einen kurzen an Cäcilie Stern und einen langen, ausführlichen an Hans Rosenau, dem er sein ganzes Herz ausschüttete und weder die Liebe zu der schönen Reisegefährtin, noch das Resultat mit der Nummer 777 verhehlte.
Der Brief an C.äcilie lautete: „Mein verehrtes Fräulein I Ich habe auf mein Gesuch einen abschlägigen Bescheid erhalten und werde morgen Wien verlassen. Darf ich hoffen, Sie morgen Vormittag zehn Uhr am Prater-Eingang, wo Sie mir heute den letzten Gruß zuwinkten, noch einmal wiederzusehen, um Ihnen ein Lebewohl zu sagen. Es hofft darauf Otto Waldmann." (Fortsetzung folgt )
Gemeinnütziges.
Ein Schatzkästletn im Haushalte. Wer kennt nicht den Namen „Maggi"? Die Specialitäten der Firma dieser Namens haben sich allerwärts durch ihre Vorzüglichkeit wie durch ihre billigen Preise rasch Eingang verschafft und erwerben sich täglich neue Anhänger. Während Maggi- Suppenwürze es der klugen Hausfrau ermöglicht, jede schwache Suppe oder Fleischbrühe nur mit wenigen Tropfen augenblicklich gut und kräftig zu machen, geben ihr Maggis Bouillon-Kapseln das Mittel in die Hand, rasch ohne jeden weiteren Zusatz, nur mit siedendem Wasser, eine vorzügliche, stärkende Kraftbrühe für Gesunde und Kranke herzustellen. Durch ihre anerkennenswerth billigen Preise sind diese Products auch den weniger bemittelten Ständen dienstbar gemacht und dürfen daher jedem Haushalte wärmstens empfohlen werden.
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Leberklötze. Zwiebel* und Petersilie (feingehackte) werden in Butter gedämpft und die feingewiegte Kalbsleber, drei eingeweichte und fest aurgedrückte Semmeln, sowie 2 bis 3 Eier darunter gemengt und schließlich mit Salz und Pfeffer, Majoran und Muskatnuß gewürzt, sowie etwas Mehl daruntergerührt. Alsdann lasse man dis Masse eine zeitlang an einem kühlen Ort stehen. Mit einem Löffel lege man die Klöße in kochendes Salzwaffer und lasse sie eine Viertelstunde darin kochen. Hieraus werden sie angerichtet und mit in Butter geröstetem Semmelmehl oder Zwiebeln begossen. Zuerst probiert man einen Klos; zerfährt derselbe, so menge man etwas Mehl darunter und wenn er zu fest ist, so Hebe man zerlassene Butter dazu.
Gefüllte Pfanrrerikuche«. Uebrig gebliebener Fleisch wiege man sehr fein, dämpfe fein geschnittene Petersilie und Zwiebel in Butter, gebe es an's gewiegte Fleisch, gieße ein wenig Bratensauce daran, würze das Ganze mit Salz, Pseffer, Nelken und Majoran und schlage nach Belieben Eier in die Masse und zwar so viel, bis sie saftig genug ist und zusammenhält. Hierauf backe man ganz dünne Pfannkuchen, bestreiche sie mit obiger Masse, rolle sie zusammen, schneide handbreite Stücke ab, tauche sie in verrührte Eier, paniere sie in Weckmehl und backe sie in schwimmendem Schmalz.
Vermischtes.
Der Winter ist ein harter Man«. — Wenn sman die neueste Serie der von der Liebig's Fleisch-Extract- Compagnie herausgegebenen Buntdruckkarten zur Hand nimmt, die unter dem Titel „Wintersport" eine internationale Zusammenstellung der beliebtesten winterlichen Vergnügungen bieten, so möchte man das Gegentheil behaupten, weil der Winter für seine Anhänger die schönsten Amüsements mit sich bringt. Das auf den beiden ersten Kärtchen geschilderte „norwegische Skylanfen," wie das Fahren mit der „holländischen Eisyacht" beginnt sich neuerdings auch in Deutschland einzu- ühren; ein drittes Kärtchen macht mit dem „Sailskaten in
Dänemark" bekannt, und Has vierte Bildchen versetzt uns in die Alpenregion und zeigt uns den interessanten, winterlichen Sport der dortigen Bevölkerung, das „Eisschießen." Das „schottische Curlingspiel" verdeutlicht die fünfte. Am amüsantesten und nachahmungswerthesten jedoch erscheint uns das „Tobaggoning in Eanada," das Fahren in zweisitzigen Schlitten, Berg und Thalsenkungen hinunter. — Die hübsch aurgesührteu Kärtchen dürften Sportfreunden eine willkommene Anregung bieten.
Boshaft Frau: „Nun sehe nur Einer diesen JungenI Glaubst Du, daß iL ihm seinen Jähzorn brechen kann? Alles nutzt nichts! Ich möchte denn doch wirklich einmal wissen, woher er diese Wuth geerbt hat! Von mir doch sicherlich nicht!" — Mann: „Ganz gewiß nicht; denn Du hast die Deinige noch."
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Erkannt. „Sagen Sie aufrichtig, haben Sie Vertrauen zu mir?" — „O, gewiß, aber heute habe ich meine Börse vergessen 1"
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Rücksichtsvoll. Richter: „Sie wollen also ganz ohne Absicht in der Nacht in'- Zimmer gekommen fein? Warum haben Sie aber die Stiefeln ausgezogen?" — Einbrecher: „Wissen'», Herr Richter, i' hab' g'hvrt, 's ir Jemand krank drin." ______
Literarisches
Von der Volksausgabe von Biedermann's „Dreißig Jahre deutsche« Geschichte" (Breslgu, Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlags-Anstalt v. S. Schottlaender) sind soeben Lieferung 2 bis 6 erschienen. Diese neue Ausgabe des vortrefflichen, von den Blättern der verschiedensten Parteien mit größter Anerkennung begrüßten Werkes macht dieses nicht nur für Gelehrte und Hochgebildete, sondern für weitere Kreise bestimmte Buch auch äußerlich durch den bedeutend ermäßigten Preis (6 Mark statt 10 Mark) zu einem Volksbuch. Die Lieferungsausgabe (12 Lieferungen ä 50 Pfg.) erleichtert in dankenswerther Weise die Anschaffung des Werkes, das in seinem Haupttheile die Zeit von 1840 bis 1870 behandelt, aber durch einen Rückblick auf die Zeit von 1815 bis 1840 und durch die der neuen Ausgabe beigefügte Uebersicht der 25 Jahre des neuen deutschen Reiches die deutsche Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart bietet und in jedem deutschen Hause eine Heimstätte zu finden würdig ist.
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Da» Wohl des »indes. Die häusliche Pflege des Säuglings und der Kinder im ersten Lebensalter. Von Univ. med. Dr. I. K. Verlag der „Wiener Mode," Wien, Leipzig, Berlin, Stuttgart. Preis Mk.1.50 —Dieses Büchleinistein wahrer Schatz für Mütter und eifrige Pflegerinnen. Sie werden darin eine fachkundige, auf Erfahrungen der modernen Medicin gebaute Anleitung zur Pflege und Wartung des Kindes finden, sie werden daraus lernen, den Wust der laienhaften Erfahrungen und der Afterweisheit aus der Kinderstube zu verbannen und dadurch in der Lage fein, ihre kleinen Pfleglinge rationell und gesund zu erziehen. Das Merkchen ist ohne Weitschweifigkeit, präcis und sachlich geschrieben, daher leicht verständlich; dabei ist es um einen solch' bescheidenen Betrag zu haben, daß seine Anschaffung wohl jeder Mutter leicht möglich ist. Sie kommt dadurch in die Lage, über die Gesundheit des Theuersten, das sie besitzt, entsprechend zu wachen und was eben so wichtig ist, genau beurtheilen zu können, wann die Hilfe des Arztes in Anspruch zu nehmen ist. Denn noch schädlicher als allzugroße Aengstlichkeit wirkt jedes Versäumniß in Bezug auf Heranziehung des Arztes und gar manches theure Leben ist verloren gegangen, weil der ärztliche Rath zu spät eingeholt wurde.
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Etiquetlefragen. Die Gesetze der Etiquette für die bürgerliche Gesellschaft. Vom Briefkastenmanne der „Wiener Mode." Verlag der „Wiener Mode," Wien, Leipzig, Berlin, Sutttgart. Preis broch. Mk. 1.50 — Der Verfasser, welcher die Wünsche und Anschauungen der Frauenwelt so genau kennt, hat in „Etiquettefragen" ein Werk geschaffen, wie es in gleicher Vollständigkeit und Eigenart nicht existirt. Die Regeln des guten Tones, ohne deren Kenntniß sich Niemand in der modernen Gesellschaft bewegen kann, werden ohne Pedanterie, aber unter genauer Abwägung des Zulässigen und des Verbotenen dargestellt. Das Büchlein enthält alles Wissenswerthe für den gesellschaftlichen I Verkehr und vermeidet jede überflüssige Phrase, so daß es für den geringen Preis sachlich eben so viel bietet als voluminöse, kostspielige Werke.
Aedactivn: A. Scheyda, — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstkUts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Ließen.


