Ausgabe 
29.12.1896
 
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UllrerhaitnngsbLatt junt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

Nr. 153

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Die Reisebekanntschaft.

Von Conradine Stinde.

------- (Nachdruck verboten.)

Sehen See benn nicht, baß bie» Coup« fürNicht­raucher" ist? Meine Frau verträgt den Tabak nicht, unb noch bazu solchen schlechten. Wenn Sie sich nicht von Ihrer Cigarre trennen können, dann trennen Sie sich gefälligst von uns!" brummte der behäbig aursehends Herr bem eben ein*

steigenben Passagier entgegen.

Der mit bissen unfreundlichen Worten Angerebete warf sofort seine Cigarre zum Fenster hinaus, unb sagte sehr freundlich zu dem Ehepaar in der entgegengesetzten Fensterecke:

Ich bitte um Entschuldigung. Fast wäre ich nicht mehr mitgekommen. Als ich den Schaffner nach einem Rauch­coups fragte, öffnete er mir schnell diese Thür. Unb lange besinnen bürste ich mich nicht; ich mußte, um meinem Berufe nachzukommen, nothwendig diesen Zug benutzen. Hätte ich nicht anderweitige Pflichten gehabt, so wäre ich gestern schon

gereist."

Der Zug setzte sich in Bewegung. Die Reisegesellschaft schwieg. Der fürsorgliche Gatte warf sich wieder in seine Ecke zurück, zog seine Decken etwas zurecht, und schloß die wasserbläuen Augen, als ob er schlafen wollte. Den Versuch machte er aber nur kurze Zeit; dann richtete er sich in die Höhe, daß man seine große, breite Figur erkennen konnte und warf einen flüchtigen, hochmülhigen Blick nach dem anderen Fenster hin.

Er war ein Mann von mittleren Jahren. Dar Leben schien ihm wenig Sorge gemacht zu haben. Keine Furche sah man in seinem Gesicht, das ein wohlgepflegter, blonder Vollbart zierte. Ganz vereinzelt graue Haare konnte man bei genauer Betrachtung im Bart finden. Soweit die ge­stickte, elegante Reisemütze den Kopf frei ließ, sah man auch da üpvigen Haarwuchs. Die Toilette des Ehepaares war tadellos und sprach von Wohlhabenheit.

Beim nächsten Umsteigen werden wir es schon ändern; ich sollte doch denken, das Trinkgeld für den Schaffner war groß genug," sagte er zu seiner Gattin.

Frau Emilie richtete sich ebenfalls in bie Höhe, als wollte

sie zeigen, wie groß unb mächtig sie fei. Ja, sie gab ihrer Ehehälfte nicht viel nach in Größe und Stärke. Ihre dunkel­braunen Augen folgten denen ihres Mannes und warfen dem frechen Eindringling" einen niederschmetternden Blick zu, in bem ihre ganze Geringschätzung für ihm lag.

Du hättest bem Schaffner wohl noch mehr Trinkgeld geben sollen, Eduard, mir kam eben der Gedanke, dann wären wir allein geblieben. Wie kann uns auch so etwas passtren," sagte Frau Emilie und warf den hocherhobenen Kopf zurück.

Die Stimmung im Coups war unbehaglich. So war es für den neuen Passagier auch gerade gut. Doch wollte Frau Emilie versuchen, ihren Gatten wieder freundlich zu stimmen. Mochte der Fremde unter dem Drucke leiden, aber ihre Ecke sollte wieder gemüthlich werden. So galt es benn, ihren Mann in beste Laune zu bringen. Der Ausdruck in ihrem schwammigen Gesichte war plötzlich ein ganz anderer geworden. Der finstere Blick ihrer Augen war verschwunden. Mit freundlicher Miene glättete sie dem Gatten die Reisebecke über seinen Knieen, und hob ihm sein Plaid, das als Rücken- kiffen diente, etwas weiter.

Ist es so bequem Alter," sagte sie,oder, mir kommt der Gedanke, willst Du mein Tuch noch im Rucken haben, ich brauche es wirklich nicht."

Anstatt aber das Feuer zu löschen, hatte sie es vergrößert.

Dazu kam noch der Asrger über bie Gleichgültigkeit des neuen Fahrgastes, der seine Mitreisenden gar nicht zu beachten schien und daher auch gar nicht merkte, in welcher vornehmen" Gesellschaft er saß. Wer war wohl mehr an Tabak gewöhnt wie Frau Emilie! Aber die Bereitwilligkeit und Höflichkeit des Herrn verdroß Herrn Eduard noch mehr wie seine Gegenwart. Er hätte lieber auf Widerspruch ge­stoßen, um dann noch mehr seine schlechte Laune zeigen zu können.

Ja, das sind die Annehmlichkeiten der dritten Klasse!" polterte Eduard heraus.Da spart man einige Mark, um nachher auf der Hochzeit womöglich alle dienstbaren Geister noch mehr mit Trinkgeldern zu verwöhnen. Unb babei hat man nicht mal nöthig zu sparen! Dein neues, seidenes Kleid wäre trotzdem dabei übrig gewesen- Man sitzt sich ja auf

da) in Gießen«