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Gemeinnütziges.

Gegen den Ofenranch in Stube«. Wenn ein sonst gut heizender Ofen oder Kochherd die Stube oder Küche plötzlich mit dichtem, erstickendem Rauch anfüllt, so hört man gewöhnlich als Erklärung: Die Sonne scheint kräftig auf den Schornstein und drückt den Rauch herunter. In der That aber wird die liebe Sonne hier zu Unrecht verdächtigt, und es ist gewöhnlich der Wind, der mit solcher Gewalt in den Schornstein dringt, daß der Rauch nicht hinauf gelangen kann, sondern in die bewohnten Räume zurückgepreßt wird. Man versuche darum den Ofenrauch dadurch zu beseitigen, daß man am oberen Ende der Schornsteine ein bewegliches Schlußstück anbringt, welches wie eine Windfahne vom Winde selbst gedreht und stets so gestellt wird, daß die Oeffnung nie dem Wind zugekehrt ist. Das nützt einige Zeit, aber nur so lange, bis das Schlußstück festgerostet ist. Jetzt hat man eine andere Construction ersonnen, bei der kein Theil des Schornsteins beweglich ist. Hierbei ist auf dem Schornstein eine Art Haube angebracht, die aus einer Anzahl von Metall­streifen besteht, die zum Theil über einander greifen. Hier­durch wird bewirkt, daß der Wind, er mag von welcher Seite immer kommen, nie mit voller Gewalt in die Oeffnungen fährt, sondern auf den Metallstreifen entlang gleitet und hierbei zwar noch eine saugende Wirkung ausübt. In Folge davon drückt der Wind den R mch nicht nur nicht in die Stuben, sondern je kräftiger er weht, um so energischer steigt der von ihm angesogene Rauch hinauf.

Kümmel ins Brod gebacken, verleiht demselben einen besonders würzigen Geschmack. Noch intensiver und angenehmer und besonders die Verdauung günstig befördernd, wirkt der Kümmel dann, wenn er, wie derPraetische Weg­weiser^', Würzburg, schreibt (viertelst Abonnementspreis 30 Pfg.), zuvor abgekocht wird und dann erst sammt dem dazu verwendeten Kümmelwaffer mit dem Brodteige vermengt wird. So mache ich es seit mehreren Jahren, und meine Gäste loben alle den außerordentlich gewürzigen Geschmack meines Brodes.

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Geflügel- und Vogelzucht. Die vollplattige Schwalbentaube stammt von der Nürnberger Schwalbe, der sogenannten Schmalzfee ab. Man trifft sie meist in Schwarz, Roth und Gelb. Eine schöne Muschelhaube ziert den Kopf. Farbige Federn der Haube sind ein Fehler. Die Beine sind behost. Unter den Flügeln sitzen bei ihr die sogenannten Schmalzkiele, und ausgebildete Federn mit öligem Inhalt, welcher sich leicht über das ganze Gefieder verbreitet und den Federn diesen schönen Glanz verleiht. Das Weiß hat deshalb auch einen mehr gelblichen Schein, die Taube greift sich weich und fettig an und ist deßhalb in Fabrikstädten nicht gut zu züchten, weil sich der Ruß zu sehr an den Federn ansetzt und das Thier sehr schmutzig aussehen läßt. Nesteier, die nicht vom Frost zerbrochen und nicht mit frischen Eiern verwechselt werden können, werden auf folgende Weise hergestellt: Man bläst ein gewöhnliches Hühnerei aus, indem man an beiden Enden ein kleines Loch macht, und füllt dann die leere Schale mit einem dicken Brei von Gyps und Wasser. Der Gyps wird schnell hart und kann das Ei von der Henne nicht von den anderen unterschieden werden. Auch kann es wegen seiner Schwere eine Verwechselung von Seiten der Hausfrau nicht zulassen. Enten gehen auch im Winter bei größter Kälte aufs Wasser,- dieses ist für ihr Gedeihen unentbehrlich. Man muß deßhalb Sorge tragen, daß, falls die Gewässer zufrieren, zugängige eisfreie Stellen bleiben. Bei geringem Froste ist ein vorzügliches

Mittel hierzu das Einlegen von Reisigbündeln inS Waffer vom Uferrande aus. Durch Zurückziehen derselben am Morgen oder auch während des Tages wird eine dünne Eisdecke leicht entfernt. Um den Pips tat den Hühnern zu ver­meiden, wird folgendes einfache Mittel angewendet: Man gebe den Hühnern wöchentlich ein Mal gewöhnliches Salatöl (auf acht Stück Hühner werden etwa vier Eßlöffel voll ge­rechnet), welches am besten unter das zu einem Brei hergestellte Fütter gemischt wird. Wer dies befolgt, wird fich überzeugen, daß so behandelte Hühner nie vom Pips befallen werden. Kanarienhähne erkennt man schon am Aeußeren von den Weibchen. Die Hähne sind intensiv gelber resp. dunkler gefärbt, namentlich um die Schnabelbasis, auf dem Scheitel und an der Kehle, sie haben auch einen etwas breiteren Kopf, stolzere Haltung und kräftigere Bauart. Das Weibchen ist stets blasser, zeigt um den Hals einen weißlich schimmernden, verwaschenen, kaum bemerkbaren Ring und auf dem Kopfe eine blaßgelbe statt hochgelbe Platte. Futter für amerikansche Spottdrosseln. Amerikanische Spott­drosseln füttert man am zweckmäßigsten mit einem Gemisch von zerriebenen Möhren, mit Ameisenpuppen, gekochtem und feingehacktem Rinderherz, sowie einigen Mehlwürmern. Außer Mohrrüben kann man auch eingeweichtes, altbackenes und wieder gut ausgedrücktes Weißbrod verwenden, dem nebst Ameiseneiern und kleingehackten Fleischstückchen noch etwas Holunderbeeren, Ebereschen oder Corinthen zugesetzt.

humoristisches.

Ein Rachestreich Scheffels. Als Scheffel einst zur Stärkung seiner Gesundheit sich in Italien aufhielt, erhielt er von einem Freunde aus Deutschland einen unfrankirten Brief, in dem weiter Nichts stand, alsMir geht es gut. Mit Gruß Dein . . . ." Unmuthig über das hohe Nach­porto, das er für diese kurze Nachricht zu zahlen hatte, packt der Dichter einen Feldstein von gewaltiger Schwere in eine Kiste und schickt diese dem Freund ebenfalls unfrankirt. Dieser aber, in dem Glauben, eine werthvolle Sendung erhalten zu haben, bezahlt mit Freuden das hohe Nachporto, öffnet die Kiste und findet zu seinem Entsetzen einen ganz gewöhnlichen Feldstein darin. An diesem aber haftete ein Zettel:Bei der Nachricht von Deinem Wohlbefinden fiel mir beifolgender Stein vom Herzen. Dein Scheffel."

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Vorsichtig. Professor Dusler, der auf der Straße einen Beamten trifft:Sie sehen ja so verstimmt aus, Herr Müller?" Müller:Ja, denken Sie, ich habe gestern in einer Droschke eine Tasche mit 100 Mark liegen lassen. Das Geld ist so gut wie verloren!" Dusler:Dergleichen könnte mir nicht passiren. Wenn ich etwas in einer Droschke liegen lasse, merke ich mir immer die Nummer."

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So war's nicht gemeint. Mann:Der Hut ist sehr hübsch, den Du Dir da ausgesucht hast, aber ich meine, er paßt nicht ganz zu Deinem Kleid!" Frau (entzückt): Ach Männchen, Du wolltest mir wirklich auch noch . . ein neues Kleid kaufen?"

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Häusliche Pflichten.. . . . Meine häuslichen Pflichten nehmen mich eben zu sehr in Anspruch!"Was hast Du denn heute früh gemacht?"Zwei Badepromenaden­toiletten ausgesucht!"Und was machst Du Nachmittags?" Da probir' ich sie an!"

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Aesthetischer Standpunkt. Unteroffizier:Eim jähriger, stehen Sie wie ein Soldat und nicht wie der Apollo von Belvedere, das beleidigt mein ästhetisches Gefühl!"

Redaktion: K. tzcheyd». Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Gchcyda) in Gießen.