen!

Bei der häuslichen Krankenpflege muß man diese That- sachen wohl beachten. Kranken, so wie überhaupt Kränklichen und in der Genesung Begriffenen dürfen aufregende Nach­richten, seien sie freudiger oder trauriger Natur, nie plötzlich oder auf einmal mitgetheilt werden. Kann man die Mittheilung durchaus nicht bis nach der völligen Genesung aufschieben, so müssen die Patienten in geschickter Weise erst allmählich darauf vorbereitet werden. Aber in geringem Maße angewandt ver­mögen öftere freudige Gemüthsbewegungen sogar einen heilsamen Einfluß auszuüben. Man kann sich diese Wirkung ähnlich vorstellen wie bei der Electricität: in voller Stärke bringt sie Krankheit und Tod, in schwächerem Maße, wohlberechnet und wiederholt angewendet, wirkt sie höchst heilsam. Wie häusiger Gram und Kummer die Widerstandskraft des Körpers allmählich schwächt, so vermag öftere Freude die Nerven wohlthuend an­zuregen und den gesammten Organismus zu kräftigen. Die Freude ist also ein nicht zu unterschätzender Heilfactor, welcher bei der häuslichen Krankenpflege noch viel mehr zur Anwendung gelangen sollte. Denn Krankenpflege besteht eben nicht nur in Darreichung von Arzneien und Verabfolgung von Um­schlägen oder Clystieren.Es gibt auch Annehmlichkeiten für den Kranken", sagt schon der alte Hippokrates, und diese Annehmlichkeiten bestehen hauptsächlich darin, dem Patienten durch heitere Gespräche, leichte fröhliche Lectüre und zarte Aufmerksamkeit recht oft Freude zu bereiten. Freude ist nach Schillers Worten ein schöner Götterfunken, der auch in der trüben Seelenstimmung des Kranken wieder einen lichteren, helleren Schein hervorzurufen vermag. Die Angehörigen und Besuchenden mögen beim Erzählen der Tagesereignisse nicht ärgerliche Klatschereien und böswillige oder ruchlose Thaten berichten, sondern mögen fröhliche Ereignisse und freudige Vor­kommnisse in leichtem Tone zum Besten geben. Eine sonnige Stimmung verbreitet Sonnenschein rings um sich her. Wer einen Patienten besucht, sollte eine Art lachender Philosoph sein. Ist doch allgemein bekannt, daß jede wahre Aeußerung der Gemüthsstimmung, z. B. herzliches Lachen, ansteckend wirkt.

In der jetzigen Jahreszeit, wo die Frühlingsblümlein schon mit ihren bunten Köpfchen ein wenig aus der Erde Schooß hervorzulugen beginnen, wo draußen und drinnen schon ein wohliges Frühlingsahnen sich einstellt, wird ein Sträußchen duftender Veilchen oder lieblicher Schneeglöckchen gewiß stets erfreuen. Wer das Glück hat, auf dem Lande oder in der Nähe desselben zu wohnen, möge auch gewöhnlichere Blumen zu einem Natursträußchen pflücken. Tritt er dann frisch vom Spaziergang mir gesunden, luft-gerötheten Wangen zum Kranken, so ist es gleichsam, als ob etwas Frühlingsduft und Sonnen­schein mit ihm ins Krankenzimmer einzöge. Alle diese zarten Aufmerksamkeiten und freundlichen Rücksichtnahmen wirken auf den Patienten wie ein Zauber, wie eine Art von Suggestion - sie bilden einen schätzenswerthen Hebel zur Besserung und Heilung und verleihen dem Patienten wieder wahre Gesundheits­freudigkeit ! --------------

Humoristisches*

Aufmunterung. Oberst (zu einem ledigen Ritt­meister):Herr Kamerad sollten auch heirathen! . . Soldat muß auch im Frieden Courage haben!"

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Abonnenten-Freuden.Warum streitet Ihr denn so? . . . Was ist denn los?"Familienvater:Ach, heute trifft uns wieder das Theater, und Keines will hineingehen!"

Bedenklich. Mutter (zur Tochter an der Wirths- Tafel):Du, der Herr Dir gegenüber ist ein Professor der Chemie, den solltest Du heirathen, da kannst Du kochen was Du willst, er kriegt doch heraus, was es sein soll!"

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Magyarische Galanterie. Gräfin Humadh (zum Baron Oerczeniy, dessen Gut sie besichtigt):Sie haben ja einen ganz brillanten Schlag von Schweinen gezüchtet!" Baron Oerczenyi:O, bitte gnädigste Comtesse, Schwaindel sind allerdings sehr schön aber gnädigste Comtesse sind doch noch tausendmal schöner!"* *

Widerspruch. A.:Ich höre, Du hast Deinen Ge­hilfen fortgejazt?" B.: »Jawohl! Siehst Du, erstens war der Kerl zu gar nichts zu brauchen, und zweitens war er zu Allem fähig!"

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Vergaloppirt. Lieutenant:Gnädige Frau und Fräulein Schwester können ja famos kutschiren!" Baronin: Haben Sie uns gestern im Thiergarten gesehen?" Lieutenant:Ja! Füchse flogen nur so dahin wie von Furien gepeitscht!" * *

Der Bildungs-Protz.Herr Würstler, ich kann Ihnen leider über die Fortschritte Ihrer Töchter nichts Er­freuliches mittheilen. Beide haben mir erklärt, sie wollten nicht lernen!"So! . . . Deßwegen brauchen Sie die Mädeln aber net zu seckiren!"Ja, wofür bezahlen Sie mich denn eigentlich?"Damit wir auch an' Hauslehrer hab'»!"

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Die beste Quelle. Frau Hauptmann (zu ihrem Gatten):Männchen, unsere Auguste hat gekündigt- erkundig doch, bitte, einmal in der Compagnie nach einer guten Köchin!"

Die kleinen Pessimisten. In einer Familie wird von Jahr zu Jahr ein Mädchen erwartet. Statt dessen trifft stets ein Junge ein. Eines Tages wird den männlichen Sprossen endlich eine Schwester angekündigt. Jubelnd ziehen die Jungen ab, kommen aber nach einer Weile heulend wieder und schluchzen:Ja, Vater, das wird wohl so sein, wie immer! Zuerst läuft sie ja lm Röckchen rum, aber später wirds doch wieder ein Junge!"

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Immer zerstreut. Dienstmädchen (ruft):Herr Pro­fessor! Herr Professor! Der Storch ist gekommen!" Professor:Was will er?"

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Nobel. Er:Zwei Flaschen von dem Himbeersait scheinen verdorben zu sein!" Sie:Ach das trifft sich sehr gut- dann habe ich doch etwas für die Gouvernante zu trinken!"

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Ein Zeit- Fratz.Fritzchen, hast Du Deine Schul­aufgaben gemacht?"Ja!" -Alle?" -Aber natür­lich !"Auch recht sorgfältig?"Ach, Mama, Du machst mich ja ganz nervös mit dem vielen Fragen!"

Glück. Hausfrau (erschreckt):Anna, was ist Dir ist ein Unglück geschehen?" Anna (unter Schluchzen). Ach, gnädige Frau, ich habe den Deckel vom Kartoffeltop! zerschlagen!" Hausfrau (gutmüthig):Das war sehr un­geschickt von Dir - aber was fangen wir jetzt mit dem Topf ohne Deckel an?" . . .Anna (am folgenden Tage, glück­strahlend):Gnädige Frau, nun ist der Topf auch caput.

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Drakonisch. Junger Dichter:. . Und wozu rächen Sie mir? Was soll ich mit meinen neuen Musenknioern anfangen?" 'Kritiker:Verstoßen Sie sie!"

Redaction: 8. Echcyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) 'N B--N.

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