Ausgabe 
27.10.1896
 
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Das blaue Herz.

Roman von Carl Ed. Klopfer.

(Nachdruck verboten.)

I.

In einem Seitengäßchen der Münchener Borstadt befand sich zwischen allerlei Kramgeschäften ein kleiner Friseurladen. Das Schild über dem im Winde baumelnden, messingenen Barbierbecken war in dem trüben Lichte des beginnenden Februar-Abends schwer zu entziffern. »Ludwig Dingelmann, approb. Bader und Coiffeur" hieß es da.

Hinter der Glasscheibe der Elngangsthür stand der Eigner dieses Namens, Herr Dingelmann, und blickte mit kummervollem Gesicht in die Dämmerung hinaus.

»Wie ist's, Meister, soll ich nicht Licht machen?" fragte der Lehrjunge vom Hintergrunds des Ladens her, wo die beiden Glasschränke mit den Parfümerieen im Verein mit einem ounkelrothen Ripsvorhang dazwischen eine Art von Kämmerchen bildeten.

»Nein, Nazi, wir wollen das Gas sparen," seufzte der Meister,man kann ja anzünden, wenn Jemand kommen sollte."

Der Nazi nickte verständnißvoll, al« ob er sagen wollte: Natürlich, es kommt ja doch keine Katze; man könnte ebensogut gleich schließen- Dann lehnte er sich an eines der Marmor» Uschchen vor den Wandspiegeln und betrachtete melancholisch seine langen Beine, denen die Hosen beträchtlich zu kurz waren,'und sein geflicktes, abgeschabtes Röckchen, das der "orpe. in seinem Drange, die Entwicklung zum Jüngling M vollenden, täglich rücksichtsloser auf die Festigkeit der Nähte prüfte-

»Aber die Flamme im Schaufenster könnte man doch wenigstens anzünden!" meinte er nach einer Weile, die über» langen Arme schlenkernd, die sich so gern beschäftigt hätten.

»Meinetwegen I"

Fünf Minuten später brachte Meister Dingelmann inso­fern etwa« Abwechslung in seine gezwungene Unthätigkeit, als er statt durch die Thür durch das Schaufenster seine trostlosen Observationen anstellte.

Wie traurig sah er jetzt in der Auslage au«, seitdem

sie der Gerichtsvollzieher ihrer vorzüglichsten Zierde, der schönfrisirten Wachsbüste, beraubt hatte! Mit grimmigem Lächeln schielte Dingelmann auf dar zwischen einigen Perrücken­stöcken ruhende Glasschildchen herab, da« da mit seinen im Lichte der Gaslampe flimmernden Goldbuchstaben der Welt verkündete, daß man hier das Haarfärbennach der neuesten Methode" verstehe, und Damenin und außer dem Hause" frifirt werden könnten.

Als ob es für Meister Dingslmann überhaupt jemals eine Damenkundschaft gegeben hätte! Jetzt im Carneval hatten seine Berufsgenoffen alle Hände voll zu thun, nur zu ihm, in dieses öde Gäßchen verirrte sich kein Mensch. Seit­dem sie dort drüben in der Hauptstraße die große Kaserne demolirt hotten, die ihm noch Kunden zugeführt, war da» Geschäft gänzlich auf's Trockene gesetzt worden.

Das Gäßchen war wirklich wie ausgestorben; e« ging nicht mal Einer an diesem Schaufenster vorüber. Aber ja gerade jetzt. . . Ah! Und der Mann blieb sogar stehe« und blickte durch die Glasscheibe. Was gab es denn da An- ziehendes zu betrachten?

Meister Dingelmann hätte den Passanten, einen eleganten Herrn in Pelz und Cplinderhut, gerne mit einer einladenden Geberde darauf aufmerksam gemacht, daß er jetztgerade Zeit habe", ihm die sorgfältigste Bedienung zu widmen; aber der fachmännische Blick de« Friseur« hatte sofort constatirt, daß der Herr neben seinem glänzenden schwarzen Schnurrbarte auf dar Tadelloseste rasirt und sein pechschwarze« Haupthaar so kurz al« möglich verschnitten war. Bei dem war also keinesfalls was zu verdienen.

Oder sollten wirklich die paar armseligen Pomadestangen und Seifenschachteln im Fenster seine Kauflust reizen? Seine lebhaften Augen musterten wenigstens mit hartnäckigem In­teresse die da zur Schau gestellten Dinge und hoben sich jetzt mit scharfem Forscherblick zu dem betrübenden Antlitz de« approbirten Baders und Friseurs" empor, däs ihnen aus dem dunklen Jnnenfenster entgegensah.

Nun konnte Dingelmann doch nicht umhin, eine grüßende Verbeugung zu machen. Der Herr draußen veränderte jedoch keine Miene, wandte sich und verließ da» Schaufenster natürlich, um seinen Weg fortzusetzen.

Doch «ein! Den nächsten Augenblick ertönte die