Ausgabe 
22.12.1896
 
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wie der von Reise hen, wird reizenden ein.

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in Gießen.

UnterlMungMatt MM Gießener Anzeiger (General Anzeiger)

Nr. 15Ö.

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Ein Brief an's EhriMnd.

Von Sophie Heim.

i- (Nachdruck verboten.)

Han« überlegt.

Nein doch wie schwer das ist!

Da sitzt er nun vor seinem großen, sauberen Blatt Papier die Aermchen auf der Tischplatte den Bleistift im Mund und willans Christkind schreiben."

Ja, aber wenn Ihr denkt, da« wär' so leicht, da irrt Ihr Euch.

Kaum sieben Jahr, und ganz allein ganz ohne Hilfe von Mama und Schwester Käthe schreiben einen Brief --denkt! Welch eine Leistung!

Jaa! Wenn Mama aber Mama? Nein die darf nichts, garnicht» davon wiffen- Und erst Käthe!!

Der Kleine sinnt und sinnt; das Lockenköpfchen sinkt endlich muthlos auf den Tisch herab, der naffe Bleistift malt große, runde Kreise auf den Tisch. Wenn er nur wüßte! Ach, wenn er doch nur wüßte! Ja was er schreiben, was er bitten will, das weiß er schon; aber wie! Wie anfangen! Und es ist auch so viel--wo soll er

nur beginnen?

Das Christkind muß doch Alles wiffen. Es muß doch wiffen erst, warum Hans einen Schlitten haben möchte. Erst muß er ihm erzählen, daß---

Aaach aber sowa«!" Hans fährt empor er lacht und schämt sich.Ha!"

Das Christkind weiß es ja es hat'« ja doch ge­sehen, ha! Das Christkind sieht ja Alle«, weiß ja Alles!"

Wie gut! Jetzt hat er's leicht!----

Im Zimmer tst's still. Rur die Uhr tickt eintönig . . . schläfrig . . . und ab und zu, wenn ein Windstoß durch den Schornstein fegt, praflelt im Ofen das Feuer auf.

Der Knabe sitzt und schreibt. Er hört'» nicht stürmen, hört nicht das Ticktack, nicht des Feuers Knistern. Er glüht vor Eifer. Und während das gekrümmte Ftngerchen sorgfältig Buchstaben an Buchstaben, Silbe an Silbe reiht, spricht unbewußt der kleine Mund die Worte halblaut mit

Liebe« Christkindchen," so fängt er an.

Die Käthe hat gesagt, Du wüßtest Aller, und Du könntest auch Alles sehen. Liebes Christkindchen, dann hast Du ja auch gesehen, wie die Käthe heute Morgen so geweint hat, und dann weißt Du ja auch, warum sie so geweint hat, und warum sie jeden Tag so weint- Liebes Christkindchen, die Käthe hat gesagt, sie hätte Dir'» schon gesagt, aber Du könntest keine Menschen verschenken. Weil Du keine Menschen verschenken kannst, und weil die Käthe sich gar nicht« andere« zu Weihnachten wünscht und so geweint hat, weil sie denkt, sie kriegt e» nicht, so wollte ich Dich nur hitte», liebe« Christkindchen, daß Du mir doch zu Weihnachten einen Schlitten bescheerst und ein Pferd, da» den Weg nach Beer­bach weiß.

Wenn ich den Schlitten kriege, liebe« Christkindchen, dann will ich am heiligen Abend nach Beerbach fahren und den Onkel Rudolf holen. Die Käthe wird sehr froh sei«. Ich will auch seine Mama recht bitten, daß sie ihn fortläßt. Ich habe den Onkel Rudolf sehr gern, und seine Mama und die vielen Pferde und Kühe habe ich auch sehr gern. Und meine Mama und mein Papa haben den Onkel Rudolf auch sehr gern, und Käthe weint nur, weil sie ihn immer so ärgert und weil er jetzt gar nicht mehr zu uns kommt, und weil der Onkel Rudolf denkt, daß sie ihn garnicht lieb hat.

Liebes Christkindchen, bitte, schenke mir doch den Schlitte», bitte, bitte! Du weißt ja, wo ich wohne- Dein Hans."

Ach--da! Wie gut, daß er g'rad fertig ist. i«

hat geschellt--

Mama!--------------

Und nun ist's Abend!

Hans weiß: Spät Abends kommt da» Christkind vor die Häuser geflogen und sieht durch'» Fenster. Und fleht es, daß die Kinder artig sind und schlaien, dann holt e» heimlich die Briefe, dis sie ihm geschrieben, vom Fensterbrett und nimmt sie mit.

Und Hans hat vorgesorgt.

Hier liegt sein Brief, da - unterm Kopfkissen. Er fühlt nach ihm und nimmt ihn in die Hand. Käthe hat'« wirklich beim Auskleiden vorhin garnicht bemerkt, wie er - ihn drunterschob.