Ausgabe 
8.5.1897
 
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HambGsH'

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1807. - «t. 58.

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Fata Morgana.

Ikovelle von H. 9ten6.

Du fragest, waS wir sollen? Immer nur das Gute wollen, Mße Nach dem Schönen rastlos streben, Wahrhaft sein in Tob und Leben, Vorwärts, nie zurücke schreiten, Gegen das Gemeine streiten, Sich dem Edelsten vereinen, Was wir sind, «mch immer scheinen! Hast Du dieses Ziel errungen, Ist Dir, was Du sollst, gelungen.

(Fortsetzung.)

Cenglin untersuchte den bewußtlosen Mann, stellte einige Fragen an die Umstehenden und versuchte eann Therese I leise aus der Thür zu schieben. ,,

Es ist der Typhus in seiner schrecklichsten Gestalt, I flüsterte er. v I

Was thut's! Vielleicht kann man durch gute Lust, I vernünftigen Rath hier Wandel schaffen."

Ich werde Alles besorgen, an Alles denken, nur um Gotteswillen gehen Sie." ;r

Warum? Glauben Sie, daß mir das Leben lieb ist, daß ich Ursache habe, das Sterben zu fürchten?

Verdutzt blickte er sie an, doch ließ er e- geschehen, daß sie mit der Frau des Kranken sprach, dieser Geld für Medicin und Lebensmittel gab, und folgte ihr dann gedanken­voll über den Hof in das kleine Wohnhaus, in welchem schon manche freiherrliche Wittwe einsam ihren Lebensabeni ver- bracht. , .

Noch nie waren die niederen, feuchten Zimmer mrt en kleinscheibigen Fenstern ihr so finster und unfreundlich er schienen wie heute. Wie Moderluft schlug es ihr von den mit Stockflecken bedeckten Wänden entgegen. Sie stieß die Fenster auf, doch das vorspringende Dach verwehrte der Sonne den Eintritt, nur einige bleiche Lichter spielten an der kellerartig gewölbten Decke, huschten über den dürftigen, veralteten Hausrath.

Sie schauerte zusammen, und Plötzlich dachte sie daran, daß in der schönen Welt dort draußen so viel tausend glück­

liche Menschen im Sonnenschein sorglos dahinwandelten und nicht einsam zu frieren und zu darben brauchten.

Walter war neben ße getreten und sah nur auf den öden Hof hinaus, in welchem einige struppige Hühner sich um die Regenwürmer stritten, die der Sonnenschein hervor- $Und wenn der Baron die Augen schließt, werden S e hier die Arme fröstelnd über der

Brust verschränkte. , , v ...

Das ist nicht denkbar. Für eme zitternde Greisin, die mühsam mit dem Stocke sich umhertastet, mag es wohl ein Zufluchtsort sein, aber Ihnen winken noch alle Freuden des Lebens, Sie sind jung."

,Iunq!" Verächtlich schürzte sich ihre Lippe.

glaube kaum, daß ich an Jahren etwas vor Ihnen voraus habe. In der Rosenzeit, welche Ironie, werden es steben- undzwanzig Jahre, daß das Glockenspiel des Stephansdomes meinen ersten Schritt begleitete."

Unmöglich," wollte er rufen, doch er verschluckte das banale Compliment. Er hatte es ja nicht mit Almv oder i deren Freundinnen zu thun.

Wenn man nachgerade so alt geworden tft, sollte man doch vernünftig sein, und sich nicht vor Gespenstern furchten sagte sie, aber der Mund war bleich und die Stimme bedeckt.

.Und was liegt auch daran, wie man den Rest vom Leben verbringt," fuhr sie fort.Hier nebenan ui der schmalen Kammer, aus welcher es noch immer ""e leiser Lavendelduft quillt, ist die Großmutter von Onkel Gustav gestorben, sie war die letzte Bewohnen» und ist gegen

8'- M°« li- m Fn'd.» ruhen. Aber Sie, Therese, mit Ihrem heißen Herzen und den nach Glück suchenden Augen."

I Stille' Hier im Wittwenhaus giebt es kein Herz, kein Glück, hier ist Alles nur Moder und Asche."

Herzkönigin! Schönste Frau!"

Hatte er es gerufen, später wußte sie es selbst nicht mehr Mit fliegendem Äthern saß sie bald neben ihm au dem schmalen Wagensitz, und ihre Hände hielten d,e Zugel nicht mehr so fest wie bei der Heimfahrt.

Nun lag ein großer Stein inmitten des Weges- in I ihrer Verwirrung hatte sie dessen nicht Acht. Ein Ruck, ein heftiger Anprall, Beide flogen in die Höhe, und Walter legte wie schützend den Arm um sie.

I Es war nur während der Dauer einer Secunde ge«

eine An­stellungen : wundir- in seiner draußen, mgelangt. irgen mit jetzt Früh- noch vor­wäre es, :g Deinen

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