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Nr. 151 D-merStag des 24. Deeember
Unterhaltungsklatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger)
Weihnacht.
Hört ihr'» von allen den Thürmen und Thürmchen?
Ach, so gar^elgen und traulich bekannt»
Und so voll^Beben und so voll Jubel
Klingen die Glocken in'sMneeige Land:
„Weihnacht,^Weihnacht, herrliche Zeit!
Tönend zu preisen dich find wir geweiht, Da du in dreimal gesegneter'Nacht Sündiger Menschheit den Heiland gebracht."
i. Seht ihr durch alle die Gassen und Gäßchen
' Eilige Menschen mit Päckchen und Bund?
Leuchtende Augen, frohlockende Lippen, g£ Heimliche» Flüstern von Muud zu Mund?
„Weihnacht, Weihnacht, köstliche Zeit! Die uns den Segen der Liebe verleiht, Die in der kerzenedurchschimmerten Nacht Gebend und nehmnd so selig uns macht!"
Seht ihr am Baume die Lichter und Lichtchen, Ach, und darunter die flimmernde Pracht?
Jubelnde Kinder und glückliche Eltern, Ach, und wie jede» frohlocket und lacht?
„Weihnacht, Weihnacht, sröhliche Zeit! Jeder so freundlich und gütig bereit, Daß er im Glanz der geheiligten Nacht Liebe nur zeiget und Liebe entfacht!"
Aber, o, seht ihr in Augen und Aeuglein Jetzt auch den innerlich strahlenden Schein?
Hände stch fassen und Augen stch heben, Hört ihr, wie weihevoll Alle» stimmt ein?
„Weihnacht, Weihnacht, heilige Zeit!
Seelen so offen und Herzen so weit;
Dank Dir, Du Vater, der über uns wacht, Daß du da» Heil uns im Sohne gebracht!"
Heinrich von Lautern.
Ein Brief an's Christkind.
Von Sophie Heim.
(Schluß.)
Und die Spannung! Reglos — athemlos . . .
Klingelingelingeling--jetzt — ob--
Hans hat den nächsten besten Stuhl gefaßt und steht äm Fenster.
»Junge!"
„Aber wer ist das?"
„Jetzt noch — Besuch?"
„Nee — diese Idee! Und Papa — Du im Schlafrock!"
„St! Still. Stimmen draußen. — Himmel dauert da» lange I"
„Horch doch 'mal, Käthe. Nein — laß zu."
Endlich - es klopft! - „He — rein!"
„Ach, Liese, na?"
Ja, Liese ist's. Mit einem Briefe.
„Was? Für Hans?"
„Das Christkind bracht es eben," sagte die Liese.
Han» will hinauslaufen — es sehen--doch Liese
stellt sich vor die Thür. „Es ist schon fort." Den Eltern zwinkert sie mit den Augen zu.
Nun stehen sie Alle um den glückstrahlenden kleinen Empfänger herum. Mama muß niederknieen neben ihm, und er „liest mit". Das Christkind schreibt:
„Du lieber, kleiner Hans. Sieh, da» ist hübsch von Dir; Christkindchen hat stch über Deinen Brief recht sehr gefreut. Du willst der Schwester eine Freude Machen — gut! Hier sendet Dir das Christkind einen Schlitten; ein Pferd, das ganz von selbst den Weg nach Beerbach weiß, war leider nicht zu finden. Aber ein Kutscher I Er wird den Weg im Schlafe finden, er kennt ihn ganz genau. Run geh, mein Junge, und hole Deiner Schwester da» ersehnte Chrtstgeschenk. Viel Glück!"
„Was ist das?"
„Von wem? Zeig doch, die Schrift."
„Liefe, wer war da?"
Des Fragen» ist kein Ende — aber Liese lacht nur — lacht so geheimnißvoll und giebt keine Antwort-


