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DM
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ie man wohl richtig Sich selber ehrt? — — Nimm Dich nicht wichtig, Aber halte Dich werth! Frida Schanz.
Hoffnung ist ein fester Stab
Und Geduld ein Reisekleid, Da man mit durch Welt und Grab Wandert in die Ewigkeit. Logau.
Das Kind der Tänzerin.
Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.
(Fortsetzung.)
Ethel blickte unwillig drein. „Mama, es ist nicht möglich, daß Du Deine Würde so weit vergessen kannst, meine Angelegenheiten mit Hannah oder Deinen anderen Dienstboten zu besprechen. Der Baronet ist offenbar ein Mann von gesundem Verstands ich bin ihm sehr dankbar dafür, daß er dies so deutlich zeigte."
„Du sonderbares Kind!" lief Iris lachend- „einen solchen Liebhaber kannst Du Dir wünschen? Wie blaß Du aussiehst! Du issest ja nichts. Willst Du noch eine Tasse Choco ade haben? Sage mir aufrichtig, Ethel, bist Du mit dieser englischen Heirath einverstanden?"
„Oh, warum denn nicht?" erwiderte Ethel, indem sie sich erhob- „wir können indessen unsere Unterhaltung zu einer anderen Zeit fortsetzen, Mama- ich muß jetzt fort Großpapa könnte über mein langes Ausbleiben ungehalten lverden."
Sie zog ihre Handschuhe aus der Tasche, doch indem sie dies that, flog — o Entsetzen! — Regnaults unglückseliger Brief heraus und fiel dicht vor Iris Füßen auf den Teppich nieder.
Schnell wie der Blitz hob die Herrin der Rosen-Villa ihn ans. „Ah!" rief sie neugierig, „Du erhältst Briefe? Von wem, wenn ich fragen darf?" Plötzlich stieß sie einen lauten Schrei aus und ihr Gesicht wurde weiß wie Kreide. //Ethel! Oh gerechter Himmel! Wessen Handschrift ist das?!" sie, indem sie aufsprang.
Ethel riß ihr den Brief aus der Hand. „Was ist
Dir, Mama? Wie Du mich erschreckst! Warum zitterst Du so?"
„Den Brief! Den Brief!" rief Iris - „nimm ihn aus dem Couvert und laß mich hineinblicken!"
„Ich kann das nicht thun, Mama," antwortete Ethel mit fester Stimme- „verlange das nicht von mir — Du hast kein Recht dazu!"
Iris erbebte von Kopf bis zu den Füßen. „Stein Recht?!" schrie sie. „Undankbares Mädchen! Antworte mir- ich will es wissen! Wer hat den Brief geschrieben?"
Ethel war bleich vor Schrecken- sollte sie sich ihr Ge- heimniß entreißen lassen. „Er ist von einem meiner Lehrer in der Pension, Mama," stammelte sie.
„Dein Lehrer? Wie heißt er?"
„Regnault, Mama."
Die Farbe kehrte langsam in Iris Antlitz wieder, doch mit hysterischem Gelächter sank sie in ihren Stuhl zurück: „Wie lächerlich von mir," rief sie. „Ich bin noch immer schwach von den Strapazen der Seereise. Diese Handschrift hat mich sehr erschüttert- sie hat so große Aehnlichkeit mit der eines meiner Freunde, der schon seit Jahren tobt ist. Es ist natürlich nur eine zufällige Aehnlichkeit - ich hätte es ja wissen können, daß es nicht möglich war- die Todten kehren nur in Sensationsromanen in's Leben zurück. „Regnault! Regnault!" fuhr sie nachdenklich fort; „ich habe den Namen nie zuvor gehört."
„Es ist fein gewöhnlicher Name, wie ich glaube," sagte Ethel, die sich vor weiteren Fragen fürchtete. „Laß mich klingeln, Mama- Du benöthigst ein Glas Wein. Soll ich bei Dir bleiben, bis Du Dich besser fühlst, oder soll ich gehen?"
„Gehe!" antwortete Iris.
Ethel ließ sich das nicht zwei Mal sagen, sondern verabschiedete sich von ihrer Mutter und ritt davon.
Es war schon beinahe Mittag, als sie das Herrenhaus erreichte.
.Tante Pamela trat ihr auf dem Hausflur entgegen und sagte, athemlos vor Aufregung: „Oh, mein liebes Kind, wie konntest Du uns so erschrecken! ? Die Hälfte der Dienerschaft ist ausgeschickt worden, um nach Dir zu suchen. Eile und kleide Dich ar.- es ist während Deiner Abwesenheit Jemand angekommen — ein Gast aus England."
Ethel fühlte ihr Herz still stehen. „Sir Gervase
Grcylock?"
„Ja," sagte Tante Pamela- „er ist in der Bibliothek bei Deinem Großvater, und Beide erwarten Dich dort."


