Ausgabe 
11.12.1897
 
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Wode-Mericht

bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannfaetnr, Dresderu

Sämmtltche Schnittmodelle daselbst erhältlich.

ten und Gewohnten abzustecken

No. 114

derselben begnügt man

No. 113.

umgeben war. Breite, in der Taille spitz zulaufende Revers zierten das Vordertheil. An Stelle der Acrmel zeigte diese Blouse große Flügelärmel, welche dem Ganzen das Ansehen eines Cape verliehen. Alles bestand aus

heiten aus der großen Masse hervortreten zu lassen. Nack und nach werden dann diese neuen Formen nachgeahmt, variirt, den verschiedenen Geschmacksrichtun­gen des Publikums angepaßt und eine allgemeine neue Mode ist fertig.

Eine der wunderlichsten, zu­gleich aber dankbarsten dieser Moden ist die in dieser Saison zu voller Herrschaft gelangte Pelz­mode. Allerdings hat sie bereits seit Jahren viel von ihrer Ex- clusivität eingebüßt, denn die noblen, theueren Pelzsorten wer­den täuschend nachgeahmt und damit auch den weiteren Kreisen des Publikums zugänglich gemacht und in der That hat man wohl noch nie so viel Pelz in der Damengarderobe verwendet, als dieses Jahr. Nickt allein, daß man Boas, Kopfbedeckungen und Müsse zu immer größeren Dimen­sionen anwachsen läßt, sondern man fertigt jetzt auch Capes, Jackets, Blousen, ja ganze Klei­der von Pelz. Auch in der Be­arbeitung des Pelzes erlangt man immer größere Fertigkeit, so daß anderer dicker Stoff verarbeitet

Wirklich bewundernswerth ist die unerschöpfliche Fantasie der Frau Mode, die mit immer neuer Schaffenskraft für jede Saison Neues und immer wieder Neues bringt. Daß diese Neuigkeiten

uns Anfangs oft bizarr und wunderlich anmuthen, ist schließlich ganz natürlich,^denn ihr eigentlicher Zweck besteht ja darin, vom Bekann- und die Trägerinnen dieser Neu­

er jetzt genau wie Sammet oder -------- .... ...

wird. Gekraust, gefaltet, garnirt, hauptsächlich aber in verschiedenen Sorten zusammengestellt, ist er fähig, sich jeder, auch der complizir- testen Modeform anzupaffen. Davon legen die oben genannten Pelzkleidungsstücke ein beredtes Zeugniß ab, denn bei Anfertigung ........ sich nicht mehr mit den bisher üblichen, allein gültigen Formen des einfachen Capes, des glatten Baretts in Kappen­form oder der einfachen Boa. Alle diese Kleidungsstücke existiren jetzt in den verschiedensten Modeformen und besonders Paris ist groß v der Er­findung immer neuer Variationen.

Die Formen von Cape, Jacket und Blouse werden so combinirt, daß ganz eigenartige Neuheiten entstehen. So sahen wir z. B. ein, am besten Blousen- cape genanntes Kleidungsstück, welches sehr characteristisch diese Modelaune illustrirte. Der Rumps war in Form einer Russenblouse gehalten, welche in der Taille von einem Sammetgürtel

Ziheline.

Die Capes selbst haben ihre ursprüng­liche Form nur in den seltensten Fällen beibehalten. Meistens bestehen sie nur noch aus kurzen Schulterkragen mit angekraustem Volant und bis in die Taille reichenden stolaartigen Enden. Durch die Zusammenstellung von einan­der abstechender Pelzsorten und die Com­bination des Pelzes mit Seide und Spitzen gestalten sich diese Kragen mehr zu zierlichen Luxusgegen­ständen, als zu zweckmäßigen, wärmenden Hüllen.

Diesem letzteren Zweck entsprechen eher die Pelziacken m ihren verschiedenen Formen. Eine der beliebtesten Fasans ist die m der Taille durch einen reichverzierten Gürtel gehaltene Russenblouse mit kurzem Schößchen. Gleichbeliebt ist die kurze, anliegende PelzMe,

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sogar den Hut nicht ausnehmend.

No. Illa.

noch längere Zeit halten wird, denn sie vereinigt die verschiedensten Vor­theile in fick- Sie eignet sich gleich­gut, einem neuen, einfarbigen Kleide einen besonderen Chik zu geben, als

Wirkung versehene Seide. , _

Aus alledem ist wohl leicht zu ersehen, daß es auch dieses Jahr nicht an kostbaren sowie an preiswerthen Neuheiten fehlt und zum nahenden Weihnachtsfest wird Niemand um geeignete Geschenk« für die Damenwelt in Verlegenheit kommen können, denn an Auswahl darin ist wahrlich kein Mangel.

wie sie unsere flotte Schlittschuhläuferin (No. 114) trägt. Muff und Rockgarnitur, sowie Pelzbarett bestehen aus demselben Pelz näm­lich schwarzem Astrachan.

Ueberhaupt ist die Costümmode diesen Winter sehr ausgeprägt und sowohl Sammet als Tuch, sind die dazu verwendeten Stoffe. Obgleich meistens mit Pelz reich besetzt, werden sie doch auch öfters ohne denselben hergestellt und be­sonders Sammetcostüme wirken an sich schon so reich, daß sie gut jedes Besatzes entbehren können. Den Beweis hierfür liefert bei­folgende Abbildung (No. 112). Dieselbe stellt ein äußerst kleid­sames, braunes Sammetcostüm in Blousenform dar. Der seitliche Schluß der Blouse wird durch ein ©eibenpliffee gedeckt, welches zwi­schen den Schlitzen des Blousen- randes sichtbar wird. Hierzu passend ist das Schößchen ringsum ge­schlitzt und mit Seidenplissse unter« legt. Auch der Aermelrand zeigt gleiche Garnitur.

In den weitaus meisten Fällen werden die Straßencostüme aber

einem schon getragenen zu erneutem Glanze zu verhelfen. Hübsche Vor­lagen für derartig garüirte Kleider bieten beifolgende Abbildungen. Das erste (No. 111) besteht aus dunkel­braunem, mit schwarz gemustertem Wollstoff und ist mit schwarzen Borden ausgestattet, welche auf glattbraunem, genau passendem Tuch in ersichtlicher Weise angeordnet sind.

Die letzte Figur No. lila veran­schaulicht eine eigenartige Garnitur von an beiden Seiten eingereihlem schwarzen Moireebändchen, welches in großen Arabesken aufgesetzt wurde. Von dem neublauen, einfarbigen Tuck hob es sich in wirkungsvoller Weise ab und bildet auf diese Weise eine sehr effectvolle und zugleich leicht herzustellende Gar­nitur. Der bauschige Einsatz der Taille wiederholt die beiden Farben des Kleides - blau und schwarz als klemkarrirte, nut Changeant-

wie gesagt mit Pelz besetzt und Zobel, Chinchilla, Zibeline u. f. w. liefern das Material hierzu. Ent­gegen der früheren Mode, welche die Pelzstreifen in senkrechter Rich­tung aufsetzte, liebt man jetzt die wagerechten Besätze und oft steigen dieselben bis zur halben Höhe des Rockes auf und bedecken den ganzen Rumpf der Taille. Sie umgeben die Epauletten, den Hals- und Aermelrand, kurz, breiten sich dann über die ganze Toilette aus, .

Hier findet der Pelz, sofern er nicht als Herstellungsmaterial dient, eigenartige und zugleich reizvolle Verwendung in Form von Pompons, Halbmonden, Käfern, Schmetterlingen, Ringen und anderen Fantasie­gebilden, welche auf unsichtbaren, schwankenden Drähten befestigt sind.

Um jedoch auf die Kleiderbesätze zurückzukommen, so sei noch erwähnt, daß die diesen Herbst so sehr in den Vordergrund getretene Bordenbesatz- mode fortdauert und sich wohl auch

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