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MWb auch aus der Mode ffSS- Kam Begeisterung,

Bleibt sie doch das Schönste Und erhält Dich jung;

Hätte auch der Winter Dir in§ Haar geschneit, Drinnen im Gemüthe Lenzesfrisch es matt.

Im wunderschönen Monat Mai.

Erzählung von Sühring-Bardey.

------- (Nachdruck verboten.)

Ein lachender, wonniger Maitag war es. Ueberall Blüthenduft und Vogelgezwitscher, und Mutter Sonne blickte so warm und goldig, als freue sie sich der Frühliugspracht dort unten. Einer ihrer Strahlen lugte neugierig durch die offenen Fenster des großen Gutshauses zu Worklin und blieb jetzt wohlgefällig auf einem blonden Mädchenscheitel ruhen. Ob er die Besitzerin desselben auch für ein Frühlings­blümchen hielt? wer weiß es! Verzeihlich wäre der Jrr- thum freilich gewesen. Denn man konnte die kleine Ursula mit ihren siebzehn Jahren, der zarten Figur und dem Ge­sichtchen wie Milch und Blut, von dem die großen, braunen Augen gar merkwürdig abstachen, wohl mit einem jener Frühlingskinder da draußen vergleichen.

In der Rechten hielt das junge Mädchen eine kleine grüne Brause, emsig die Blumen auf den Fensterbrettern mit derselben begießend. Schon mehrere Male hatte sie den langen, schweren, blonden Zopf über die Schuber zurück­geworfen. Als aber der Attentäter immer wieder bei jeder ihrer Bewegungen nach vorn fiel, wandte sie sich plötzlich dem Innern des Zimmers zu, ärgerlich ausrufend:Nein, Papa und Mama, wißt Ihr, ich schneide mir meinen Zopf ab! Er ist mir überall im Wege, nnd wenn ich ihn auf­stecke, bekomme ich Kopfweh. Ich schneide ihn ab und trage meine Haare wie Cläre Brandt!"

Daraus wird nichts, mein Dirn," war die gelassene Entgegnung des Hausherrn, welcher eine Cigarre rauchend am Kaffeetisch saß. Ihm gegenüber strickte seine kleine, zierliche Frau so emsig, als habe sie mindestens sechs Jungen zu versorgen und Ursula war doch ihr Einziges!

Das paßt sich wohl für ein flotte Berlinerin," fuhr

Herr Linde fort,wie Deine Freundin, aber nicht für so ein biederes, kleines Fräulein aus Hinterpommern. Und dann" ein schelmisches Lächeln zuckte über sein Gesicht wenn Du mit kurzen Haaren auf Deinem Lieblingsplatz in der Kastanie sitzest, wirst Du noch mehr Gefahr laufen, hinunterzufallen. So kannst Du Dich doch wenigstens mit Deinem Zopf festbinden, oder er hält Dich zum Mindesten beim Stürzen auf."

Leise stellte das Töchterlein die Brause nieder, und zu dem Vater eilend, drückte sie einen innigen Kuß auf dessen kahlen Kopf. Dann meinte sie:Ja, spotte nur über meinen Zopf, Du hast es gut mit Deiner Glatze. Ach, wenn ich doch auch eine hätte!"

Nun höre aber auf, Mädel!" rief ganz entsetzt der Vater.Und im Uebrigen, meiner Haare wegen beruhige Dich nur, die wachsen mächtig in letzter Zeit. Nicht wahr, Alte?" Mit komiscb ernstem Gesichtsausdruck blickte er fragend zu seiner Frau hinüber.

Die Angeredete ließ für einen Augenblick die klappernden Stricknadeln ruhen, nnd zärtlich zu Mann und Tochter auf­sehend, erwiderte sie:Alter, Alter, das hast Du mich schon vor zehn Jahren gefragt." Plötzlich erschien der Post­bote am offenen Fenster und übereichte Ursula durch dasselbe ein Packet Zeitungen und Briese.Hier, Papa, Alles für Dich. Aber nein, da ist auch einer für mich, von Cläre! Ob sie wohl kommen wird?"

Kurze Zeit herrschte tiefe Stille im Zimmer, alle drei waren mit Lesen beschäftigt.Sie kommt! sie kommt!" unterbrach Ursula jubelnd zuerst das Schweigen.Heute in acht Tagen! O, wie ich mich freue!"

Jetzt hatte auch Herr Linde seine Briefe durchflogen, und den letzten noch in der Hand haltend, sagte er:Na, da kommt ja genug Leben in die Bude. Fritz Malten meldet sich nämlich auch an und zwar schon zu heute. Er bittet, seinen dreiwöchentlichen Urlaub hier bei uns verbringen zu dürfen. Es paßt Dir doch, kleine Frau?"

Gewiß, gewiß, warum wohl nicht?" war die freudige Entgegnung.Nein, der Fritz! Da bin ich doch wirklich gespannt, wie der aussieht. Er muß ungefähr sechsundzwanzig Jahre sein."

Wißt Ihr was," ertönte plötzlich Ursulas Stimme dazwischen.Vetter Fritz muß Cläre heirathen, das wird brillant!"Gleich Heirathsprojecte, wie alle Frauenzimmer," rief lachend der Hausherr,solltest lieber hingehen und dem Johann sagen, daß er mein Pferd sattelt." Als sich dann aber die Thür hinter Ursula geschlossen, fuhr er in etwas