Ausgabe 
27.6.1896
 
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Gsineinnütziges.

Milch als Löschmittel kleiner Petroleumbrände. DieDeutsche Chemikerzeitung" bringt über diesen Gegenstand folgende Mittheilung:Wenige dürften wissen, welches Vor« gehen gegen Petroleum am sichersten wirkt, daher es hier am Platze fein mag, folgenden Fall zu erwähnen. Bei einer Familie warf ein Dienstmädchen aus Unvorsichtigkeit eine brennende Petroleumlampe um. Man versuchte alles Mögliche, um das Feuer zu löschen, bis endlich, als gar nichts helfen wollte, das Dienstmädchen einen Topf mit Milch ergriff und ihn über die Flamme ausgoß, welche sofort erlosch. Auf Grund dieser Wahrnehmung stellte man weitere Versuche an. Ein flacher Teller wurde drei Millimeter hoch mit gewöhnlichem Petroleum angefüllt und angezündet. Der lebhaft brennenden Flamme konnte man durch Aufgießen von Wasser nicht beikommen, wogegen das inzwischen kräftig lodernde Feuer bei Anwendung von Milch sofort verlöschte. Auf einem Bretterboden befind­liches brennendes Petroleum war mit Wasser zu löschen, aber wirksamer erwies sich auch hier die Milch, welche das Feuer sogleich erstickte; auch bei demselben auf einem Cementboden vorgenommenen Versuch zeigten Wasser und Milch dem bren« nenden Petroleum gegenüber das nämliche Verhalten. Es scheint daher, daß Milch unter gewissen Bedingungen ein wirksames Mittel zum Löschen kleiner Petroleumbrände darstellt, namentlich dann, wenn das Petroleum in einem begrenzten Raume brennt, wo es nicht auseinanderfließen kann."

Kleider bürsten immer rein zu hatten. Die eben gebrauchte Bürste reibe man jedes Mal gegen ein reines Papier, welches man mit einer Hand gegen die scharfe Kante eines Tisches hält, so lange, bis das Papier, welches man beim Reinigen immer verschiebt, rein bleibt. Dies ist in wenigen Augenblicken geschehen. Man schont hierdurch die zu reinigenden Kleidungsstücke; oft leiden die Kleidungsstücke durch die unreinen Bürsten mehr, als vom Gebrauche und vom Staube, und das viele Auswaschen mit Soda oder Seife ist denselben auch nicht zuträglich.

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Wie werden Kautschukschläirche reparlrt? Gegen das Sprödwerden der Kautschukschläuche ist es vor allem wichtig, die Schläuche an einem Orte aufzubewahren, der keinen großen Temperaturschwankungen unterworfen ist. Kleinere Löcher werden mit Terpentinöl umstrichen und mit einem Stück erweichter Guttapercha, welche» man mit einem heißen Eisen glatt streicht, verschlossen. Bei einiger Uebung kann man die Reparatur an den Schläuchen selbst sehr hübsch ausführen und die Zeit der Brauchbarkeit derselben wesentlich verlängern.

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Praktische Mittel zum Reinigen und Waschen der Kleider. Da man sich durch wirksames Reinigen der Kleider vor manchen Nachtheilen schützen kann, so seien nach demText. Col." folgende Reinigungsmittel empfohlen. Seidene Sachen können in der Weise neugewaschen werden, daß man diese Eigelb wie mit Seife behandelt, dann in lau­warmem Wasser rein wäscht, kalt spült und trocknet. Um den Glanz wieder zu geben, kocht man sich eine dünne Appretur aus Traganthgummi und Flosamen, die man über Nacht zu gleichen Theilen in Wasser eingeweicht hat, bestreicht damit den Stoff und rollt ihn zwischen zwei weichen Tüchern bis er trocken ist. Zum Re'nigen wollener Sachen vermischt man '/z Liter Ochsengalle mit 4 bis 5 Liter kochendem Wasser, rührt, bis die Mischung abgekühlt ist, wäscht die Waare darin rasch aus, spült, trocknet im Schatten und plättet noch feucht auf der linken Seite. Für wollene Beinkleider verwende man reichlich Seife und heißes Wasser, jedoch muß man sich hüten, die Seife einzureiben. Man spüle lauwarm, wenn

möglich, benutze man Regenwaffer ober anderes weiches Wasser Schwarze wollene oder seidene Kleidungsstücke, die durch Staub und Regen verdorben sind, werben 24 Stunden in kalter Wasser gelegt, oder eine Stunde in Wasser, das etwas Ammoniak enthält; man spült, läßt trocknen und plättet aus der linken Seite; oder man wäscht mit 125 Gramm Panama« rinde auf 1 Liter Wasser. Haben schwarzwollene Sachen Stockflecke, so bürstet man sie mit einer Abkochung von Seifenwurzeln und Blauholzschnitzel, trocknet und plättet feucht.

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Honigttmonade. Ein liebliches, kühlendes, belebender Getränk bereitet man sich, wenn man auf 1 Eimer Wasser 500 bis 750 Gramm Honig nimmt, beides mit einander erhitzt, darauf im offenen Eimer angähren läßt war man durch Zusatz von etwas Bierhefe schnell erreicht und gleich am ersten Tage nach eingetretener Gährung die Masse auf Mineralwssserflaschen füllt, diese gut verkorkt, verbindet und dann in einen kühlen Keller stellt. Nach Magen ist dar vorzügliche Getränk genießbar.

V-riEchter.

Höchste Seltenheit. Erklärer (imRaritätencabinet): »Hier, sehen Sie, meine Herrschaften, zwei Steine au» Trans« vaal." Herr:Was ist denn daran so Merkwürdiger?" Erklärer:Nun, Sie wissen doch, daß dort die ganze Erde voller Gold steckt." - Herr:Ach so, das sind goldhaltige Steine?" Erklärer:Im Gegentheil, es sind die einzigen beiden Steine aus Transvaal, in denen nicht eine Spur von Gold vorhanden ist!"

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Abgelehnt. Glühlichtagent (sehraufdringlich):Alle Ihre Concurrenten haben unser Glühlicht eingesührtl Ich sage Ihnen die Helligkeit ist collossal!" Ladeninhaber: »Lassen Sie mich nur unbehelligt!"

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Praktische Wissenschaft. Frau:Aber Männchen, war machst Du denn da? Du solltest mir doch den Truthahn tranchiren." Professor:Ja, ich photographire ihn eben mit X-Strahlen, um mich über das Knochengerüst zu orten« tiren!"

Literarisches

Sommermoden. Die practische und kleidsame Richtung der modernen Toilette wird auch noch diesen Sommer die Herrschaft be­haupten. Man componirt Jäckchen und Blousentaillen aus Atlas- Satm, Waschcrope, Creton, Mousseline, Leinen, Batist und Rohseide; nur aus Piquo werden englische Kleider hergestellt. Die eben veröffent­lichte Nr. 17 derWiener Mode" erscheint als Waschkleid-Heft und bringt über 20 neucomponirte Toiletten aus diesen saisongemäßen Stoffen und viele andere Kleidungsstücke und Handarbeiten. Diesem Hefte liegt auch dieWiener Kinder-Mode" und ein Schnittmusterbogen gratis bei. Einzelne Hefte zu 45 Psg, sind in allen Buchhandlungen erhältlich. Abonnement per Quartal 2 Mk. 50 Pfg.

Leidenschaft.

Ein schönes Kind voll wilder Kraft, Genährt am Busen der Natur Der Mensch, der nennt es Leidenschaft Folgt liebesehnend deiner Spur.

Unbändig ist's und schwer zu zähmen,

Verspottet der Gesellschaft Form, Nach Lust zu geben und zu nehmen Ist ihm Gesetz allein und Norm.

Willst du es Zunft und Sitte lehren Da läuft es fort und lacht dich aus, Doch willst du seines Arms dich wehren Dann rüste dich zum blut'gen Strauß. Satyr.

Redaction: A. Sch-Yda. Druck und Verlag der Brühl'schen UnWerfiMS-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch L Scheydas in Gießen.

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