Mutter allerdings konsequent gehandelt haben, daß er sich von diesem Vater lossagt; aber al« Christ und al« ver- nünftiger Mann ist seine Handlungsweise, wie ich'« ihm auch unumwunden vorgehalten, höchst tadelnswerth. Als der leibliche Sohn und Erbe eines sehr reichen Vater», — über welchen Thatbestand auch nicht der geringste Zweifel herrschen kann, — hätte er neben dem Verstände auch da» Herz zu Rathe ziehen und sich fragen sollen, ob er da» Recht habe, diesen unglücklichen Mann, den der unselige Jähzorn bi» zum Verbrechen getrieben, mit Pharisäer- Hochmuth zu richten und ihn als Vater zu verwerfen. Er hätte sich als Sohn sagen müssen, daß die Mutter nicht im Haß gegen den Gatten au« der Welt geschieden sein könne, weil sie ihm den Vornamen de« Vaters beigelegt und ihr letztes Kleinod, den Familienring, als Erkennungszeichen ihm mitgegeben habe. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, den Trotz köpf zu bekehren? Mit vielen Grüßen u. s. w.
Ihr ergebenster v. Bornheim."
Cäcilie Stern empfing diesen Brief, al» sie im Begriff stand, Wien zu verlassen- Sie la« ihn zweimal durch und schüttelte verständntßlo» den Kopf.
„Wenn er mir nur geschrieben hätte, wer dieser Vater eigentlich ist?" sprach sie halblaut. „So viel ich sehe, wohnt er in X., sonst aber kein Name, keine Andeutung. Gut, sehen wir, was dort zu machen ist. Mich freut’», daß er konsequent geblieben und da» Geld bei ihm keinen Einfluß auf das Gerechtigkeitsgefühl geübt hat."
Sie reiste ab. Als sie zwei Drittel des Weges nach L. zurückgelegt hatte, telegraphirte sie an Otto Waldmann: „Bitten Sie Herrn von Bornheim um sofortigen Urlaub, ich habe mit Ihnen zu sprechen und erwarte Sie im Bahnhofs-Hotel zu P."
Die Stadt P. liegt zehn Meilen von L. entfernt.
Als Cäcilie am nächsten Tage im Bahnhofs-Hotel zu P. beim Frühstück faß, brachte der Kellner Waldmanns Karte und zwei Minuten später streckte sie ihm die Hand zum Willkommen entgegen.
„Frühstücken Sie erst mit mir, lieber Freund," sprach sie dann mit einem bezaäbernden Lächeln, „wie ist es Ihnen,
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Der Sohn des Regiments.
Erzählung von E. Heinrichs.
(Fortsetzung.)
Als Waldmann die Treppe hinabstürmte, kam Jacob, der Diener, rasch au« der Küche.
„Warten Sie eine Minute, Herr Lieutenant," bat er, „ich hole eben nur den Thorschlüffel."
Da kam auch schon die alte Hanne angetrippelt, um einen forschenden Blick in die Augen de» Fremden zu werfen, der sich düster den Hut in die Stirn drückte und dann seine Uhrkette wieder befestigte.
„Heilige Gottheit I" rief Hanne erschrocken. „Das geht nicht mit rechten Dingen zu, diese Aehnlichkeit und der Ring dazu — o, Du mein Heiland, junger Herr, woher haben Sie ihn? — Ich will und muß e« wissen!"
«Fragen Sie Ihren Herrn darnach," erwiderte Waldmann rauh, „gestohlen habe ich den Ring nicht, er stammt von meiner Mutter."
„O, da» find ja auch die guten Augen meiner theuren Herrin," schluchzte Hanne, seine Hand ergreifend und den Ring küssend. „Sie sind ihr Sohn, darauf will ich einen Eid schwören, und auch der seinige, denn Sie haben ja sein Gesicht geerbt. Weiß er’« denn?"
Waldmann drückte der Alten gerührt die Hand und sagte dann, daß sie nach ihm sehen möge, die Geschichte habe ihn wohl aufgeregt.
Ohne ihre Frage weiter zu beachten, folgte er jetzt dem Diener, welcher ihm da» Thor öffnen sollte.
Al» Hanne, von einer unruhigen Ahnung ergriffen, zu ihrem Herrn hinaufeilte, fand sie ihn bewußtlo» am Boden liegend.
X.
»Hochgeschätztes Fräulein!
Hat Waldmann Ihnen schon geschrieben, daß er in £., wohin er in meinem Auftrage eine Reise unternahm, seinen legitimen Vater gefunden hat? Der gute Junge mag vom moralischen Standpunkte aus und al» Sohn seiner


