Ausgabe 
30.7.1896
 
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Umgekehrt geben wieder andere Organe, wenn ste einer Gesundheitsschädigung ausgesetzt sind, der Nase durch Reslex- wirkung Warnungssignale, damit uns diese auf die drohende Gefahr aufmerksam macht. Haben empfindliche Personen sich demZuge" ausgesetzt, oder find ihre Füße oder andere Kör- pertheile naß geworden, so vermehrt sich fast sofort die Schleimabsonderung der Nase und ein heftige« Niesen beginnt: eine nicht mißzuverstehende Aufforderung, daß man sich durch energische Körperbewegung wieder erwärmen und die durchnäßte Kleidung durch trockene ersetzen soll.

Wir sehen also, daß unsere Rase als Wächter der Gesund­heit eine überaus wichtige Rolle spielt. Gewöhnlich aber hören wir auf diesen Warner leider ebenso wenig, wie auf jenen in unserm Innern befindlichen moralischen: das Gewissen. Wohl rümpfen die Leute die Rase, wenn ste aus der frischen, reinen Luft draußen in die mit Ausathmung«- und Ausdünstungs­gerüchen verpestete Wohnstube oder in eine mit Kohlensäure, Tabaksqualm und anderemOdeur" erfüllte Restauration treten, aber sie fahren nicht etwa entsetzt aus dieser gesund­heitswidrigen Atmosphäre zurück oder springen sofort an die Fenster und reißen diese weit auf, sondern nehmen stumpf­sinnig pardon Platz mit dem Trostgedanken:Daran muß man sich eben gewöhnen!" Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß in Zukunft Jedermann den Weisungen und Warnungen seiner Nase williger folgt zu Nutz und Frommen seines ganzen körperlichen Gesundheitszustandes.

Sparsamkeit.

Geld zu erwerben ist nicht immer schwierig; sehr schwierig aber ist die Kunst, im Besitze des Errungenen zu bleiben. In beiden Fällen besteht die Hauptsache darin, daß man weniger ausgebe, als man einnimmt; nur so kann man zu Wohlstand gelangen, es sei denn, es trete ein Glücksfall eine Erbschaft, ein Lotteriegewinn u. s. w. ein und selbst in diesem Falle hört der Wohlstand über kurz oder lang wieder auf, wenn man nicht entsprechend zu wirthschaften versteht.

Aber das Sparen allein genügt nicht, man muß auch in der richtigen Art zu sparen wissen. Gar Mancher glaubt zu sparen, während er in Wirklichkeit nur eine einseitige Knickerei treibt. Viele halten sich für sparsam, wenn sie sich nicht satt essen, kein Geld für Seife ausgeben, bei ungenügendem Licht lesen. Solche Art zu sparen taugt nichts, am allerwenigsten, wenn solche Leute nach anderen Richtungen hin verschwenderisch find. Manche Frau, die hier und da 10 Pfennig erspart, wo fie übrigens hätte 30 ersparen können, hält sich für so wunder­bar sparsam, daß sie sich berechtigt glaubt, bei der nächsten Gelegenheit 4 oder 5 Mark für Putzsachen auszugeben, wo 40 oder 50 Pfennig genügt hätten.

Er giebt Geschäftsleute, die au» Wirthschaftlichkeit jedes alte Couvert, jeden Briefbogen aufbewahren; sie ersparen da­durch jährlich vielleicht 2 oder 3 Mark, scheuen sich aber nicht, kostspielige Gesellschaften zu geben und womöglich Pferd und Wagen zu halten. Ein so planlossparender" Mensch kann es zu nichts bringen. Der bekannte Amerikaner Barnum, der sich durch Sparsamkeit, Fleiß und Tüchtigkeit von einem Arbeiter zum Millionär emporgearbeit hat, that einmal den Ausspruch, daß solche Leute dem Manne gleichen, der aus Sparsamkeit zum Mittagbrod für seine ganze Familie einen Hering kaufte, dann aber eine vierspännige Kutsche miethete, um den Hering nach Hause zu bringen.

Die wahre Sparsamkeit besteht auch nicht darrn, gute Maaren umsonst oder halb geschenkt haben zu wollen und so den Erzeuger oder Verkäufer um seine Zeit und Arbeit zu bringen, sondern darin, die Ausgaben in vernünftiger Weise niedriger zu stellen, al« die Einnahmen im äußersten Falle gestatten würden. Nöthigenfalls trage man einen Rock etwas länger, richte ein altes Kleid möglichst sauber wieder her, ehe

man sich zu seiner Beseitigung entschließt und nähre sich von einfacher Kost. Ein Pfennig hier in der richtigen Weise ge­spart und ein Groschen dort, schließlich kommt ein Sümmchen zusammen, das man auf die Sparkasse tragen kann, wo er bei dem nöthigen guten Willen, wenn auch langsam, so doch beständig anwächst. Biel Wenig machen ein Viel, sagt ein wahres Sprichwort.

E» fällt Vielen sicherlich schwer, sich in ihren unnützen Ausgaben einzuschränken; wer es aber energisch versucht, wird bald großes Vergnügen darin finden, seine Ersparnisse an­wachsen und sich in einen mäßigen, überlegenden Menschen ver- wandelt zu sehen. Der schon erwähnte Amerikaner Barnum hat mit Recht gesagt, daß man mit einem geringen Einkommen glücklicher sein kann, als mit dem zehn- und zwanzigfachen, je nachdem man sei« Geld eintheilt.

Es giebt Personen und leider sind es nicht wenig, die, sobald ste zu Geld kommen, ihren Bedürfnißkreir bedeutend erweitern und Luxu« zu treiben beginnen, so daß sie ihren Reichthum bald los sind. Sie fallen der Sucht, den Schein zu wahren und es Anderen gleich zu thun, zum Opfer. Er ist jedenfalls viel vernünftiger, sich nach seinen Mitteln zu richten und es nicht derWelt" zu Liebe zu unterlassen, für die Zukunft zu sorgen. Wer da« thut, der wird auch glück­lich sein.

Humoristische».

Frauenlogik. A.:Warum schimpfen denn die Frauen so über diese Dame?" 33.:Weil fie ihr nicht« Neble« nachsagen können."

Ruf dem Ball. Dame:Sie tanzen ja heut wunder­barleicht, Herr Vetter!" Student:Na, bedenken Sie doch, Cousinchen, am fünfundzwanzigsten!"

*

Keine Regel ohne Ausnahme. A.:Wie wahr ist er doch: je mehr ein Mann hat, umso mehr will er!" - 33.:Wie alle übrigen, hat auch diese Regel eine Ausnahme." A.:So nenne mir die doch." 53.:Ein Vater von Zwillingen'"

e

Immer zerstreut. Professor im Bade:Na, heut ists famos gegangen! Muß Ihnen mal ein gehöriges Trink­geld geben. (Sucht an seinem Körper). Sapperlot, da Habs ich wieder einmal mein Portemonnaie vergessen!"

Literarisches

De» Mädchen» Wahl* von Rafael, Preis 1 Mk. 50 Psg. eleg. cart., Verlag Walter Möschke, Leipzig. Man nennt unsere lieben Evatöchter oft räthselhaft, unberechenbar oder gar launenhaft, wenn sie ihre Entschlüsse ändern oder solche fassen, welche uns unver- stündlich erscheinen. Wie unrecht thut man ihnen! Ist doch die Frau und besonders das junge Mädchen meist so unerfahren, daß sie einen Entschluß gar nicht vom Standpunkte logischer Ueberlegung fassen kann, sie muß sich eben ihrem eigenen Gefühl überlassen, welches ihr instinctiv bestimmte Winke und Fingerzeige giebt. Wie oft aber kommt dabei eine bittere Täuschung heraus, wie oft sind es trügerische Phantome, welche die Frau auf's Glatteis locken und sie zu Falle bringen. Besonders in der Liebe, welches ja die Domäne der Frau ist, in der Beurtheilung der Männer, deren Character, deren Schwächen und Stärken, deren geistigen, socialen und wirthschaftlichen Verhältnissen kann die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit der Frau ihr leicht großen Nachtheil und Schaden bringen, wodurch ihr ganzes Lebensglück auf immer zerstört wird. Daher erscheint das kleine WerkDes Mädchens Wahl" sehr zeitgemäß. Es giebt eingehende Aufschlüsse über das Walten der höheren Liebe, über die Wahlverwandtschaft harmonirender Seelen und die hierzu nöthigen Prüfungsmittel. Ferner gewährt das Buch tiefere Einblicke in die Eigenart des Mannes und seine Verhältnisse, wodurch dem Weibe Wahl und Verständniß des Gatten erleichtert wird. Flott und leicht- faßlich geschrieben, wirdDes Mädchens Wahl" der modernen Frau und Jungfrau ein unentbehrlicher Berather sein, ein Schutz vor folgen­schweren Jrrthümern, ein Beistand in Zweifeln und Gefahren.

«edaction: A. Schttzda. Druck und Verlag der Brühl'schen UmverstMS°Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.

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