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Wir fahren heute Abend in das Theater!" fährt der Oberstlieutenant fort,Du bist zu allen Herren sehr liebens­würdig, den Grafen Hartwig behandelst Du möglichst gleichgültig, verstanden?">

Pia nickt und schweigt. Das Theater! ein entsetzlich neutraler Boden, wie geschaffen für derartige Begegnungen! Nun, Gott sei Dank, gestatten es die Mitteln der Eltern nicht, daß sie es ost besucht.

(Fortsetzung folgt.)

Gemeinnützige».

Gefälschten Honig zu erkennen. Mau versetze eine Probe des zu prüfenden Honigs mit der doppelten Menge Spiritus und schüttele beides recht stark um. Bildet sich hiernach ein trüber Niederschlag, so ist der Honig mit anderen Stoffen versetzt, da reiner Honig sich in Alkohol völlig auflöst.

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Selvstgeferttgte Speisekarten. Selten läßt die Hausfrau oder die geschickte Tochter des Hauses sich's heut­zutage nehmen, ihre Festtafel durch eigenhändig hergestellte Speisekarten zu vervollständigen. Wer in diesem Genre Originelles schaffen möchte, wählt vielleicht eine Karte in Form eines Pfefferkuchens. Dieselbe wird in Buchform aus dünner, gelbbrauner Lederpappe geschnitten. In die vier Ecken der oberen Deckelsiäche leimt man Mandeln imi- tirend je drei kleine halbirte Kürbiskerne, welche zuvor mit elfenbeinweißer Oel- oder Emaillefarbe überzogen sind. Die leere Mitte der oberen Deckelfläche füllt die mit Zucker­guß hergestellte Inschrift:Für artige Kinder", die mit Hilfe einer Gänsekielfeder mit breiter Spitze aufgetragen wird. Die inneren Deckelflächen werden mit weißem Papier beklebt, auf welchem mit zierlicher Rundschrift oder Fraktur­schrift die Speisefolge verzeichnet wird. Als Speise- und Tischkarte ferner dienen eine Sectflasche nebst Kelchglas. Erstere wird in ca. 15 Ctm. Höhe aus glattem, grünem Gelatinepapier geschnitten und mit einer blumenverzierten Etikette aus Silberpapier versehen, welcher das Menu auf- georuckt ist. Äie Metallkapsel am Halse wird durch auf­geklebtes Staniol imitirt und an der Rückseite der Flasche eine Gelatinestütze aufgeklebt, welche das Aufstellen der Flasche ermöglicht. Neben der letzteren steht ein ca. 10 Gtnt. hohes, aus weißem Gelatinepapier geschnittenes Kelchglas, auf dem der mit Goldtinte geschriebene Name des Tischgastes vermerkt wird. Eine leichte Blumenmalerei oder Gold Arabesken um­geben denselben. Recht hübsch sind auch kleine, den nämlichen Zweck vertretende Kochbücher. Hierzu besorgt man sich vom Buchbinder rothes, grünes oder gelbliches Skytogen, ein starkes, mit einer Lederschicht überzogenes Papier, schneidet davon eine beliebige Anzahl 9 Ctm. hoher, 13 Ctm. breiter Theile, faltet dieselben in ihrer Mitte nach Art eines Buch­deckels zusammen und klebt die mit Goldtinte auf Glacv- papier geschriebene Speisenfolge hinein. Auf den oberen Buchdeckel schreibt man mit GoldtinteGesammelte Koch- recepte" und führt rings herum mit gleicher Tinte zierliche Rokoko-Arabesken aus.

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Blumentöpfe. Sehr hübsch aussehende Blumentöpfe, die jedem Fenster zur Zierde gereichen, kann man ohne Mühe folgendermaßen Herstellen: Gewöhnliche irdene Blumentöpfe, solche, die unten leicht gerundet sind, sehen gefälliger aus, beklebt man mit zierlichem gepreßten Blattwerk, das man in gleichmäßigen Abständen zu vier Sträußen ordnet. Nach dem Festtrocknen übermale man Blätter und Stiele mit ver­schiedenen Broncefarben, lasse auch diese trocknen und über­

ziehe sodann die ganze Außenfläche des Topfes mit wasser­hellem Spirituslack, der die Blätterdecoration vor dem Ab­lösen schützt und dem Topfe ein porzellanähnliches Aussehen verleiht. Diese hübsche Arbeit bietet namentlich Damen mit schwachen Augen einen angenehmen Zeitvertreib für die langen Herbst- und Winterabende.

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Hausmütze für Herren. Als Material empfiehlt sich dunkelbrauner Sammet oder feines Tuch, woraus man eine ungefähr 18 Ctm. in der Diagonale messende Rundung für den Boden und einen 60 Ctm. langen, 15 Ctm. hohen Streifen für den Rand schneidet. Nachdem beide Theile mit beliebiger Mustervorzeichnung versehen worden, wird letztere mit Seide im Platt- und Stielstich ausgeführt oder man näht, den Musterconturen folgend, Goldsoutasche auf, was sich vielleicht noch hübscher ausnimmt. Nach Vollendung der Stickerei wird sowohl der Boden als auch der Randstreifen mit Steifgaze unterlegt und mit leichtem dunkelbraunem Seidenfutter versehen. Dem Boden ist zwischen Futter und Gaze eine dünne Watteschicht einzufügen. Dann werden beide Stofftheile zusammengenäht, wobei der Rand beständig eui wenig einzuhalten ist.

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Frisier-Umhang. Wer genöthigt ist, seine Frisur mehrmals am Tage aufzufrischen und die Unbequemlichkeit scheut, welche das Ueberziehen des Frisiermantels über die modernen weiten Aermel mit sich bringt, sollte sich zu diesem Zwecke einen leicht überzuwerfenden Umhang fertigen, der nicht nur sehr leicht herzustellen, sondern auch bedeutend wohlfeiler ist als ein Frisiermantel. Als Material empfiehlt sich cremefarbener LeinencrZpe. Hiervon schneide man zwei je 30 Ctm. hohe, 42 Ctm. breite Theile, schneide sie oben am Halse nach Art eines Kinderlätzchens aus, verbinde sie auf der rechten Achsel mittelst einer schmalen Doppelnaht und säume dann sämmtliche Randsetten schmal um. Die offen gebliebenen linksseitigen Achselränder werden durch Haken und Schürzöse oder Knopf und Knopfloch geschlossen. Sämmtliche Randseiten einschließlich der Halsöffnung werden mit bunter Kreuzstichborde in Maschinenstickerei garnirt. Eine creme­farbene waschbare Franse ergiebt den unteren Randabschluß.

Humoristisches.

Aus der guten alten Zeit. Alter Soldat (zum Rekruten):Und wenn Du Dich vor Beginn einer Schlacht orientiren willst, schau, wohin der Herr General reitet in der entgegengesetzten Richtung steht der Feind." * * *

In der Sing st und e. Lehrer in Quarta:Bis zur nächsten Stunde müßt Ihr Euch Alle den Liederschatz an­geschafft haben/ daß mir ja Keiner von Euch ohne Schatz in die Schule kommt!"

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Trost. Erster Schauspieler:Mein armer Vater hat mich wohl tausendmal gebeten, ich möchte nicht Schauspieler werden." Zweiter Schauspieler:Na, gräm' Dich nicht, alter Freund, Du bist ja auch keiner geworden."

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Aus dem Tagebuch eines alten Ehemannes. Das Weib ist das einzige Licht in dem sonst so dunklen Dasein des Mannes/ schade nur, daß er es so oft putzen muß!" * * *

Einem Sonntagsjäger in's Stammbuch:

Das Hasentresfen fällt Dir schwer?

Recht wohl erklär' ich's mir: Zwei Läufe nur hat Dein Gewehr, Der Has' hat aber vier!"

Rcdaction: 8L Echeyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Bicßen.