Ausgabe 
27.10.1896
 
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GeinernnLLtzigs-

und das Licht oder die

beliebig lange auf-

^ninoviftischer

Rebactiott: 8. Sch-Ydg. Druck nvb »erlag der Brühl'schm UrüverfiMS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Ließen.

Reinigung verstaubter OelgemLlde. Verstaubte Delgemälde reinigt man am besten mit einem kalt gewordenen Absud von Seifenwurzeln in Wasser, den man mit einem sehr weichen Schwamm austrägt. Da ältere Bilder meist dick mit Firniß überzogen find, genügt es, ihnen den alten Glanz durch einige Tropfen Mohnöl wiederzugeben, die mit dem Ballen der Hand oder einem feinen Zeugballen so dünn wie möglich auf der Bildfläche verrieben werden.

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Gedämpfter Wickelbraten. Man nimmt hierzu das Nierenstück ohne Nieren, hackt den Rückgratknochen ab »nd löst die Rippen heraus. Dann nimmt man Speck, Zwiebeln, Pfeffer und Salz, etwas gehacktes Kalbfleisch, Eier, etngeweichter Weißbrod und bestreicht mit der Farce die in* «endige Seite, rollt es auf und umwickelt es mit einem Bindfaden. Dann legt man den Braten in reichlich kochende Butter, läßt ihn ringsum anbraten und gießt dann kochendes Wasser, etwa */4 Liter, dazu und läßt ihn mürbe werden. Die Sauce wird durch Sahne sämig gemacht, das Fett etwas abgeschöpft.

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Schwedischer Salat.* Gebratener Rindfleisch, rothe Rüben» Aepfel, in der Schale gekochte Kartoffeln, Sellerie, so viel, daß man von jedem Vt Liter hat, werden in Würfel ge­schnitten; auch Kilo gewässerte, entgrätete, einige Tage

marlnirte Sardellen schneidet man in keine Stücke. Einige hartgekochte Eidotter streicht man durch ein Sieb, fügt Del, Esstg, Pfeffer, etwa» englisches Senfmehl, einen Eßlöffel voll Kapern, ebensoviel feingehackte Esfiggurken, eine Prise Zucker, da» nöthige Salz hinzu, schwenkt die würflig geschnittenen Sachen damit durch, läßt den Salat etwa» ziehen, giebt ihn in die Salatschüffel und garnirt sie mit einem Kranz von feingehacktem, hartgekochtem Eigelb, abwechselnd mit eben* solchem Eiweiß und in Del und Essig angemachten Lattich. Will man den Salat al» Hors-doeuvre geben, so legt man frische, eben aus den Schalen gebrochene Austern darauf.

Jägersteisch, ein sehr schmackhaftes Gericht, wird also gekocht: Mageres Rindfleisch, auch Herz vom Rind, welches billig, wird in Würfel zerkleinert und mit Fett, dem nöthigen Pfeffer, Salz und Zwiebeln weich gedämpft. Wenn ziemlich weich, gestäubt, mit Wasser oder Brühe aufgefüllt und ebenso* viele in Würfel geschnittene Kartoffeln als Fleisch daran ge* geben und unter öfterem Umrühren gar gekocht.

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Kuhmaul. Das Kuhmaul wird gut gereinigt, dän« wie Rindfleisch einige Stunden gesotten, bi» es schön weich ist; hierauf wird e» in Stücke geschnitten und folgende Sauce dazu gemacht: E» wird Fett heiß gemacht, zwei Löffel Mehl darin schön gelb geröstet, Fleischbrühe oder Wasser dazu ge­gossen, mit Pfeffer und Muscatnuß gewürzt, nach Belieben ein wenig Essig beigegeben und das Fletsch in der Sauce noch einige Minuten gekocht.

Hagestolz-Logik.Sie-find doch schon über die Vierzig, Herr Jnspector warum helrathen Sie eigentlich nicht?" ßJa, sehen Sie: 'ne Alte mag ich nicht ein junges Mädel wäre dumm, wenns mich nähm', und ein dummes Mädel mag ich nicht!"

Um Kartoffeln in einen zubewahrenden Futterstoff

Hitze und Kälte. Lehrer:WelcheEigenthümlichkeiten hat die Hitze?" - Schüler:Die Hitze dehnt Alles aus." - Lehrer:Und die Kälte?"Schüler:Sie zieht Alles zu- sammen." Lehrer:Gut, beweise mir das." Schüler: Im Sommer bei der Hitz' sind die Tage lang und im Winter bei der Kält sind sie kurz!"

Abgewinkt. Als Edwin Booth im Wintergarten in London die Theaterdirection führte, erhielt er einer Tages einen Brief von einem Geistlichen, der ihm mittheilte, er möchte ihn in seinen Hauptrollen sehen, doch wünschte er, wenn irgend möglich, durch eine Seitenthüre in's Theater gelassen zu werden, da er, wenn er durch den Haupteingang käme, Gefahr liefe, von den Besuchern seiner Kirche gesehen zu werden. Edwin Booth beantwortete den Brief sofort und lehnte das An­erbieten mit den Worten ab:Mein Herr, es giebt in meinem Theater keine Thüren, durch die Gott nicht sehen kann."

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Verwandt. Pensionsvorsteherin:Wer war der junge Mann, welcher Sie vorhin grüßte?" Fräulein Elsa:Ein Verwandter." Vorsteherin:Verwandt? In welchem Grade?" Elsa:Im höchsien Grade."

Leset nicht im Nett! In vielen Häusern herrscht bei Erwachsenen und sogar bei Kindern die Unart, des Abends im Bette zu lesen- Will der Schlaf nicht kommen und steht die Erfahrung fest, daß er sich durch Lesen einstellt, so ist diese Gewohnheit zu entschuldigen, obwohl auch dann nicht räthlich. Wenn aber frische, junge Mädchen oder Knaben, welche sich nur hinzulegen haben, um alsbald zu schnarchen, ihr Bett mit dem Buch in der Hand besteigen, weil dasselbe so spannend ist und man auf den Ausgang der Geschichte nicht bis morgen warten kann, so ist dies eine Thorheit, die sehr schlimme Folgen nach sich ziehen kann. Größte Strenge ist hier nöthig: denn wer einmal diese Unart angenommen hat, kommt sehr schwer von ihr los «nd kann bald nicht mehr einschlafen, ohne ein Buch in der Hand zu haben. Der Schlaf vor Mitternacht ist überaus werthvoll. Wie leicht wird aber derselbe einem spannend geschriebenen Buche ge­opfert! Sin Gefühl der größten Abspannung in den Gliedern, lüde Augen, ein schläfriger Geist, zu spätes Aufstehen, Un­lust zur Tagesarbeit und vor allen Dingen Schädigung der Gesundheit sind die Folgen. Wie leicht auch kann Feuer ent­stehen, wen« der Lesende einschlief Petroleumlampe rnnwarf!

In der Tanzstunde. Primaner:Donnerwetter, tanzt aber Deine Schwester schwer!"Secunbaner:Sie hat sich neulich vier Zähne mit Eement plombiren lassen!"

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Was ist der Gipfel des Widerspruchs? Wenn ein Löwe und ein Tiger sich um eine Beute reißen, und der Tiger den Löwenantheil bekommt.

. .. umzuwandeln, hat

AimS Girard in Paris vorgeschlagen, die rohen Kartoffeln zu zermahlen, au« dem erhaltenen Brei dar Wasser soweit wie möglich durch hydraulische Pressung zu entfernen und denjBrei endlich auf Horden zu dörren, jedoch bei so mäßiger Hitze, daß keine Stärke in Dextrin umgesetzt wird. Dar sich hierbei ergebende Mehl (welche« außer Stärke noch alle Faserstoffe enthält, die bei der Stärkebereitung ausgeschieden werden) soll von nicht unangenehmem Geschmack sein und wenn die Kar­toffeln in geschältem Zustande bearbeitet wurden, sogar zur Bereitung von Speisen benutzt werden können. Jedenfalls aber würde der Erfindung, wenn sie sich im Uebrigen be­währen sollte, der Vorzug anhaften, daß man ebensowohl die Gefahren des Gefrierens und Faulen« der im rohen Zustande aufzubewahrenden Kartoffeln vermeidet, als man Raum und dis Fracht für das den Rohkartoffeln anhängende, für die Ernährung nutzlose Wasser spart.