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Kopf»
Das abzu- aber
Wieder hatte er gewonnen.
Mit unverholener Freude strich er den Geldhaufen ei«' es wirren mehrere tausend Mark. '
Aufmerksam schaute er eine Weile zu, wie die gewiegten Spieler rings umher ihrer Leidenschaft fröhnten.
Alle schienen sie zu verlieren, Einer wie der Andere. Und gerade die, welche am elendesten aussahen, die, welchen Sorge und Kummer und seelische Roth tiefe Linien in dar Gesicht gegraben hatten, gerade die verloren immer und immer fort. - (Schluß folgt.)
Genr-innNtzig-K.
Rebaction: «. Schkyda. — Druck und Strlag der Brühl'scheu UniderflMS-Buch- und Sleindruckerei (Pietsch & Scheyda) -n Gießen.
Spargel frisch aufzubewahren. Er giebt ver- schiebens Arten und nach den gemachten Erfahrungen wird bald dieser, bald jener der Vorzug gegeben. Eine der gebräuchlichsten dürfte sein, den Spargel in Kleie aufzubewahren. Hierzu wird der Spargel rein gewaschen und mit einem Tuche abgetrocknet. Dann nimmt man getrocknete Kleis mit bräunlich geröstetem Salz, bringt eine Lage zu unterst in einen Topf, legt darauf eine Reihe Spargel, dann wieder eine Mischung von Kleie und geröstetem Salz, dann wieder Spargel und so fort, bis der Topf ziemlich voll ist. Die oberste Schicht muß aus Kleie bestehen, wird etwas festgedrückt und dann der Topf mit zerlassenem warmen Fett begossen, letztere ist dazu bestimmt, die Luft von dem Inhalte schließen. Der Topf wird dann an einen trockenen, kühlen Ort gestellt.
Wozu heißes Wasser gut ist. Geringe £ * schmerzen hören bei gleichzeitiger Begießung heißen Wasser« auf den Nacken und die Füße bald auf. Eine in heißes Wasser getauchte, rasch ausgewundene Serviette auf den Magen gelegt, wirkt beinahe augenblicklich gegen Koliken. Nichts heilt rascher eine Lungencongestion oder einen Rheumatismus al« Heißwafler - Umschläge. Eine mehrfach zusammengelegte, in heißes Wasser getauchte und dann ausgewundene Serviette auf die schmerzhafte Stelle gebracht, bringt bei Zahnschmerzen und Neuralgien bald Erleichterung. Ein mit heißem Wasser angesaugtes Flanellstück um den Hals eines von Croup befallenen Kindes gelegt, erzeugt in 5 bis 10 Minuten auffallende Beruhigung. Dieses gelingt namentlich beim sogenannten Pseudocroup.
«Na, meinetwegen. Und den alten Andreas nimmst Du natürlich mit."
„Natürlich! Ohne Kinderfrau darf ich ja nicht reisen." „Nein — aber ein Baron Amstert reist nicht ohne Diener."
— Einige Zeit später finden wir Vollrath mit Andreas in Nizza. Eine gutgefüllle Brieftasche ließ ihm die Welt im rosigsten Lichte erscheinen, und auf dem Gipfel der guten Laune langte er an, als Andreas ihm eines Morgens, nachdem er vierzehn Tage ohne Nachricht geblieben war, ein Briefchen von Karola heranbrachte, worin sie schrieb:
Liebster Schatz!
Die Festung wankt! Ich würde Dich gleich mit einem lauten Hurrah begrüßt haben, aber blinder Eifer schadet nur. Vorläufig also wankt sie, noch aber hat sie sich nicht ergeben.
Gestern Abend war Professor Ullinger bei uns, der Dich von der Universität her kennt. Der gute liebe Mann sang Dein Lob in allen Tonarten. Und was pasflrt zu guterletzt? Das Scheusal, der Sohn vom Commerzienrath Trendel, stellt sich zum Abendessen ein, macht mir den Hof wie gewöhnlich, entlockt Papa ein Schmunzeln, weil er so beiläufig erwähnt, daß er sich Schloß Trauta zu kaufen gedenke, und blamirt sich dann fürchterlich im Gespräch mit dem Professor. Der Mensch weiß ja nichts, nichts! Und Du kennst doch Papa's kleine Eitelkeit, den Schöngeist zu spielen. Ich, wie ich die Sache merke, treibe den dummen Trendel natürlich immer mehr in die Enge! Spreche mit dem Professor von Litteratur, von Sprachen, von Geschichte und Archäologie und werfe so hier und da die Bemerkung hin: „Baron Vollrath wird mir Näheres darüber sagen können!"
Nun, und zum Schuß stößt der Professor dem Faß den Boden aus, indem er Papa beim Abschied sagt, es sei doch merkwürdig, wie selten reiche junge Kaufleute höhere Geistesbildung anstrebten, und um so strahlender steche er, Papa, von diesem inhaltslosen Genuß- und Geldmenschen ab.
Das ging ihm glatt herunter, sage ich Dir.
Also natürlich habe ich dann das Eisen geschmiedet, so lange es heiß war, und als ich zuletzt sagte, zu Pfingsten kämst Du wieder und da würde sich was begeben — da — donnerte er nicht los — sondern er lächelte! Lächelte! Sei also guten Muths, Herzlieb.
Es harrt Deiner in Treue
Deine Karola."
Bedächtig faltete Vollrath den Brief zusammen und rief seine alte „Kinderfrau."
„Andreas, wieviel Geld haben wir noch?"
„So etwa vierhundert Mark, junger Herr."
„Du lügst ja schon wieder. Wenn Du sagst vierhundert, so find es mindestens achthundert."
Andreas schwieg. In Wirklichkeit besaßen sie noch das Doppelte.
„Ich fahre mit, junger Herr. Der junge Herr können sich doch nicht allein rasiren."
„O ja, ich denke, ich kann es schon so ziemlich. Also bleibe nur ruhig hier, in drei, vier Tagen bin ich wieder hier. Und bringe mir das Geld."
Andreas brachte zweihundert Mark, erklärte achselzuckend, den Schlüssel zur Kassette könne er nicht finden und gab auf keine Vorstellungen mehr heraus.
Aergerlich lachend reiste Vollrath ab; er selbst besaß auch noch einige blaue Scheine und wagte sich hiermit wohlgemuth an den verhängnißvollen grünen Tisch.
Er setzte und gewann. Er setzte nochmals — und gewann wieder.
Kühner geworden ließ er den Einsatz stehen — er gewann.
Das Blut schoß ihm in die Schläfen und er rief:
„La mässe!“
Literarisches
8 ü r ’e Frauenwelt von höchstem Interesse ist ein Aufsatz „Gastrosophie" aus der Feder Hedwig Heyls, der Erfinderin der berühmten wissenschaftlichen Kochmethode „Heyl", welchen die bekannte Famrlien-Zeitschrift „z«r Guten fctunbe* (Berlin W. 57, Deutsches Verlagshaus Bong & Go., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.l in ihrem neuesten Hefte veröffentlicht. „Wird uns," fragt die Verfasserin, „wie Werner von Siemens es einmal als möglich hinstellte, ein chemisches Zeitalter dereinst durch kleine Dosen chemisch präparirter Elemente die Freuden der Tafel ersetzen können?" Eine gute Köchin ist noch lange keine Gastrosophin. Wie unsere Frauen es werden und dadurch ihr Heim mit einem neuen Zauber schmücken können, ersehen sie aus diesem Artikel, der alles Wissenswerthe in allgemein verständlicher, graziöser Form zusammenstellt über die Gastrosophie, jene Wissenschaft, die au§, dem Verstttndniß der Verhältnisse der Menschen untereinander entspringt, aus der Kenntniß seiner physischen und psychischen Natur und der zu seiner Ernährung dienenden Naturprodukte, wie über-
^er Naturpflege. Die übrigen Darbietungen des Heftes schließen sich diesem höchst zeitgemäßen, für die moderne Frauenbewegung aufsehenerregenden Aufsatze ebenbürtig an, ebenso wie der Lesestoff, bestehend aus zwei Romanen: „Führe uns in Versuchung" von Annie Bock und „Prüfe, wer sich ewig bindet" von B. Ernst das gespannteste Interesse gefesselt hält. Die Illustrationen sind mit der gewohnten unübertroffenen Meisterschaft hergestellt, die Gratisbeilage „Jllustrirte Klassikerbibliothek", welche die Fortsetzung von Eichendorffs Gedichten bringt, bietet wiederum eine werthvolle Bereicherung unseres Hausschatzes und die Rubrik „Für unsere Frauen" fährt fort, eine unentbehrliche Rathgeberin für Sparsamkeit in allen wirthschaftlichen Fragen des Haushaltes zu sein.


