Ausgabe 
28.7.1896
 
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Die Erbin.

Novellette von Leo Sonntag.

------- (Nachdruck verboten.)

Und somit, lieber Fred, kann ich Dir nur noch zu dem einen Ausweg rathen, den schon so Viele vor Dir ergriffen: Sieh zu, ob Du nicht eine reiche Heirath machen kannst. - Apropos, da fällt mir ein, daß mein alter Freund Seltikoff mir neulich sagte, er werde Tnit seiner Nichte nach Ludwigs« bad reisen und Ihr seid ja doch wohl fast so viel in Ludwigs« bad wie in Eurer Garnison. Da hättest Du ja also gleich e ne Gelegenheit, denn die kleine Seltikoff ist eine Erbin und nicht etwa eine unbedeutende. Sie ist zwar nicht gerade hübsch, aber, na - Du wirst ja selbst sehen. Auf jeden Fall rathe ich Dir, bei den Leuten Besuch zu machen; kannst Dich ja auf mich berufen und übrigens wird es der Kleinen nicht unangenehm fein, wenn sie den flottesten Dragonerlieutenant von Jckstädt an sich fesseln kann. Und nun lebe wohl, lieber Junge! Wenn der alte Brockdorff mit Glücksgütern gesegnet wäre, dann hätte er Dir den obigen Rath nicht zu geben brauchen; aber na, Du weißt ja!

Stets Dein wohlgeneigter Onkel

Egon von Brockdorff."

Das war der Schluß eines Briefes, den Alfred von Rheinsberg soeben erhalten und den er jetzt zerdrückt in der herabhängenden rechten Hand hielt.

Der junge Dragoneroffizier führte nicht mit Unrecht unter seinen Kameraden den Namen:Der schöne Fredi", er war wirklich ein schöner Mann, zu dessen frischen Farben und blondem Schnurrbart die blaue Dragoneruniform gar gut stand. Dazu war er ein äußerst liebenswürdiger, stets ge« gefälliger Kamerad, der sich allgemeiner Beliebtheit im Regiment erfreute. Und doch stand er im Begriff, dies Regiment zu verlassen, denn nach dem kürzlich erfolgten unerwarteten Tode seines Vaters war es ihm plötzlich zum traurigen Bewußtsein gekommen, daß er durchaus nicht der reiche Mann sei, für den ihn alle Welt sowie er selbst sich bisher gehalten. Ja, die Verhältnisse lagen so, daß er ernstlich mit der Absicht um« Sing, sich zur Infanterie versetzen zu laffen.

Allerdings war ihm der Gedanke sehr schmerzlich und in

dieser Stimmung hatte er an seinen einzigen Verwandten, den Bruder seiner längst verstorbenen Mutter, geschrieben. Helfen konnte ihm der zwar nicht, das wußte er, aber er sehnte sich nach emem theilnehmenden Worte von dem lieben Alten.

"n° aas war ihm auch umgehend zugegangen, ein Schreiben voll so herzlicher Liebe und Zuneigung, daß es Alfred wohlgethan, da kam jener Schluß. Empört zer« knitterte er den Brief in der Hand.

Also zum Glücksjäger soll ich werden! Onkel, womit habe ich das um Dich verdient?"

Draußen näherten sich sporenklirrende Tritte.

"MiRheinsberg! Wir reiten nach Ludwigsbad; kommst Du mit? Rasch, die Kameraden warten."

r ilnd ehe Alfred den Brief wegstecken konnte, stand der Rufende schon auf der Schwelle. Es war sein Intimus im Regiment, Curt von Thelen. Vielleicht hatten sich die Beiden zu einander gefunden, weil sie in Allem so verschieden waren: Alfred groß und blond, Curt klein und dunkel, Rheinrbera meist ernst, wenn auch stets liebenswürdig, Thelen immer von übersprudelnder Laune, aber oft scharf, wenn man ihm ent« gegentrat.

, Aedi, war hat'r denn gegeben? Einen Tritt von einem Manichäer? Pah, wirf den Wisch in's Feuer und denk' nicht mehr daran!"

Und Curt trat auf den Freund zu und wollte die Hand nach dem vermeintlichen Mahnbrief aurstrecken. Doch Rheins­berg zog das Schriftstück zurück.

Du irrst, es ist ein Brief von meinem Onkel!"

. »ilud das sagst Du mit solch' einer Jammermiene! Ich dachte. Du freutest Dich immer ungeheuer über die Episteln des alten Brockdorff!" w

Gewöhnlich hast Du recht, aber diesmal"

, legte den Brief in ein Fach seines Schreibtisches und fuhr sich mit der Hand über die Stirn.

Na, vielleicht erzähle ich Dir's einmal, Curt. Also Ihr wollt nach Ludwigsbad? Vielleicht ist's ein Wink des Schick­sals, daß Du gerade jetzt kommst, ich reite mit!"

Thelen sah den Freund erstaunt an. Was hatte er nur? 00$ er mochte wohl aus Erfahrung wissen, daß es unnöthig , iHt zu fragen; Alfred hatte auch bereite

seine Mütze ergriffen und so begaben die Beiden sich hinaus

in Gießen.