Ausgabe 
28.7.1896
 
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zu den harrenden Kameraden und bald darauf konnte man eine fröhliche Cavalcade auf der Landstraße nach Ludwigsbad dahintraben sehen.

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Da kommen die Dragoner! Ilse, steh' doch; der schöne Rheinsberg ist heute auch dabei. Ilse, wo steckst Du nur?"

Es war eine sehr hübsche, kleine Blondine, die hinter einem Fenster des ersten Stockes einer eleganten Ludwigsbader Billa stand und so ungeduldig rief, ohne eine Antwort zu er­halten.

Und doch mußte die Gerufene sie gehört haben, denn sie stand gar nicht weit von Hedwig von Alten am nächsten Fenster desselben Salons, allerdings durch die Gardine etwas verdeckt, und spähte eifrig auf die Straße hinunter, wo eben die lustigen blauen Retter von Jckstädt vorüberkamen. Jetzt bogen sie um die nächste Ecke und nun trat Ilse langsam zu Hedwig.

Da bist Du ja!" ward sie dort begrüßt.Hast Du ihn gesehen?"

Ihn wen?"

Nun, den schönen Fredi natürlich!"

Aber Hedwig, wie kannst Du in solchem Ton von einem Herrn sprechen, den Du kaum kennst!"

Den ich kaum kenne? Da irren Sie sehr, mein Fräu- lein! Bin ich nicht die Tochter des Landraths in Jckstädt, sind die Dragoner nicht unser Regiment und bilden die Herren Offiziere nicht unser hauptsächlichstes Tanzmaterial?"

Aber Kind, das berechtigt Dich doch nicht, sie bei den Namen zu nennen, die sie sich unter einander zum Scherz geben.

Warum denn nicht? Weiß ich sie doch alle, diese hüb- schen Namen! Da ist zum Beispiel der Rittmeister von Uelzen, der seiner rundlichen Körperbeschaffenheit wegen das Meer­schweinchen heißt. Dann Lieutenant von Selten, sein Gegen­stück, der lange Heinz genannt; dann der kleine Bernsdorf, den man, außer im Ballsaal, nie zu Fuß sieht und der des- halb der Centaure getauft wurde. Die beiden Baumbachs heißen der lachende und der weinende, der letztere allerdings nur, weil er dem edlen Rebensaft so gerne zuspricht; der"

Hedwig, halt ein, das ist ja fürchterlich! Wie kommst Du nur zu solcher Personalkenntniß?" unterbrach Ilse den Redestrom.Doch Eins sage mir noch, wie nennt man denn einen gewiffen Lieutenant von Thelen, von dem vorigen Winter so viel in Deinen Briefen die Rede war?"

^gte Hedwig und erröthete bis unter die blonden Eckchen auf der Stirn,den nennt man nun ja, Ilse, liebe Ilse, Du sollst'« wissen, den nennt man einstweilen heim- lich Curt und sehr bald öffentlich Bräutigam. Ich soll nur erst noch ein bischen vernünftiger werden."

Ach! Also hat Dein Vater doch eingewilligt?"

»Er mußte wohl, kann er doch seiner verzogenen Tochter nichts abschlagen! Aber ernstlich, Ilse, es bat harten Kampf gekostet, er wollte durchaus keinen Offizier."

«Und was hat er denn gegen die Offiziere?"

a®5 behauptet, sie heiratheten alle nur die Mitgift, das Mädchen sei Nebensache. Aber Curt hat ihn vom Gegentheil überzeugt, indem er erklärte, er nähme mich auch ohne Mit­gift."

Ist er so reich?" ,

Er ist der einzige Sohn sehr begüterter Eltern und hat außerdem eigenes Vermögen, das er von seinem Pathen ge- erbt.

Wie gmau Du das weißt!"

, ber Thüre gehorcht, als er mit Papa

^rach, gestand Hedwig.Mit mir hat er natürlich nie ein Wort von Geld geredet!"

Ilse umarmte die Freundin und küßte sie herzlich.

Ich wünsche Dir alles Glück, liebste Hede!" sagte sie in innigem Ton und auch diese war einen Augenblick ernst, aber nur um sogleich wieder lachend auszurufen:Weißt Du noch, was wir in der Pension ausgemacht?"

Was wäre das gewesen?"

Nun, daß Diejenige von uns Beiden, die sich merk verheirathst, dafür sorgen muß, daß die Andere auch $2b unter die Haube kommt," neckte Hedwig. 0

Ach so, die tolle Geschichte!"

»Nun, wenn wir erst verheirathet find, kommst Du zu uns auf Besuch und lernst die Kameraden kennen. Anbahnen annst Du die Bekanntschaft aber gleich, denn sie sind fast jeden Tag in Ludwigsbad. Uebrigens mach' Dich jetzt fer ig wir gehen zum Concert in den Curgarten. Papa und Dein Onkel wollten uns um vier Uhr hier abholen, sie haben mich nur vorausgeschickt." w

Ilse verließ das Zimmer und Hedwig nahm unterdeffen auf einem bequemen Seffel Platz. Diesem gegenüber befand sich ein hoher Spiegel und ihr Auge blickte nicht ohne Wohl- gefallen auf das niedliche Persönchen, das sich ihr dort zeiate kOb Ilse mich wohl verdunkelt?" sagte sie leis? Ach und wenn sie es thäte, was liegt daran? Curt liebt doch" nur mich, seinen kleinen Sonnenstrahl, ihm kann die stattliche dunkle Ilse nichts anhaben! Richt'wahr?" Und sie nickte ihrem Spiegelbilde vergnügt lächelnd zu und ging Ilse entgegen? bTe eben wieder eintrat. a '

Die Offiziere hatten sich indeffen, nachdem sie ihre Pferde eingestellt und etwas Toilette gemacht, nach dem Curgarten begeben, wo sie sich an ihrem Stammtisch auf der oberen Terrasse niederließen. Rheinsberg und Thelen waren jedoch nicht dabei, sie waren an einer Straßenecke zurückgeblieben und seitdem nicht wieder aufgetaucht.

m immer," meinte der lange Heinz,Thelen hat jeder Gefühl für Kameradschaft verloren, seit er die kleine Hedwig in s Herz geschlossen hat. Ist aber auch reizend niedlicher Käfer!

Dort kommt sie," rief Bernsdorf,chic wie immer, aber Donnerwetter, die Andere schlägt sie doch um 'ne ganze Länge, das ist ja ein herrliches Weib!"

Die Uebrigen hatten nicht Zeit, auf diese Bemerkung zu antworten, denn eben kamen die Damen, gefolgt von den beiden allen Herren, an ihrem Tische vorüber, und sporenklirrend und säbelraflelnd standen die Offiziere auf, um zu grüßen.

War das nicht der alte Seltikoff bei dem Landrath?" fragte Lieutenant Baumbach II., der lachende, als die Gruppe außer Hörweite war.

Natürlich war er es!" tönte es von verschiedenen Seiten.

Dann ist das Mädchen wohl seine Nichte?" Jawohl, die Erbin!"

Donnerwetter, wäre was für Dich, Heinz!"

So schwirrte und lachte es durcheinander, bis Einer dazwischen rief:Ruhig, die Unzertrennlichen!"

Und richtig, da kamen Rheinsberg und Thelen die Terrassentreppe herauf; aber sie vermieden es, an dem Tisch der Kameraden vorüber zu kommen und gingen birect dorthin, wo der Landrath mit seiner Tochter und den Freunden saß. Der alte Herr, in dessen Hause Alfred wie überhaupt dar ganze Offiziercorps Zutritt hatte, stellte die jungen Leute den Fremden vor und Curt, der schon den ganzen Nachmittag aus dem Freunde nicht recht klug geworden, begriff ihn jetzt gar nicht mehr; hatte er doch deutlich gesehen, wie Fred bei Ilsens Namen heftig zusammengezuckt. Doch was es auch war, Rheinsberg war rasch wieder Herr über sich geworden und saß bald heiter plaudernd neben der lustigen Hedwig, Ehrend es Curt überlassen blieb, Ilse zu unterhalten, von der Alfred gerade nur so viel Notiz nahm, als es die Höflich­keit durchaus forderte.

Wenn die Herren mit dem vorlieb nehmen wollen, war unsere Pension bietet, darf ich Sie vielleicht bitten, das Abend- brod mit uns einzunehmen," schlug Seltikoff gegen Ende des Concerts vor;Alten und seine Tochter kommen auch mit mb werden sich gewiß freuen, unter Escorte nach Hause ahren zu können."

Für meine Person muß ich leider bedauern," entgegnete Rheinsberg rasch,mein Dienst beginnt morgen so früh, daß