Ausgabe 
8.7.1897
 
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^^Medes Alter hat sein Hoffen, iRgK Jede Zeit ihr stilles Blüh'n;

Haltet Äug' und Herz nur offen, Laßt das Glück Euch nicht entflieh'n.

Laura Schneidt.

Der Frosch hüpft wieder in den Pfuhl, Wenn er auch säß auf gold'nem Stuhl.

Sprichwörtlich.

Das Kind der Tänzerin.

Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.

(Fortsetzung.)

Der alte Greylock runzelte die Stirn und antwortete: Es ist eine lolle Idee, die sich ihrer schon vor Jahren bemächtigt) schenke derselben keine Beachtung, mein Stnb; sie ist verrückt, wie Du deutlich aus den abscheulichen Namen ersehen kannst, die sie ihren Katzen gegeben hat. Zwischen ihr und Deinem Vater bestand einmal eine Jugendliebschaft. Laß uns nicht weiter davon sprechen) das Weib ist mir in der Seele zuwider."

Mir aber gefällt sie, Großpapa," entgegnete Ethel keck.

Sie fuhren im Sommersonnenschein nach Greylock Woods zurück. Als sie die Biegung der Chaussee erreichten, welche sie in die Nähe der alten Salzgruben brachte, legte Ethel ihre Rechte auf den Arm ihres Großvaters und sagte: Bitte, Großpapa, zeige mir d.n Fleck, wo meines Vaters Leiche gefunden wurde."

Der alte Herr schauderte zusammen und antwortete: Nein, nein, verlange das nicht von mir! Welch krankhafte Neugierde!"

Ich muß den Platz sehen, Großpapa) bitte, laß den Wagen halten, uns aussteigen und den Abhang hinunter­gehen. Mama hat mir schon vor langer Zeit die ganze Geschichte erzählt."

Die ganze Geschichte? Das bezweifle ich," murmelte Godfrey Greylock) da er aber nicht im Stande war, seiner verhätschelten Enkelin etwas abzuschlagen, so gab er endlich ihrem Bitten nach und ging mit ihr den Fußpfad hinab bis zu den Trümmern der alten Gruben.

Nun zeige mir den genauen Fleck, Großpapa," bat

Ethel fieberhaft erregt)hörst Du, Großpapa, den genauen Fleck! Ich möchte auf derselben Stelle stehen, wo mein armer Vater starb."

Mr. Greylock blickte seine Enkelin mit einem Ausdruck des Entsetzens an.Dort jener Hausen Steine und Schutt das ist der Punkt," sagte er.

Sie begab sich zu dem Steinhaufen, auf welchem Doctor Dick den Abend zuvor Mercy Poole angetroffen hatte. Dieser tobte Vater war für Ethel nur ein Schatten und Name) sie hegte keine besondere Zärtlichkeit für sein An­denken, allein ihre Augen wurden dennoch feucht, als sie an seiner öden Sterbestätte stand und der grauhaarigen, excentrischen Wirthin derKatzenherberge" gedachte.Groß­papa!" sagte sie ernst,gab es irgend einen Menschen auf der Ecdenrunde, den man der Ermordung meines Vaters verdächtigen konnte? Hatte er einen Feind?"

Ja einen) es lebte zu jener Zeit ein Mann, der, wie ich glaube, Deinen Vater tief gekränkt hatte) jedenfalls herrschten Haß und Eifersucht zwischen den Beiden. Allein der Mensch, von dem ich rede, war in der Nacht, als Robert starb, nicht in Blackport. Dieser Umstand ließ sich durch eine Menge Personen beweisen, die ihn den ganzen Abend hindurch in einem Theater New-Yorks haben sitzen sehen."

Wie hieß er?" fragte Ethel in athemloser Hast. Kenyon) Du haft wohl nie diesen Name gehört?" Nie!"

Mr. Greylock wandte sich rasch um und sagte mit ver­änderter Stimme:Wie ich hörte, ist der Mensch schon vor Jahren in New Orleans am gelben Fieber gestorben) sei versichert, mein liebes Kind, daß Mercy Poole tolles Zeug schwatzt. Jetzt komm, Du darfst keinen Augenblick länger an dieser Stelle bleiben."

Ethels scharfer Blick hatte einen Fetzen erspäht, der an einem der Steinblöcke hing) sie riß ihn los und be­trachtete ihn genau. Es war ein Stück von einem Frauen« kleide und erinnerte sie in Stoff und Farbe an das schwarze Sergekleide, das Mercy Poole diesen Morgen im Gasthof getragen hat.Sie kommt also hierher," dachte die junge Erbin. Die arme Seele! Sie muß meinen Vater wirklich sehr geliebt haben." Sie machte indessen keine weitere Be­merkungen) schweigend kehrte sie mit ihrem Großvater nach der Kutsche zurück, und balo hatten sie das Herrenhaus erreicht.

Einige Tage später begab sich Ethei mit ihrem Groß­vater und Miß Pamela nach New-York, wo sie jeden Wunsch ihres Herzens befriedigen und auf Rechnung des alten