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Kannst Du Dich wundern, daß der Gedanke an Alles das I Bangen, mir an diesem Morgen das Herz bluten macht?" f'ni

" u .Wenn Du mich liebst wenn Du mich je ge­liebt" hast, so schwöre mir, Ethel!"

Und sie war wie Wachs in seinen Händen. Die Ge-

Ethels Gesicht war sehr blaß, als sie es emporhob, um seine feurigen Küsse zu empfangen- sie liebte diesen thea­tralischen Musiklehrer mit seinem Mantel, seinem breiten Hute und seinen schmelzenden Creolen-Augen, wie nur ein romantisches, unvernünftiges Mädchen lieben kann.Es ist grausam von Dir, so zu reden," sprach sie endlich-kannst Du mir nicht trauen, Arthur? Großpapa ist meinSclave- er liebt mich abgöttisch es giebt nichts, das er nicht für mich thnn würde. Er mag stolz sein, mag Rang und Retchthum lieben, allein er wünscht mich glücklich zu machen. Er wird mich nie zwingen, gegen meinen Willen zu heirathen - er wird nie zwischen mir und dem Gegenstand meiner eigenen Wahl stehen!"

Arthur lächelte traurig und ungläubig.Meine Liebe, ich fürchte, Du täuschest Dich," sprach er seufzend-wenn er diesen Morgen kommt, um Dich von hier fortzunehmen, so sage ihm:Ich liebe einen Mann, der sich durch Musik­unterricht ernährt einen Gentleman von guter Geburt und Familie, wie Du selbst- er war einst reich, aber jetzt ist "er arm- ich bin eine Erbin, und er besitzt nichts- dennoch liebe ich ihn, und er betet mich an. Sage ihm dies und sei überzeugt, daß er Alles in Bewegung setzen wird, uns für immer zu trennen, dafür zu sorgen, daß wir uns nie wieder sehen werden."

walt, welche dieser geheimnißvolle Musiklehrer über sie er­langt hatte, war geradezu unheimlich, sie vermochte seiner Berührung, seinen Blicken, seiner Stimme so wenig zu wider­stehen wie die Blätter des Baumes der Macht des Windes. Noch einen letzten schwachen Versuch machte sie.Arthur! Habe Erbarmen!" flehte sie;schone mich- es mag vielleicht nicht in meiner Macht stehen, zu thun, was Du von mir verlangst."

Es muß sein- es soll sein!" rief er wild auS; mein bist Du- als mein Eigenthum werde ich Dich zu jeder Zeit und an jedem Orte kühn verlangen. Schwöre!"

Ich schwöre!" stammelte sie, halb ohnmächtig.

Ich rufe den Himmel ' ja, und auch die Hölle zu Zeugen Deines Schwures an, Ethel!" rief er frohlockend, indem er sie an seine Brust zog und ihr die verlorene Röthe wieder auf die bleichen Lippen küßte. In diesem Moment schlug die Uhr auf dem nahen Thurme sieben.

In geringer Entfernung ließ sich in dem Gesträuche eine weibliche Stimme, vernehmen:Miß Grehlock, wo sind Sie?"

Es ist Miß Hale," flüsterte Ethel beunruhigt-oh, Arthur, wenn sie Dich hier findet, so sind wir Beide ver­loren !"

Er war sich der Gefahr wohl bewußt. Seit sechs

Ihre schönen Arme schlangen sich inniger um seinen Monaten war dieser Mann das Ideal des Pensionats- Hals.Dann will ich schweigen," seufzte sie-wir müssen jeöeg Mädchen hatte ihn seiner dunkeln, romantischen Schön- unser Gcheimniß noch etwas länger bewahren- nichts soll s^er vorzüglichen Tenorstimme und seines bezaubernden uns von einander trennen! Ich liebe Dich um so inniger, Spieles halber angebotet, aber auch ihn seines unverschuldeten da Du sehr vom Unglück verfolgt, so verarmt bist!" Mißgeschickes halber bemitleidet. Und dennoch war sein Be-

Und doch," entgegnete er mit vorwurfsvoller Zärtlich- | M;men ftt dieser verlockenden Situation tadellos geblieben, feit,wolltest Du Dich vor acht Tagen nicht mit mir trauen I toett die Vorsteherin und ihre Lehrerinnen wußten und lassen, als ich Dich auf meinen Knieen darum beschwor!" hatte Monsieur Regnault unter allen diesen reizenden

Ich konnte nicht, Arthur. Der Gedanke an Großpapa | Mädchen sich mit dem Ernst und der Würde eines dem

hielt mich zurück- er war stets so gütig und edelmüthig | Greisenaltcr Nahestehenden benommen.

gegen mich- ohne sein Wissen und seine Einwilligung zu drückte das geliebte Mädchen an die Brust, bedeckte

heirathen schien mir eine gottlose That schwarzer, Herz- jhx schönes, erschrockenes Gesicht mit Abschiedsküssen und

loser Undank. Laß uns Geduld haben- er wird uns seinen s^ch.Gedenke Deines Schwures! Ich bin Dein, und

Segen nicht vorenthalten." I ®u hist mein - Tod und Verderben dem, der uns zu trennen

Mein armes Kind! Ich bin älter als Du- ich kenne I ^cht! Lebe wohl- auf Wiedersehen!"

die Menschen besser. Wenn Du diesen Ort erst verlassen I Mit diesen Worten entrang er sich ihren Armen und ver­haft, wird Deine Liebe zu mir auf eine schwere Probe ge- schwand unter den Bäumen, gerade als Miß Hale aus dem stellt werden. Ich bin von eifersüchtigen Befürchtungen er- Gesträuch hervortrat.

füllt- schwöre mir Ethel, daß Du mir, komme, was da wolle,3^ Großvater ist augekommeu, Miß Grehlock, und treu bleiben willst!" erwartet Sie," sagte die Lehrerin -haben Sie Ihren Ring

Ehe sie wußte, was er that, hatte er sie unter den I gefunden."

herabhängenden Aesten eines Baumes auf die Knie gebracht. I Ethel wurde über und über roth.Nein," antwortete Er war voll Besorgniß, dieses Mädchen zu verlieren, und sie-es thut aber nichts- Großpapa wird mir einen anderen er war entschlossen, daß keine Macht auf Erden sie ihm ent- I kaufen."

reißen sollte. Sein dunkles, südländisches Gesicht war asch- I Mit diesen mühsam hervorgestammelten Worten wandte |tc fall geworden- seine schwarzen Augen funkelten wie feurige sich um und eilte, ohne sich weiter um Miß Hale zukümmeny Kohlen.Schwöre mir, nie vergessen zu wollen, daß Du mit brennenden Lippen und mächtig pochendem Herzen nach einzig und allein mir angehörst trotz aller Großväter bem Hause zurück und in das Empfangszimmer.

und aller englischen Baronets in der Welt!" I Godfrey Grehlock, zwar neun Jahre älter, aber noch

Ich schwöre!" antwortete sie. I immer so aufrecht und gebieterisch wie zur Zeit, da wir ihn

Wohin Du gehst, werde ich Dir früher oder später nach- I zuletzt sahen, harrte auf das Erscheinen seiner einst so ver­folgen- ich kann ohne Dich nicht leben. Ethel, schwöre mir, I achteten, jetzt aber angebeteten Enkelin. , . (,

daß Du nicht zaudern und zagen wirst, wenn ich eines | Sie flog in seine Arme, und er drückte sie an sem Tages kommen werde, um Dich zu der Meinigen zu machen- Herz, als ob er sie seit Jahren nicht gesehen hätte.

schwöre mir, daß Du mich heirathen willst offen, wennOh, Großpapa, wie freue ich mich, daß Du gekommei wenn es möglich ist, heimlich, wenn es sein muß! Schwöre I hist, mich endlich abzuholen!" rief sie, von einem plötzliche! mir, daß kein Lebendiger und kein Todter zwischen uns I nervösen Zittern überwältigt. .

treten und uns von einander trennen soll, wenn ich komme, I Mr. Godfrey hielt Ethel aus Armeslänge von sich u um Dich als mein Weib heimzuführen!" j prüfte ihr Gesicht mit einer Zärtlichkeit, die nur sie m

Ein eisiger Schauder durchlief das knieende Mädchen, kalten Augen zu zaubern vermochte.Was ist Dir, Ethe eine Vorahnung künftigen Unglücks, die ihr die Lippen ver- I sagte er -Du hast Dich in den drei Tagen sei siegelte. Unwillkürlich zog sie ihre Hände aus denen ihres Prämirung sichtlich verändert- Du bist ja lerchenblatz, Geliebten. etwas mit Dir vorgegangen!" -

Allein er ergriff dieselben wieder mit eifersüchtigem j Sie küßte den alten Herrn und suchte ihre Ve g