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englische Wort, welches sie lernen, ein deutsches vergessen. Kommen sie dann wieder zu ihren Landsleuten, so bringen sie öfters ein wunderliches Kauderwelsch zu Tage. Es gibt keinen Ofen mehr für sie, er ist jetzt ein Stove, sie gehen keine Treppe mehr hinauf, sondern up Stairs, sie hängen den Cloak in das Closet, statt den Mantel in den Schrank, und fegen den Carpet mit dem Broom, statt den Teppich mit dem Besen.
Im Verkehr mit diesen Sprachverderberinnen kann man wohl gelegentlich in ähnliche Fehler verfallen, wenn man sich auch nach eigener Neigung und hauptsächlich der Kinder wegen stets Mühe gibt, sich die Muttersprache ungemischt zu be- wahren. Von den Mädchen aus germanischem Stamm ebensowohl als von den Schwedinnen behauptet man, daß sie am umgänglichsten sind, wenn sie noch nicht lange in Amerika waren, also noch grün sind, wie man das hier ausdrückt - später würden sie auch anspruchsvoller, unfügsamer, und das mag schon so sein. Die Dienstboten haben hier allerdings noch keine Schutz- und Trutzvereine mit Staturen und regelmäßigen Versammlungen, mit Aufrufen und Berichten in den Tagesblättern, aber sie müssen doch ihre Quellen haben, woher sie ihre Kenntniß des Dienstverhältnisses und der damit verbundenen Rechte und Pflichten schöpfen.
(Schluß folgt.)
köchinnen hört man zuweilen klagen: „Seit das hier mit dieser Freiheit im Gange ist, lernt kein einziges Negermädel mehr so arbeiten wie es sich gehört."
In früheren Zeiten war in amerikanischen Familien des Nordens das Verhältniß zu den Dienstboten mehr patriarchalisch - sie aßen mit der Herrschaft an einem Tisch und nahmen an allen häuslichen Vorkommnissen Theil. Man nannte sie niemals „servants“, sondern „help“, von dem Hausmädchen hieß es nie: „Sie dient bei uns", sondern: „Sie lebt mit uns, sie wohnt bei uns." Noch jetzt sprechen manche Amerikanerinnen und auch Deutsche von ihren Mädchen in dieser Weise. Als aber die Bevölkerung sich ausbreitete, die Städte sich vergrößerten, und besonders die Einwanderung so viel neue Arbeitskräfte brachte, und überhaupt der europäische Ton sich mehr geltend machte, wurde es wesentlich anders mit solchen Auffassungen. Die jungen Irländerinnen, welche hier einzogen, um der Hungersnoth auf der grünen Insel zu entgehen, und die sich dann als Hausmädchen hier veiinierheten, waren im Ganzen nicht geeignet, diesem Stand besondere Achtung zu verschaffen. Sie hatten meistens auf den Gütern der großen Grundbesitzer im Felde gearbeitet, kannten von Hausarbeit rein gar nichts, wußten oft nicht einmal die Namen der einfachsten Küchengeräthe und zeigten sich zuerst fabelhaft unbeholfen und ungeschickt. Da wurden unter ihren plumpen Händen die Ränder der hübschen Teller und Tassen abgestoßen, das feine Glasgeschirr erhielt Sprünge oder ging in Scherben, geschälte Kartoffeln wurden in die Waschschüssel gelegt, neue Servietten zum Topfanfassen und gute Handtücher zu Scheuerlumpen verwendet. Nicht einige Minuten konnte man das Essen ihrer Obhut überlassen, ohne zu gewärtigen, daß cs in Grund und Boden verbrannt sein würde, wenn man es wieder erblickte. Eine deutschländische Hausfrau mit ihren in geregelten Zuständen ausgewachsenen Mägden kann sich wohl von solcher Misere kaum eine Vorstellung machen.
Und doch konnte man auch diesen Unholdinnen nicht ganz die Theilnahme versagen- es war nicht ihre Schuld, daß sie in solcher Armseligkeit aufwuchsen- sie hatten dabei Heimweh nach den Ihrigen, nach dem Leben im Freien, nach den vielen Feiertagen der katholischen Kirchen, den Märkten und lustigen Gesellschaften, nav der milden Luft ihres Heimathlandes. Diese Abgeschlossenheit in der fremden Küche, wo es nur Arbeit gab und wo es niemals Feiertag war, mußte ihre Stimmung bedrücken und verbittern. Ihr ganzes Sinnen stand meistens darauf, recht bald genug Geld nach Irland zu schicken, um die Ihrigen Nachkommen zu lassen,- großartig ist die Summe der Beitrüge, die von diesen armen Mädchen ihren noch ärmeren Verwandten zugesandt wurden.
Sie lernten sich später fügen in das Ungewohnte; manche wurden geschickt und fleißig, dabei gut gelaunt und anhänglich, aber im Allgemeinen hat sich das irländische Küchenmädchen recht unbeliebt gemacht, und seit Deutsche und Schwedinnen in großer (aber immer noch nicht genügender) I Anzahl zu haben sind, wird oft dem Gesuch in der Zeitung nach einem tüchtigen Dienstmädchen der Zusatz beigefügt: „Keine Irländerin braucht sich zu melden." Die Nachfragen kommen immer von den Hausfrauen- eine Merkwürdigkeit ist cs, wenn ein Dienstmädchen auf diese Weise einen Platz sucht. Zu den Stellenvermittlerinnen kommen stets mehr Damen, a:s mit häuslicher Hülfe versorgt werden können. Die schwedischen sowohl als die deutschen Mädchen zeigen sich viel anstelliger und auch williger in der Haushaltung als die Jrtänderinnen. Sie waren eben mehr im Hause beschäftigt und haben es einigermaßen gelernt, Sachen zu schonen und Anweisungen zu folgen. Wenn sie zu Amerikanern kommen, hat es oft seine Schwierigkeiten, daß sie sich mit den neuen Hausgenossen verständigen, aber man muß sich oft wundern, wie bald sie sich die nothwendigste Sprachkenntniß aneignen. Den deutschen Mädchen sagt man oft nach, daß sie für jedes \
V-rmriseht-s.
Uever die Toiletten der Kaiserin für die Petersburger Reise schreibt der „Confectionär": Die Toiletten sind I sämmtlich durch die Kostbarkeit der Stoffe, die Eleganz des Schnittes, die Sorgsamkeit der Mache und die Abwechselung I in der Decoration und vielfach durch ganz besonderen Geschmack ausgezeichnet. Sie sind es, die bei den bedeutendsten Momenten der Reise, bei der Einfahrt, bei Galatafeln, beim Galahofball getragen werden sollen und zu zeigen haben, daß gegenüber den durchaus französischen Toiletten der russi- I sehen Hofgesellschaft die besten deutschen Arbeiten gleichwerthig I sind. Eine fliederfarbige Seidentoilette, mit einer reich mit Perlen bestickten, in Corseletform gearbeiteten Taille und einem faltenreichen Rocke, dessen Rand mit überstickten, blitzenden Spitzenauflagen bedeckt ist, wird übertroffen durch eine Seidentoilette aus rosafarbenem Damast mit reichem Schwertlilienmuster. Die Taille mit Kragen in der Art der | Maria von Medici hat eine leichte Goldstickerei in künstlerischer Linienführung und eine Garnirung aus Goldspitzen, die mit Brillanten besetzt sind. Der Rock dieses weithin wirkenden schweren Damastes ist absichtlich ohne Verzierung gelassen. Sehr kostbar ist eine aus schwerem Atlas hergestellte Hofballtoilette. Unter einem Ueberwuif aus stellenweise durchbrochenem weißen Atlas ist in zartem Rosa ein Atlasunterkleid. Die durchbrochenen Stellen sind mit Cremespitzen, welche mit Brillanten übersät sind, gemustert. Eine Wolke von rosa Creppelisse umgiebt den Ausschnitt der in ähnlicher Weise ausgestatteten Taille. Diese Toilette ist von großartiger Wirkung. Nicht minder effectvoll ist die Besuchstoilette aus zartem Liladamast mit weißen Medaillons, in welchen Rosenbüschel eingestreut sind. Während Rock und Jacket aus diesem Stoffe sind, ist eine weiße Atlasweste auf das Zierlichste und Reichste bestickt mit Rosenbüscheln und Lilablüthen in der feinsten Flachstickerei. Dieses Costüm erinnert in der Machart ganz an die Zeit Louis XVI. Die Stickereien dieser Toiletten stammen aus dem Atelier der Vorsteherin der Düsseldorfer Kunststickereischule, Frau Tina Frauberger, die Costümes sind aus dem Atelier des Hoflieferanten Heinrich Scheuer in Düsseldorf hervorgegangen.
Katheder-Blüt he. „Die römischen Kaiser wurden alle mehr oder weniger ermordet!"
Redaktion: SL S-Heyda. — Druck und «erlag der Brühl'schen UniverfltätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & S-heyda) in Gießen.


