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KeMeZnnütziges.
Die Blumen auf dem Fensterbrette. Der Naturfreund will der Pflanzenwelt an der eigenen Wohnung ein Plätzchen einräumen und ist nur ein schmales Blumenbrett draußen am Fenster, auf welchem die lieben Pfleglings Luft, Sonne, Thau und Regen genießen können. Besitzt der Pfleger den rechten Ernst, Liebe und Ausdauer zur Erziehung seiner Gewächse, so werden sie ihn auch hier ersreuen- Am nach« theiligsten wirkt auf die Topfgewächse des Blumenbrettes die Sonnenhitze, der sie meistens sehr ausgesetzt stnd. Oefteres Begießen allein vermag demUebel nicht abzuhelfen. Ich Habs bemerkt, daß wenige Stunden Sonnenhitze die gründlich feuchte Erde der Töpfe völlig wieder austrocknete. Welchen Nachthetl aber häuflges Begießen bet Sonnenhitze und dadurch jäher Wechsel von Hitze und Kühle für die Wurzeln hat, ist bekannt. Um diesem Nebel abzuhelfen, fülle ich das Blumenbrett, um das ein Geländer ist, dicht mit schönem Moose, so daß alle Blumentöpfe, auch die obere Erde, davon umschloffen sind. Dadurch sind die Pflanzen vor der schädlichen Wirkung der zu heißen Sonnenstrahlen geschützt, denn die Erde trocknet nicht mehr so aus, daß sie keine Nahrung hergiebt. Die auf diese Weise geschützten Pflanzen bringen einen reichen und andauernden Flor. Das Moos gewährt auch einen befferen Anblick, als die kahlen thönsrnen Töpfe, die ohne diese Umhüllung leichter vom Winde umgeworfen werden. Bei anhaltender Hitze übergieße ich das Moos, welches die Töpfe umschließt, reichlich. Die daraus vsrdünstende Feuchtigkeit kommt den Pflanzen sehr zu gute. Die vielen schönen Fuchsien« und Pelargoniensorten, von den letzteren namentlich auch die neuen großblumigen Epheupelargonien, geben das brauchbarste Material für das Blumenbrett. Außer diesen sind ganz besonders die verschiedenen Begonien geeignet, ein Blumenbrett zu schmücken, so Begonia Sieberia, Begonia Vernon, Be- gonia Schmidti und Begonia manicata.
Gegen Mücken. Nichts ist bett Mücken mehr zuwider als Nelkenöl. Wer sich die unbedeckten Thsile des Körpers mit einem Spiritus, der aus einem Theil Nelkenöl, 8 Theilen kölnischen Waffers und 32 Theilen Alkohol zu- fammengesetzt ist, wäscht, ist gegen die Belästigung der Mücken gestchert. Eine Räuchereffenz aus 4 Theilen concentrirrem Essig, 2 Theilen Nelkenöl, 2 Theilen Benzoetinctur, 12 Theilen ölig-balsamischer Mixtur und 42 Theilen Alcohol vertreibt die Mücken aus den Zimmern. Auch Tabakrauch verscheucht sie.
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Eine Methode zum Aufbewahren frischen Spargels besteht in Folgendem: Die Enden werden alle gerade geschnitten und dann durch kurzes Anhalten an eine heiße Metallplatte obflächlich verkohlt. Hierauf wird der Boden einer Kiste mit einer ungefähr 2 Centimeter hohen Schicht gemahlener, trockener Holzkohle bedeckt und eine Schicht angekohlter Spargelstücks so darauf gelegt, daß sich die einzelnen Stücke nicht berühren und deren Enden — die Kopfenden find mit Seidenpapier zu umwickeln, damit sich keine Kohlenstückchen zwischen die Schuppen des Spargelkopfes drängen und diesen schwärzen — etwas von den Kistenwänden entfernt bleiben. Auf die erste Schicht Spargel kommt eine dünne Schicht gemahlener Kohle und hiermit wird abwechselnd fortgefahren, bis die Kiste gefüllt ist und die oberste Lage aus einer 2 Centimeter dicken Kohlenschicht besteht. Zuletzt wird die Kiste möglichst lustdicht verschlossen^
Stachelbeerwein. Große, aber noch harte grüne Stachelbeeren wurden gelesen und in einem großen Bottich zerstampft; nach 24 Stunden gießt man den Saft ab und schüttelt etwas lauwarmes Wasser über die Beeren, ungefähr auf 4 Liter Beeren 1 Liter Waffer gerechnet, rührt das Wasser mehrmals um, seiht es nach 12 Stunden ab, vermischt
es mit dem zuerst abgegoffenen Saft, thut auf 20 bis 22 Liter Flüssigkeit 6 Kilogramm Zucker hinzu und läßt den Wein ar einem warmen Orte gähren. Nach Verlauf von 2 bis 3 Tagen füllt man denselben in ein Faß, gießt auf 20 Liter Wein 2 Liter feinen Cognac zu, verspundet dar Faß gut und bringt es in einen nicht zu kalten Keller; um einen vorzüglich guten Stachelbeerwein zu erhalten, muß derselbe 5 Jahre lagern, bevor er abgezogen wird, doch kann er im Nothfall auch schon nach einem Jahre auf Flaschen gezogen und verbraucht werden.
Johannisbeeren einzumachen. V2 Kilo Jo, hannirbeeren, Vr Kilo Zucker. Die Beeren werden gewaschen, auf ein Sieb gelegt und darauf mit einer Gabel von den Stielen gestreift. Dann läutere man den Zucker, lege die Beeren hinein, lasse sie auf schwachem Feuer bei vorsichtigem Umrühren durchweichen, doch nicht im Geringsten zerkochen, lege sie mit einem Schaumlöffel auf einen porzellanenen Einleger oder eine flache Schüssel, füge den abgelaufenen Sas! zum kochenden und lasse diesen dicklich etnkochen; erkaltet rühre man die Beeren durch und fülle sie in Gläser.
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Hanföl, ein Mittel* gegen Ungeziefer. Dar ärmere russische Volk auf dem Lande und in den Städten hält viel auf den Hanf und verwendet Büschel frischer und getrockneter Hanfpflanzen im Hause und in dm Betten, um sich des Ungeziesers zu erwehren. Ebenso wird nach Angabe der „Gemeinnütze Rundschau" das Hanföl neuerdings zur schnellen und gefahrlosen Vertreibung von Hautschmarotzern empfohlen. In 2 bis 3 Stunden nach dem Einreiben hörte bei den massenhaft mit Läusen bedeckten Hausthieren bas Hautjucken aus, die Schmarotzer waren abgestorben. Auch gegen Hautmilben thut es gute Dienste. Von 7 mit Milben behafteten Pferden waren 2 nur einmal, dagegen 5 zweimal mit Hanföl eingerisben; der Erfolg war ein vollkommener, ungeachtet man vor Anwendung das Abwaschen der Thiers mit Seifenwafler oder Lauge unterlassen hatte. Das Hanföl ist für die angeführten Zwecke um so mehr angezeigt, als er billig und leicht zu beschaffen ist, und nicht wie andere Mittel dieser Art giftige Eigenschaften besitzt. Als alter Landwirth Habs ich Hanföl bei Hunden und Kälbern, welche bekanntlich jede Einreibung abzulecken pflegen, mit großem Erfolge angewandt. Es bewährt sich auch bei Federvieh- Im Garten 'flnb Hanfaurfaaten ein wirkliches Mittel gegen Erdflöhe, z.B. um dieselben von Kohlanpflanzen abzuhalten. — Die Hanfspreu wirkt ähnlich. Dazu kommt, daß der Hanf im Garten eine schöne Zierpflanze ist.
VermMehtes.
Aus den Fliegenden Blättern. Fein unterschieden. Ehemann (am Bette seiner „nervösen" Frau, die immer jammert): „Und so geht es seit Jahren fort, Herr Geheimrath I - . . Ach, ich fürchte, meine liebe Frau ist unheilbar I" — Arzt (leise): „Unheilbar, mein Lieber, möchte ich Sie nicht nennen, aber unverbesserlich ist sie sicher!" - — Gipfel des Protzenthums. Commerzienrath (zu dem um seine Tochter anhaltenden Baron): „Nun, und wie viel . . .?" — Baron: „Herr Commerzienrath — ich habe keine Schulden!" — Commerzienrath: „Bedauere — dann kann ich Ihnen meine Tochter nicht geben!"--Zeitge
mäßer Ausweg. Kaufmann: „Ich kenn' mich in meinen Verhältnissen schon gar nicht mehr aus! ... - Muß mich doch 'mal in einem Auskunftsbureau über mich erkundigen!"
Milderungsgrund. «Präsident (zum Angeklagten)- „Sie stnd geständig, den Einbruch im Steueramt verübt zu | haben- Haben Sie noch etwas vorzubringen?" — Angeklagter : „Ich bitte um mildernde Umstände, weil ich von dem gestohlenen Gelds meine Steuern bezahlt habe."
Redaktion: I. V.: Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schm Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


