Ausgabe 
23.2.1897
 
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Meldung an 'lentone Kunde jutn zweiten sie sich von sagte:Mir en habe. Zjx e Kleine nicht en, Du gehst amit Du mir r des Kindes, arten hinaus- se sie ersticken - Georgs Art : Ringens mit tem Wege die lles Herz zur i der Saaten, 'leine Wälder, in, machte sie sich langsam nd eine grau- h rasch in die Es dämmerte "cher als sonst in erster, ge­egte, daß ein im rascheren nhof gelangt, n der Bäume ie Bernwards- unem Leuchten er, um dann Wohnung vor , vereinzelten sieuers nieder­em weißlicher ch sonnig und die tiefe, ge- u der Straße um das Ende o zu erwarten, i der Wolken, rsehen lassen, acht. Es war lbe; von den hauch wie ein Wasserstreifen, glitt langsam zur anderen Wärme des

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daß die Kraft aber mischte i des WindeS, ad abwogende acht an ihrem enschenstimme. atte im ersten litte in dieser : furchtbarem r das Nahen und griff mit als könne sie Gestalt, die n Beleuchtung oem Anscheine gekleidet, e mit einem zu geben.

ein Anderer

(Chamiffo).

(Eichendorff).

Der Trauring.

Plauderei von Georg Grube.

(Nachdruck verboten.) Ist der Finger beringt, So ist die Jungfer bedmgt."

O glückseliger Augenblick, wo das Herz sich dem Herzen bindet. Fürs ganze Leben vereinigen sich zwei Liebende, um von nun an ein einziges Ich zu bilden: an der Hand tragt jeder von ihnen das Zeichen dieses Willens, das Symbol ihres Bundes: den Trauring. Heilig ist er jedem edlen Paare, Mann und Frau trennen sich nie von ahm. Oft bezeichnet schon der goldene Reif den Aet der Verlobung, und mit Stolz betrachtet der funkelnde Mädchenblick den köstlichen Schmuck. Welcher Dichter vermag die Empfindungen einer holden Mäschenseele bei seinem Anblick zu schildern? Was sie denkt, ist eitel Poesie wenn unsere Wissenschaft erst soweit wäre, daß sie Empfindungen photographiren könnte, welche Bereicherung unserer Lyrik würde das sein! Darum spielt auch der Ring eine so bedeutsame Rolle in den Ergüssen

Ich bin es, Ina, Dein unglücklicher Bruder."

Sie griff nach seinen Händen, und als sie fühlte, wie kalt sie waren, nahm sie das leichte Tuch, das sie um ihre Schultern geschlungen hatte, und umhüllte sie damit. Es war ein kleiner, bescheidener Liebesdienst, aber der Mann, dem die Liebe ein fremdes, verlorenes Gut geworden war, beugte sich über die Hände, die ihn hilfreich berührten, und küßte sie. Eine Thräne fiel dabei darauf nieder und diese eine Thräne genügte, um in Inas Seele alle Erinnerung an Schuld, Undankbarkeit und Frevel, mit denen der Bruder sich belastet hatte, vergessen zu machen. Das Mitleid allein blieb in ihrem Herzen zurück, ein so reines und tiefes Mit­leid, wie gute Menschen es mit rettungslos Kranken empfinden.

Nach so langer Zeit," sagte sie,nach so langen, langen Jahren!" Sie vermochte nicht weiter zu reden- auch ihr hemmten hervorbrechende Thränen die Worte. Bald aber faßte sie sich und strich mit der Hand über die Augen.Es ist nicht recht, daß ich weine," sagte sie.Es ist mir ja doch eine so große Freude, daß ich Dich wiedersehe. Aber I nun sollst Du bei mir bleiben, warum hast Du nichts von Dir hören lassen? Du scheinst mir nicht gut auszusehen, auch in Deiner Kleidung nicht, mein Gott, am Ende hast Du gar Roth gelitten! Warum haft Du nicht an uuch geschrieben, warum haft Du Dich nicht an mich gewandt?'

Er zögerte einen Angenblick und sah vor sich nieder auf die Spitze des Fußes, den er ein wenig vorgeschoben hatte. Weil ich mich schämte," sagte er dann,und weil ich Grund dazu hatte!"

Vergiß das, oder sprich wenigstens heute nicht davon. Du bleibst nun in meiner Nähe"

Ich kann nicht bleiben und ich bin nur hergekommen, um von den Dingen zu sprechen, über die ich mich schämen muß. Das habe ich immer gewußt: Wenn ich überhaupt noch einmal zu Dir käme, bevor ich stürbe, dann müßte ich Dir Alles sagen."

Was sprichst Du vom Sterben?"

Du würdest das nicht fragen, wenn Du mich deutlich sehen könntest, wie ich bin. Und es ist gut, daß es nun bald so weit ist- ich habe es verdient, und ein verlorenes Leben, wie das meinige, hat keinen Werth für irgend einen Menschen. Nein, nicht einmal für mich selbst. Wenn nur das Sterben nicht so lange dauerte, so entsetzlich lange! Ich habe an manchem Krankenbette gestanden und habe dies letzte, endlose Ringen angesehen mit dem kalten Herzen des Arztes, dem auch der Tod nur ein wissenschaftliches Objeet ist. Nun muß ich es erfahren, was Sterben heißt, ein langsames, wochenlanges, monatelanges Sterben."

(Fortsetzung folgt.)

unserer Dichter.

Dieses Ringlein zu besitzen Mögt ich Liebchens Finger sein' ruft der Eine beim Erblicken des Geschmeides - läßt das holde Mägdlein sagen:

Du Ring an meinem Finger, Mein goldenes Ringelein, Ich drücke Dich fromm an die Lippen, Dich fromm an das Herze mein . . . Du Ring an meinem Finger, Du hast mich erst belehrt, Hast meinem Blick erschlossen Des Lebens unendlichen Werth.»

Ein andermal klagt der Verlobte: Sie hat mir Treu versprochen, Gab mir ein'n Ring dabei; Sie hat die Treu gebrochen, Das Ringlein sprang entzwei."

Ein Schweigen folgte, nur durch das Geräusch des Un I metter« unterbrochen. Dann als einzige Antwort, in dem- mben bittenden, kummervollen Tone, wie vorher, noch einmal ibr Name, das eine, kurze WortIna".

' Wer sind Sie?" fragte sie, und jetzt war schon mehr Staunen als Schrecken im Klang ihrer Rede. Wo hatte sie Hefe Stimme schon gehört? Es war ihr, als sei ein ver­trauter Ton in diesen Lauten, die aus einer kranken, röchelnden Brust zu kommen schienen, ein Ton, bet aus weitet Fetne zu iht hetüberdtang. Doch bevot sie länget überlegen, bevor der Mann iht Antwort geben konnte, zerriß ein röthlicher Blitz Wolken und Dunkelheit, verbreitete blendende Helle auch hier unter der Wölbung und zeigte ihr das Gesicht, das flehend ihr zugewandt war. Und mit dem Wolkenschleier zugleich zerriß ein Schleier vor ihrer Seele, der ihr die Vergangenheit verborgen hatte. Aus den dunklen, brennenden Augen, aus den eingefallenen Zügen, aus der gelblichen Haut und dem gebleichten Haar sprach ein anderes Bild zu ihr, das sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Oskar," sagte sie leise,bist Du es wirklich, Oskar?"

Auch Stimmen der Warnung werden laut:

Wer sich von dem goldnen Ringe Gold'ne Tage nur verspricht, Ei, der kennt den Lauf der Dinge Und das Herz der Menschen nicht."

Freilich, oft reißt mit dem Gürtel und Schleier der schöne Wahn entzwei, doch wer wollte solchen Gedanken Raum geben in der Stunde des seligsten Glückes? Da ist uns der Ring ganz, was er sein soll, das Sinnbild der Treue und der unzertrennlichen Verbindung. Wir fragen auch mcht darnach, weshalb das so ist, ob es immer so gewesen ist, und warum es gerade ein Ring und noch dazu em goldener sein muß. Aber wir nehmen es auch nicht übel, über die Frage aufgeklärt zu werden, und in der That ist der Bescheid darauf nicht wenig interessant.

Dem Ringe haftet von jeher etwas Mystisches an, tote bet Kreisform im Allgemeinen. Der Kreis erschien als Symbol des Ewigen, Unendlichen, selbst wilde Völker huldigten vielfach dieser Anschauung.

Tod und Leben waren Kreise,

Weiß war's Leben, schwarz der Tod war, heißt es in LongfellowSHiawatha" und auch die Liebe wird darin mit der Kreisform in Verbindung gebracht:

Und die letzte der Gestalten War ein Herz in einem Kreise, Mit dem Zauberkreis umzogen, Dieses Bildniß soll Air sagen: Offen liegt dein Herß ja vor mir, Zu dem offnen Herzen flüst're ich."

Die Benutzung des Goldes als Ringmasse aber soll die heilige Bedeutung noch verstärken. Gold bedeutet Treue und Wahrhaftigkeit. Die alten Skandinavier schwuren auf goldene Ringe, und Wara, die Göttin der Eide, schrieb aus goldenen Tafeln die von Mann und Weib einander gegebenen Treue- I gelöbnisse.