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$0$ Fahrrad im Dienste der „weisen Frau".
In unserer fortgeschrittenen Zeit war er vorauszusehen, daß auch die „weisen Frauen" sich deS modernen Communi- cation-mittelr, deS VeloripedeS, bedienen werden. Frau Emilie Killmann in Wien hat den Anfang gemacht und das Zweirad gewählt, um rascher zu ihren Kunden gelangen zu können. Sie ist die erste radfahrende Hebamme in der österreichischen Hauptstadt und deshalb bringt das dortige „Jllustrirte Extrablatt" ihr Porträt, hoch zu Roß, die Jn- strumententasche an der Lenkstange. Gleichzeitig widmet Julius Bauer ihr im gleichen Blatte eine stattliche Reihe von Versen, von denen wir die folgenden wiedergeben:
Wohl mir, daß ich ein Enkel bin! Ich danke dem Himmel die Gnade, Daß er mich noch Eines erleben ließ: Die Hebamme auf dem Rade.
Mt Blitzesschnelle fährt sie dahin, Der Menschheit zu Nutz und Frommen; Ich hätte wahrlich gute Lust, Noch einmal zur Welt zu kommen!
Schon wird das Ammenmärchen verlacht
Von allen Buben und Madeln;
Der Storch wird seines Amtes entsetzt, Der Elende kann nicht radeln.
Noch nie hat meines Wissen» ein Storch Auf einem Zweirad gesessen, Dagegen fährt die weise Frau Den Umständen angemessen.
Die Tasche verhüllt daS Instrument, Dem wir so Vieles verdanken, Da« selbst Molidre nicht hat verschmäht Im „Eingebildeten Kranken".
(Bauer kommt auch auf das Theater zu sprechen, zählt einige Stücke auf und fährt sodann fort):
Die Stücke darf jede Hebamme seh'»
Mit freien und offenen Blicken;
Ich würde dagegen Dich nimmer und nie Zur „Jungfrau von Orleans" schicken. Nun radle weiter, auf daß es nicht heißt, Daß Deine Kunst ich gefährde;
Sonst kommt vielleicht ein Menschlein zu spät Auf diese erbärmliche Erde!
Du radelst gut, Du radelst famos Für unsere künftigen Lieben, Die dankbar preisen werden dai Jahr Des AllheilS Neunzigundsieben.
Ich habe mich über den Gegenstand Mt Lust und Liebe verbreitet, Weil eine weise Frau auf dem Rad Gewiß ein Ereigniß bedeutet.
Und steigen ihrer noch mehr zu Rad, Dann rufen Jene und Diese: Nachkommen heißt daS Feldgeschrei, Vorsahren die Devise.
Hattet Nachschau in Eurem Kartosselkeller! Besonder- ist öfteres Umlesen nothwendig, damit die faulen Kartoffeln nicht die guten anstecken. Fleißiges Lüften bei trockenem, warmem Wetter verhindert das vorzeitige Keimen. Mit dem Lüften muß man aber vorsichtig sein, da in starl! abgekühlten Kellern die Kartoffeln leicht süß werden.
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Gegen Ameisenbitz ist das Eintauchen in oder Betupfen der verletzten Stelle mit kalter Milch das beste Linderungsmittel.
Gegen Heiserkeit ist der Gebrauch des kalten Wassers innerlich und äußerlich sehr zu empfehlen. Der Patient
trinkt des Morgens während des Ankleidens ein Glas srischeS, klares Waffer, aber nicht auf einmal- auch muß den ganzen Tag hindurch fortwährend eine kleine Quantität frischen Waffers getrunken werden. DeS Abends vor dem Schlafengehen nimmt der Kranke eine Serviette, taucht sie in kalter Waffer, drückt dieselbe aus, faltet sie zusammen wie ein Halstuch und legt sie sich um den Hals- eine trockene Serviette wird ebenfalls zusammengefaltet, über die erste gelegt und befestigt. AlSdann lege sich der Patient in's Bett und decke sich recht warm zu, um eine neue Erkältung zu verhüten. Diese Kaltwasserkur, etwa acht Tage fortgesetzt, wird daS Uebel sicherlich beseitigen.
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Ein neues Mittel, den fürchterlichen Hnften beim Vchlncken schnell zn beseitigen. Bisher hatte man es in der Gewohnheit, daß man den Betreffenden, welcher sich verschluckt hatte, heftig auf den Rücken klopfte, was allerdings in einzelnen Fällen, in den meisten jedoch nichts half. Nun aber soll eS viel wirksamer sein, wenn der Hustende einfach beide Arme nach oben kräftig streckt.
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Behandlung der Flaschenkorke. Die Flaschenkorke muß man unmittelbar, bevor sie verwendet werden, mit siedendem Waffer abbrühen und noch feucht und warm zum Verkorken verwenden. Das beim Zusammendrücken der Korkes von der Maschine allenfalls ausgedrückte Wasser wischt man mit einem reinen Schwämmchen ab, bevor man die zn verkorkende Flasche darunter stellt.
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Rindfleisch nach Burgunder Art. Ein Stück Rindfleisch vom Hinterrücken klopft man tüchtig, schneidet eS in Scheiben und läßt es über lebhaftem Feuer sich bräunen. Dann streut man Mehl über die Fleischstücke und rührt sie einige Augenblicke mit einem hölzernen Löffel hin und her, worauf man ein GlaS guten Rothwein und ebensoviel Auflösung von Liebigs Fleischextract beifügt. Hierauf salzr und pfeffert man und fügt die üblichen Gewürze, sowie Champignons und in Butter gebräunte Zwiebeln hinzu uns läßt daS Ganze auf stillem Feuer eine Stunde dünsten. Nunmehr richtet man das Fleisch auf einer flachen Schüssel an, schüttet die Sauce, nachdem man sie durch ein Sieb gegossen hat, darüber und garnirt eS mit den Champignons und Zwiebeln. ___________
Literarische»
„Aus fremden Zungen." Eine Halbmonatsschrift. Heft 7 (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Nachdem mit dem letzten §e te beS 1. Quartals der fesselnde Roman Guy de Maupassants „Unser Her," zum Abschlüsse gelangt ist, bringt das 7. Heft den Anfang eines der neuesten und interessantesten Produkte der russischen Literatur, P. Boborylins Erzählung „Der Mörder". Eingehend und mit feinster Beobachtung schildert der Verfaffer, der hier in den Bahnen der französischen „Psychologen" wandelt, den Seelenzustand und das tragische Verhängniß eines Mannes, der die Frau eines Andern heimgefuhrt hat, nachdem er den Gatten im Duell erschossen. Obwohl er durchaus ehrenhaft gehandelt hat, vermag er sich doch des errungenen Glucke nicht zu freuen und geht, von Seelenqualen gepeinigt, als em Opfer ° Dämons Liebe einem düsteren Ende entgegen.
lieber die durchschnittliche Lebensdauer des Menschen in den wt« f(Siebenen Epochen entnehmen wir folgenbe interessante Gmzeiyei einem Aussatz ber .Ivvfletrt«« (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt) Heft 18: Unser Gesundheitszustand ist ein viel besserer als ° jenige unserer Vorfahren. Dies beweist namentlich die ganz sicher 11- gestellte Thatsache, daß sich die mittlere Lebensdauer der Menschen, v. Tage der Geburt an gerechnet, im Laufe der letzten drei bis vier y Hunderte beinahe verdoppelt hat, daß also der einzelne Mensch, w <9 heutzutage zur Welt kommt, eine fast doppelt so große Aussicht har, zu werden, wie sie der vor mehreren hundert Jahren Geborene h Während man die mittlere Lebensdauer im Mittelalter mit de ». führen Zahl von 21 Jahren annimmt, wird sie für die Jetzt;
40 Jahren angenommen.
Redaetion: «. «cheyda. - Druck und «erlag der Brübl'schen UniversttätS-Buch- und Eteindruckerei (Pietsch » «cheyda) m ®i*x'
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