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zunehmen, einzuschlagen und mit Stroh zu decken. — Mi Graben und Düngen fortfahren. Spargelbeete und Erdbeerbeete mit Dünger belegen. Steckrüben in Furchen nebeneinander legen und bis an die Spitzen der Blätter mit Erde anschütten. Mistbeetkasten ausräumen.
Blumenpflege. Hochstämmige Rosen niederlegen und die Kronen mit Erde, Sand oder Sägespänen und Torfmull bedecken. Das Herbstbeschneiden (außer den leichttreibenden Sorten) vortheilhafter in nördlichen Gegenden. Bei neu oculirten auch die Stämme mit in die Erde legen oder mit Stroh schützen. Die älteren Stämme während des Winters mit einer Mischung von 2 Theilen Kühdünger, 2 Theilen Ruß und 1 Tyeil Kalk übertünchen; es vertreibt Jnsecten und begünstigt das W-rchsihum durch Erweichen. — Blumenzwiebelbeete mit Laub oder Tannenreistg bedecken. Monatsrosenbeete mit Torsmull beschütten.
Das zum Metzen oder Spritzen von Stubengewächsen bestimmte Wasser soll im Winter mindestens eine DmckschmttSwärme von 15—25 Grad aufweisen, eher wärmer als kälter sein. Am wenigsten darf man Topferde mit e»kaltem Waffer gießen. Als beste Gießzett wären für im sonnigen Zimmer untergebrachte Pflanzen die späteren Bo - mittag« stunden, für mehr im Schotten placirte Gewächse, wie für alle Arten von Stubenculturen im Winter der frühe Nachmittag auszuwählen. Damit nicht das im Topfe nach unten sickernde Waffer, welche» schließlich dnrch das Topf« obzugsloch nach Außen tritt, Fensterbretter, Möel, die unterhalb der Fenster befindlichen Wandtherle u. f. w. benäffe nnd mit den in ihm gelösten Erdbestandtheilchen befchmntze, giebt man den Blumentöpfen die bekannten glatt gebrannten Thon« Untersetzer. Hat sich in letzterem Topfwaffe? angesammelt, muß es baldigst susgegoffen werden; bleibt es längere Zeit hindurch in solchen, hilft es die Pflanzenerde übernaß nnd sauer machen. In derartig stagntrendcr Topfbodennäffe ersticken, vornehmlich in Folge Sauerstoffmangels, nach nnd nach sämmtliche Wurzeln des betreffenden Gewächses und sterben ab.
Gemüsssaat im Winter: Dort, wo der Garten schon im Herbst nmgegraden ist, kann bei offener, trockener Witterung, die ein Bearbeiten des Bodens erlaubt, verschiedener Samen etngebracht werden, so z. B. Möhren, Carotten, Petersilienwurzeln, Kerbelrüben, Dill, Pastmak, Gartenmelde und Bohnenkraut. Man erreicht durch so frühe Aussaat, daß die betreffenden Gemüse 8 bis 14 Tage früher marktfähig werden. Selbstredend muß man die frühesten Sorten wählen. Man streue den Samen, den man vorher mit hellem Sand gemischt, um ihn gleichmäßig vertheilen zu können, ans dar rauh gegrabene Land und hacke ihn oberflächlich ein. Nur bei ganz feinen Sämereien mnß vor dem Säen leicht gehackt werden, damit der Samen nicht zu tief zu liegen kommt.
Das eingewinterte Gemüse macht in der ersten Zeit viele gelbe Blätter nnd neigt bet fenchiem Wetter znm Fanten; es mnß daher sehr oft durchgrputzt werden. Das angefaulte wird zuerst verwendet. So lange da« Wetter noch gut, lüfte man oder entferne dis-Decken, doch kann über Nacht Schnee und Kälte eintreten, daher muß jetzt das Abräumen beendet werden.
De« Nutze« des Apfels schildert ein Arzt wie folgt: Der Apfelgennß, besonder« unmittelbar vor dem Schlafengehen, ist ein bewährte« Mittel zur Förderung der Gesundheit. Der Apfel liefert nicht nur eine vorzügliche Nahrung, er ist zugleich eines der hervorragendsten diätetischen Mittel. Derselbe enthält mehr Phosphorsäure in leicht verdaulicher Verbindung, als irgend ein andere» pflanzliches Erzeugniß der Erde. Sein Genuß, besonders unmittelbar vor dem Schlafen, wirkt 1. vortheilhaft auf das Gehirn, 2. regt die Leber an, 3 bewirkt, wenn regelmäßig vor dem Schlafengehen genoffen, einen ruhigen Schlaf, 4. des- ivfizirt die Gerüche der Mundhöhle, 5. bindet die üoer« schüffigen Säuren des Magens, 6. paralystrt hämorrhoidale
Störungen, 7. befördert die Thätigkeit der Nieren, 8. hindert somit dis Steinbildnng, 9. schützt ferner gegen Verdauung», veschwerden und 10. gegen Halrkrankheiten. Auch wird be« hanptet, daß die sauren Aepfel, vor dem Schlafengehen m. «offen, jeden — Kater verhindern sollen.
Apselflecken. Man rühre 4 Eier schwer, Butter Zucker, Mehl, 4 ganze Eier und Citronenschale gut ab nnd streiche den Teig gut fingerdick auf ein beschmierte» Backblech welches einen Rand hat- Hierauf belege man dies mit Spalten geschälter Strudeläpfel, streue Zucker und Zimmt darauf und backe es. Zuletzt in Flecken schneiden und be« zuckern.
Jrnitirte Suppe a la reine. Ans Abfällen von Kalbfl rfch und Geflügel nebst drei Liter Fleischbrühe au« Liebigs Flerschextract sowie feingeschnittenen Petersilienwurzeln und dem nötigen Salz kocht man eine kräftige Fleischsuppe Dann gießt man dieselbe durch ein Sieb, kocht in ihr ein wenig Sago klar, würzt sie mit etwas Murkatblülhe und gehackter Petersilie nnd bringt hierauf in dieselbe einige in kleine Würfel geschnittene Leberklösen.
Sanerkrant mild zu erhalte«. In Rußland, wo bekanntlich das Sauerkraut ein Nationaleffen ist, legt man dasselbe in Fässern von Birkenholz ein oder steckt in Ermangelung derselben einen Sad von ungeschältem Birkenholz in das Sauerkraut. Diese Holzart erhält das Kraut mild und verhütet das Uebersänren desselben, während es in Ersäßen ans Eichenholz schneller und stärker säuert als in Tonnen ans anderem Holz.
Sellerie mit holländischer Sauce. Einige Sellerieknollen werden geschält, in Scheiben geschnitten, in Salzwafser weichgekocht und abtropfen gelassen. Inzwischen rührt man 70 Gramm Butter zu Schaum, mischt drei bi« vier Eidotter, einen Löffel Mehl, etwas Citronensast, Salz und zwei Odertaffen von dem Waffer, in welchem der Sellerie gekocht worden ist, nach Belieben auch Fleischbrühe, und rührt die Sauce Über gelindem Feuer so lange bis sie kocht, worauf man sie vom Feuer nimmt, 100 Gramm frische Butter noch hinzusügt und über den Sellerie anfgiebt. Als Beilage eignen sich zu dieser Sauce (Koteletten oder kleine Brat« Würstchen.
Ein Suppentopf mit 100 000 Pfund Fleisch — gibt es den in Wirklichkeit? Gewiß, nicht nur einen, vielmehr eins ganze Reihe! Ungeheure Kübel von Schmiede« eisen, deren jeder 500 Kilogramm Fleisch faßt, die sogenannten Digerirpfannen, dienen in den weltberühmten südamerikanischen Etabliffements der Liebigs Fleisch-Extract' Compagnie zur Bereitung ihres Extracts. So entsteht burch das Eindicken einer aus dem besten Fleische der Pampas-Rinder hergestellten, leim« und fett freien Bouillon bis zur Syrnpsconsistenz die jeder Hausfrau bekannte braune Masse, die ihr so gute Dienste leistet. Die Compagnie Liebig bereitet zu neuerer Zeit auch Fleisch« Pepton, bie für Magenleidende und Blutarme unschätzbare Nahrung, von Aerzten vielfach verordnet.
Wäsche im Winter. So manche Hausfrau, die sonst nicht verzagt ist, bekommt bei diesen Worten und den mit ihnen verknüpften Gedankensprüngen das richtige, regel« rechte Gruseln, zu dessen Erlernung der Peter im deutschen Volksmärchen erst auf neue Reisen gehen mußte. Wie manche junge Ehefrau hat schon heiße Thränen vergossen, wenn ein werthvolles Wäschestück, beispielsweise ein damastenes Tafeltuch, nach dem Gefrorensein auf der Seine in ihren prüfenden Händen in seiner Milte zerbrach und also völlig unbrauchbar geworben war! Nun, die böse Gefahr bes Gefrierens her Wäsche beseitigt man ganz einfach dabnrch, daß man dem letzten Spülwasser für dieselbe eine Handvoll Kochsalz beifügt, bas sich gut auflösen und der Flüssigkeit beimengen muß. Nach diesem Verfahren kann man selbst bei der grimmigsten Laune des Frostriesen die kostbarsten Wäschestücke ruhig im Freien anfhängen.
Redaktion: «. «chetzda. — Druck und Bala, da Brühl'schen UnWafiNttt-Buch. und Steindnickerei (Pietsch & Scheqda) in «i-ßcn.


