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Gemeinnütziges.
Topfkuchen. Man rühre 1/2 Kilo Butter zu Sahne und gebe nach und nach 8 ganze @ter und 1 Pfund Zucker dazu (abwechselnd 1 Löffel Zucker und ein Et), etwas Citronen- schale, 1 Obertasse lauwarme Misch, 1 Kilo Weizenmehl, 20 gehackte Mandeln (oder noch besser Corinthen und Rosinen) und zuletzt 5 Gramm doppelkohlensaures Natron und 10 Gramm Cremortartari. Natron und Cremortartari ver- menge man mit etwas Zucker und rühre es durch einen feinen Durchschlag, damit keine Küchelchen mit hinein kommen. Der Teig wird in eine mit Butter und gestoßenem Zwieback be- reitete Stein- oder Blechsorm gegeben. Der Kuchen kann sofort gebacken werden; er geht beim Backen auf. Man kann ihn aber auch schon am Abend vorher anrühren und beliebig hinstellen, er wird so nie mißrathen und findet stets großen Beifall.
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Maeearoui-Auflauf.* Aeußerst schmackhaft. Man setze 1 Taffe Milch, ebenso viel Waffer, etwas Schmalz und Butter sowie etwas Zucker ans Feuer, thut, wenn es kocht, ‘/s Pfund Maccaroni hinzu und läßt sie mit etwas Salz gar kochen. Ist es abgckühlt, gebe man 3 bis 4 Eier, das Weiße zu Schaum geschlagen, und fein gestoßene süße Mandeln dazu und läßt es in einer Auflaufform P/2 Stunden backen. Wenn der Teig vor dem Backen zu trocken ist, gießt man noch etwas Mllch daran.
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Pragerkuchen. Man* reibt frisches Schwarzbrod oder Pumpernickel auf einem Reibeisen, mischt das Geriebene mit gestoßenem Zucker und abgeriebener Citronenschale. Alsdann schnerdet man recht mürbe Aepfel in dünne Scheiben, vermischt sie gleichfalls mit Zucker und besprengt sie mit Rum. Nun streicht man eine Form recht fett mit Butter aus, drückt auf den Boden eine fingerdicke Schicht Brot, bedeckt den Rand
Er belohnte die Gabe mit einem langen, feurigen Kuß auf die weiße Hand, die fie ihm gespendet hatte. In dem nämlichen Augenblick aber gab Werner Eggerstorf den Arm Margarethens frei und sagte, ohne sie dabei auch^nur anzusehen:
„Verzeih, wenn ich Dich sitzt für eine kurze Zeit verlassen muß — Dein Vater wird sich jedenfalls hier irgendwo in der Nähe befinden, und sobald ich mich freimachen kann, suche ich Euch wieder auf."
Er wartete ihre Antwort nicht erst ab, sondern ließ sie einfach stehen und drängte sich durch dar Gewühl nach jener Stelle hin, wo er Luigia Gozzoma zuletzt gesehen. Zwei Minuten später befand er sich an der Seite der Sängerin, unverkennbar zum lebhaftesten Mißvergnügen des Malers, der feinen Gruß ohne sonderliche Wärme zurückgab.
„Sind Sie denn wirklich noch unter den Lebendigen?" fragte Luigia in den weichen, schmeichelnden Lauten ihrer schönen Muttersprache. „Es ist eine kleine Ewigkeit, seit ich Sie nicht mehr gesehen."
Werner suchte nach einer entschuldigenden Erklärung, doch der Maler kam ihm, zuvor.
„Sie dürfen sich nicht darüber wundern," meinte er ironisch. „Verliebte haben nun einmal von Alters her eine unwiderstehliche Sehnsucht nach der holden Einsamkeit zu Zweien. Und als jung verlobten Bräutigam müssen wir Eggestorf doch wohl in der Kategorie der Verliebten zählen."
„Ist es wahr? — Sie sind verlobt? — Und davon sagten Sie mir kein Wort? — Ah, ich gestehe, daß ich das gar nicht hübsch von Ihnen finde."
Es klang wohl wie ein Scherz, doch der Blick der feurigen Augen, die sich dabet auf Werner richteten, trieb ihm das Blut heiß ins Gesicht.
(Fortsetzung folgt.)
der Form in gleicher Weise, legt in die Mitte die Apfelschnittsund bedeckt sie mit einer fingerdicken Schicht Brot, legt hin und wieder ein Stückchen Butter auf den Kuchen und bäckt ibn in mäßig heißem Ofen dunkelbraun, stürzt ihn auf eine Schüssel und bestreut ihn dick mit Zucker.
Schnelles Feuer macht einen guten Koch — macht aber vor allen Dingen gutes Essen. Die Vorbereitungen können schnell hintereinander gehen, und die Speisen müssen direct vom Feuer auf den Tisch. Nur der Bouillontopf braucht langsames Feuer.
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Es ist nicht genug bekannt, daß Goldfische in den Monaten November, Dezember, Januar und Februar gar keines Futters bedürfen. In diesen vier Monaten kann die Fütterung ganz eingestellt werden, da durch die Futteraufnahme leicht eine für die Fische tödtliche Verstopfung herbeigeführt wird. Dagegen ist den Goltfiichchen auch im Winter alle vier Tage frisches Wasser zu geben, wobei darauf zu achten ist, daß dieses möglichst dieselbe Temperatur habe wie da» alte; ee ist daher längere Zei im Zimmer auszu- stellen. E» sei noch bemerkt, daß in den Monaten März, April und Mai nur sehr wenig und erst allmählig mehr Futter gereicht werden darf.
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Buttermilchsuppe. 2-3 Schoppen Buttermilch rühre mit zwei Kochlöffel voll Mehl ab, gieße etwas Milch dazu, und koche dies unter Rühren auf. Salze und richte über Brotwürfel an. * ,
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Hackbraten Das Fleisch wird fein gewiegt, die Wecke etngechercht und ausgedrückt, die Zwiebel fein geschnitten, Salz und Pf.ffer dazu, ein Löff-l Mehl, alles dies gut vermischt (nach Bel,eben auch 1 d,s 3 E,er). Von der Masse forme einen Knödel, ziemlich flach, und backe ihn in reichlich Fett hübsch gar und gelb^
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Kaninchenbraten. Ein Kaninchen wird, wenn es ausgemetzget ist, in Stücke geschnitten und 2-3 Tage in eine Beize von Essig» Salz, Puffer, Citronenschale, Lorbeerblatt und Zwiebeln gelegt. Beim Kochen wird das Fletsch sodann schön gelb gebraten, ein Theil von der Beize und e.n Glas Wem htnzugegeben und weich gekocht. Statt der Beize und Wein kann man auch mit Fleischbrühe und Wein weich
kochen. * ,
Belgraderbrod. Man rührt 2 Eier und 3 Eigelb mit 250 Gramm Zucker eine Zeit lang, mischt hieraus 250 Gramm geschälte und kletnwü, flicht geschnittene Mandeln, 30 Gramm Citronat und ebensoviel Pomeravzenschale, das Gelbe von einer Citrone, 15 Gramm Zimmt, 4 Gramm Nelken, 250 Gramm feines Mehl und ein wenig Potasche unter die Masse, formt Brödchen daraus und backt sie aus einem mit Butter bestrichenen Blech.
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Roh geröstete Kartoffeln Die Kartoffeln werden gewaschen, geschält, in kleine Würfel geschnitten und ms Waffer gelegt, aus demselben sofort in heißes Fett, in welchem man Zwiebeln hat anlaufen laffen, gegeben, zugedeckt und unter öfterem Schütteln langsam weichgekocht.
Humoristisches*
herein!"
Das ist etwasAnderes. Student (im Bette liegend): „Zum Donnerwetter, welcher unverschämte Kerl will schon io früh zu mir?" - (Stimme von außen): «Der Güdbrief- träger." — Student: „O bitte, mein Herr, kommen Sie nur
fflebaction: B. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversiMS-Buch- und
Stcindrnckerei (Pietsch » Sch-Yda) in Meßen.


