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Thierschuh im Winter.
Me mitleidigen Freunde der Thierwelt mögen in den kalten Wintertagen folgende Mahnungen beherzigen und befolgen: Den Vögeln spende täglich frisches Futter, z. B. allerlei Körner und Sämereien (als Vogelfutter käuflich), Speisereste, nicht ganz abgelöste Knochen, zerkleinerte Fleischstückchen, zerschnittene Nußkerne, Stückchen Talg, Speck, Schinkenreste u. s. w. Diese Stoffe lege auf die Fensterbank oder auf ein Brett, welches vorher vom Schnee zu befreien ist. Solche Uebung der Barmherzigkeit übertrage den Kindern, welche große Freude daran finden. Die Thiere des Waldes vor dem Verhungern zu schützen, ist die Pflicht der Jagdliebhaber: „Ein echter Jäger — ein Wildheger." Der an der Kette liegende Hofhund ist durch ein wohlverwahrtes, gut gedecktes Häuschen vor Kälte und Schnee möglichst zu schützen. Seine Lagerstätte werde öfters mit frischem Stroh und Teppichen belegt und stets warm und reinlich gehalten. Man lasse den armen Gefangenen jeden Tag einige Stunden los, damit er sich frei bewegen und freuen kann. An Futter bedarf das Thier jetzt mehr als im Sommer. Sein Trinkgefäß werde täglich gereinigt und mehrmals frisch gefüllt.
Zughunden binde man eine wärmere Decke auf und lege ihnen, wenn sie ruhen, einen Teppich unter, welcher nach dem Gebrauche vom Schnee befreit und getrocknet werden muß. Diese Gehilfen der Menschen müssen im Winter reich, ltche Nahrung bekommen und es darf ihnen die nöthige Ruhe und Erholung nicht versagt werden. Pferde lasse man bei kaltem Wetter im Freien niemals unbedeckt und lange stehen. Die Hufeisen müssen öfters geschärft werden. Es empfehlen sich solche mit eingeschraubten Stollen, welche, wenn sie abgenutzt sind, leicht durch neue ersetzt werden können. Das Geschirr bewahre man im warmen Stalle auf.
Ist dasselbe dem Frost ausgesetzt und wird dann das eiskalte Gebiß dem Pferde in's Maul gelegt, wie es leider in manchen Gegenden noch geschieht, so werden dem armen Thiere schwere Verletzungen an Lippen und Zunge und große Schmerzen verursacht. Solche schreckliche Thierquälerei wird leicht vermieden, wenn die Eisentheile vor dem Gebrauche in warmes Wasser getaucht oder mit einem warmen Lappen gerieben werden. Dieses ist auch nöthig, wenn die Pferde im Freien Futter bekommen und ihnen dabei das Gebiß herausgenommen wird.
Daß bei Glatteis keine zu schwere Last aufgeladen werden darf und bei Steigungen Vorspann zu nehmen ist, versteht sich für jeden verständigen Fuhrmann von selbst. Sämmtliches Vieh erhalte zur Winterszeit reichliches Futter. Die Ställe sind gegen Kälte und Zugluft gut zu verwahren, die Krippen vor jeder Fütterung zu reinigen. Soll sich das Vieh behaglich fühlen und gut gedeihen, so gebe man reichlich warme Unterstreu und wechsle dieselbe öfter, so daß sie stets locker und trocken, reinlich und weich bleibt.
G-nr-innÄtzig-O.
Blühende Zweige kann man im Winter haben, wenn von Kirschen, Springen, gefüllten Pflaumen Ende Novemberoder Anfangs December Zweige mit Blüthenknospen ge- geschnitten werden, die man ins Wasser stellt. Anfangs bringt man, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, da- Gefäß in ein kaltes Zimmer, später in die warme Wohnstube oder Küche, wo sich die Knospen entwickeln können und auch richtig aufblühen. Das Wasser muß immer die Wärme des Zimmers haben.
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Daß Gänseschmalz sich neben vielen anderen Zwecken, als ganz besonders schmackhaft und vortheilhafter wie Butter,
als Zuthat beim Backen von Kuchen und Weißbrod verwenden läßt, ist wohl hinlänglich bekannt. Allgemein bekannt dürfte es aber nicht sein, daß man, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, Gänseschmalz um diese Zeit in Flaschen gefüllt und gut verkorkt, nicht nur Sommer über, sondern bis es wieder frisches Schmalz gibt, vollständig wohlschmeckend erhält, während es auf die gewöhnliche Art, z. B. im Steintopf ausbewahrt, schon gegen Anfang des Sommers einen unangenehmen öligen, fast ranzigen Beigeschmack hat.
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Anisbrod (zu Thee, Wein rc.). 125 Gramm Zucker mit 7 Eigelb gerührt, das Gelbe einer Citrone, etwas Anis und 50 Gramm Pomeranzenschalen, 150 Gramm Mehl und den Schnee von 7 Eiern. Die Masse wird in eine längliche Blechform gefüllt und langsam gebacken, wenn erkaltet, in Schnitten geschnitten und gebäht.
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Mandelzwiebaök. 200 Gramm Zucker werden mit fünf ganzen Eiern, etwas Zimmt und 375 Gramm Mehl zu einem Teig gewirkt. Von diesem Teig werden fingerlange Stängel geschnitten, dieselben in geschälten, kleingeschnittenen Mandeln gerollt und auf mit Butter bestrichenem Blech im mittelheißen Ofen gebacken.
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Punsch-Effenz. Man nimmt, um 1 i/t Flaschen Essenz zu erhalten, 4 Citronen, reibt die Schalen etwas an 370 Gr. Zucker ab, klopft diesen klein, thut ihn in eine Messingpfanne und preßt allen Citronensaft darüber aus. Auf gelindem Feuer unter stetem Umrühren läßt man den Zucker vergehen und bis zum Kochgrad kommen. Hierauf wird die Pfanne vom Feuer entfernt und unter weiterem Umrühren V, Liter Arac zugesetzt. Sobald der Saft sich damit verbunden hat, füllt man die Essenz in Flaschen und verkorkt sie gut. Der Geschmack derselben ist ein vorzüglicher und hat vor den käuflichen Essenzen bedeutende Vorzüge: er schmeckt besser und hinterläßt kein Kopfweh am anderen Tage.
Hrrinsvistisch-r.
Sachverständig. Im Hause eines sehr reichen Emporkömmlings sollte eine äußerst reichhaltige Münzen- und Medaillensammlung bestehen. Ich eilte hin, um all die antiken Dinge zu bewundern. Der Herr des Hauses empfing mich ehr liebenswürdig und wies mit Stolz auf die glänzenden Münzen und Medaillen, die er besaß. „Aber ich möchte die alten Medaillen sehen," sagte ich etwas ungeduldig. — „Das md die alten," erwiderte, sich stolz in die Brust werfend, der Mann des Geldes, „wenn ich eine sehr alte Münze kaufe, so lasse ich sie immer gleich vergolden."
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Seltsame Annoncen. „Wegen Mangel an Raum ist ein Siegelring zu verkaufen." — „Ein Kegelbub, welcher bereits bei den bedeutendsten Bahnen angestellt war, sucht eine ähnliche Stellung." - „Agenten, welche in Thierhäuten reisen, werden sofort ausgenommen."
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Nach der Verheirathung. Junge Frau: „Mein Mann ist doch zu gut; täglich überhäuft er mich mit den Beweisen seiner Liebe. Erst gestern hat er mich wieder in die Lebensversicherung eingekauft."
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Er weiß es besser. „Station Rawitsch," ruft der Schaffner ins Coupee beim Halten des Zuges, „fünf Minuten Aufenthalt." — „Das werden Sie wissen," antwortet der soeben angekommene Zuchthaussträfling, „Acht Jahr und drei Monate dauerts."
dackion: SL Echeyda. - Druck uub »erlag der Brühl'schen Univerfitürr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Echeyda) in Gießen.


