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Geineiiinntziges.
Junge Erbsen einznmachen. Frisch gepflückte junge Erbsen werden mit Salz tüchtig vermengt. (Auf ie einen Liter eine Hand voll Salz). „Nachdem man sie einige Stunden stehen gelasien hat, füllt man fis alsdann in gut gereinigte trockene Flaschen mit möMst weitem Halse, wobei man die Flasche immer wieder schüttelt, bis sie bis obenhin gefüllt ist. Nun verkorkt und verpicht man die Flasche und bewährtste, mit den Stöpseln nach unten gekehrt, an einem trockenen, kühlen Orte auf. Man> kann sie uf trockenen Sand in den Keller legen. Auf diese Art eingemacht und aufbewahrt, halten sich die Erbsen lange Zeit- Will man sie verbrauchen, so kocht man sie wie frische Erbsen, nur wäffert man sie Abends zuvor in Wasier und wäscht sie des Morgens nochmals ab. e ,
Das Conserviren der ganzen Erdbeeren. Man nimmt nicht zu große, recht festfleischige Beeren. Die KrüLte müssen reif, aber za nicht unreif sein und dürfen vorher nicht gewaschen werden. Sie werden entstielt und dann sogleich in die Einmachgläser gelegt. Durch leichtes Schütteln vertheilt mansie mit klarem, gelautertem Zuckersyrup (1 Kilogramm Zucker mit reichlich Vr Liter Wasfer gekocht) und kocht sie etwa 10 bis 15 Minuten irn Wasierbade. Früchte, die viel Regen während der Reife erhielten, Saite« sich nicht gut. Ueberhaupt gehen die Erdbeeren leicht in Gährung über. Man thut deßhalb gut, dem Zuckersyrup eine geringe Menge Salicyl (auf 1 Liter Syrup '/r Gramm) zuzusetzen.
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Erdbeerwein. Auf je 1 Liter zerquetschte Erdbeeren aiefct man 1 Liter heißes Wasser, läßt die Masie 2 Tage und zu je 20 Liter Saft die zerriebenen Schalen und den Saft einer Citrone und einer Pomeranze, sowie 2 Liter Franz branntwein bei. Der Wein ist trinkbar, wenn man ihn in dieser Zusammensetzung vergähren.läßt.
Erdbeer-Törtchen. Aus 300 Gramm feinem Mehl, 150 Gramm in Stückchen gepflückter Butter, 100 Gramm Zucker, der abgeriebenen Schale von einer Citrone, einem ganzen Ei, zwei Eidottern und einem hartgekochten, durchge. strichenen Eidotter nebst einer kleinen Prise Salz, bereitet man einen guten Mürbteig, rollt ihn mit untergestreutem Mehl zu einer zwei Messerrücken starken Platte aus, sticht runde Scheiben davon ab, legt dieselben in kleine runde Tortenförmchen von Kupfer oder B ech, kneipt den Rand rings herum mit dem Eisen faltig ein, bäckt sie schön hell braun, stürzt die Törtchen au« den Formen und belegt sie noch warm bis zum Rande herauf mit Erdbeeren, die entweder nur mit dickgekochtem Zuckersyrup übergossen, eine Stunde kalt gestanden haben, oder man verrührt ^ Erdbeeren mit dem Schnee von 5 Eiweißen, der mit 250 Gramm Zucker gemischt ist, streicht die Beeren mit dem Schnee auf den Kuchen, besiebt denselben mit Zucker und läßt die Törtchen in mäßig warmen Ofen nochmals leicht überbacken. Ebenso schlägt man anstatt die Eiweiße 1 Liter süßen Rahm zu Schnee, den man auf einem Siebe abtropfen läßt und über die Erdbeeren streicht, mit Zucker bestäubt und im Ofen fest werden läßt.
gelbe Stachelbeeren, so nimmt män Weißwein, zu rochen Beeten dagegen nimmt man Rothwein) und richtet sie über würfelig geschnittenen Biscuit an.*
Duitstkirschen. Saure abgestielte Kirschen werden ausgesteint, mit dem dabei ausgelaufenen Saft in trockene, geschwefelte Flaschen gefüllt, diese fest verkorkt und mit feinem Bindfadenfestgebunden. So verschlossen, verpackt inan die Flaschen mit Heu, stellt sie in einen Kesiel oder hohen Tops, gießt kaltes Wasier hinein und setzt ihn aufs Feuer. Von dem Augenblick des Kochens an müsien die Kirschen V2 Stunde ununterbrochen kochen, dann nimmt man den Kessel oder Topf vom Feuer und läßt die Flaschen darin stehen, bis das Wasser wieder erkaltet ist. Alsdann trocknet man sie ab und verpicht dieselben sehr sorgsältig. * e
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Kirschen mit Franzbranntwein. 3 Pfund süße Glaskirchen, 750 Gramm bester Zucker, 12 Liter Franzbranntwein, Zimmt und Nelken. — Die Kirschen werden, nachdem sie abgeputzt und die Stiele zur Hälfte abgeschnitten, in ein Einmacheglas gelegt. Dann läutere man den Zucker, laste ihn abkühlen, rührt den Branntwein durch, fülle ihn mit einigen Stückchen Zimmt und Nelken über die Kirschen und binde das Glas mit einer.Blase zu.
Das Einmache« der Früchte ohne Zucker besteht darin, daß man die gut gereinigten Früchte in Büchsen oder Gläser süllt, bis an den Rand in einem Kesiel in« Wasier stellt (die Gläser müsien hierzu mit Heu umwickelt werde«) und im Wasier über dem Feuer nun so erhitzt, daß die Früchte in den Gefäßen anfangen zu kochen, ist dies der Fall, dann sind die Blechbüchsen so rasch a s mog ch mit Deckeln zu versehen und zu verlöthen, die Gläser mit Kork- deckeln und Prasstn oder Siegellack zu verschließen.
Schwarzer Joh annisbeershrnp wird aus schwarzen Johannisbeeren, die auch in sumpfigen Wäldern wachsen, au folgende Weise bereitet: Man zupft die Beeren ab, zerdrückt sie und stellt sie an die Wärme, bis der Saft sich herausge- zogen hat. Man kann sie auch auskochen. Zu einem Liter Saft nimmt man 1V2 bis 2 Pfund Zucker, läßt den Zucke, bis er Fäden zieht, und dann den Saft etwas mitkochen und füllt ihn in starke Flaschen. - Dieser Syrup ist sehr erfrischend und auch bei Krankheiten nützlich. — Johanni«' b e e r e n 0 h n e Z u ck e r a u f g e k 0 ch t, geben einen vorzüg' lichen Syrup, der kühlend und heilsam ist und bei Kindern gute Dienste leistet. Beim Gebrauch wird er mit heißem Wasier übergosien.
Literarisches
Die Schriftenvertriebsanstalt zu Weimar läßt m weiterer Folge ihrer wohlfeilen Armand-Ausgaben einen Roman erscheinen der sich die Gunst des Lesepublikums im Fluge erringen durst^ M meinen das fesselnd geschriebene Werk .De« «rSsus V-N Ph - delvtzta*. In leicht fließendem Erzahlerton fuhrt uns der Versaper in den Wirkungskreis eines sehr genau calculirenden Großkaufmanm und läßt uns hier die Bekanntschaft des eigentlichen Heldm^d-S !R°m°n-s, eines jungen, mittellosen Commis machen. Dieser«weißJ auch gewissenlos, wie er ist, die Bahn zu schnellmügüchst r Erlangung großen Reichthums einzuschlagen. Durch em ungeheueres Verb e« gelangt er rasch zu diesem Ziele. Der Verfasser weiß nicht nur Chara s solch düsteren Gepräges vortrefflich zu schildern, auch die edelsten?tz.rz^ und große Thaten, die wahrhaften Seelenadel bezeugen, fuhrt er Leser in gewinnendster Weise vor. Ww ehen "ut Spannuv -- weiteren Entwickelung der einesthecks unglücklichen Verhaltnipe, and.^ theils der unvermessen herzlosen Handlungsweise der dann vorg fh Personen entgegen. Jedenfalls coustat.ren w.r, daß d.es alles, vern den mit packender Darstellung der Handlung des Romanes, e kern läßt, daß der beliebte Erzähler - Armand — in fernem Werk „ i Krösus von Philadelphia" eine seiner vortrefflichsten Schilderungen ! Land und Leuten in Amerika geschaffen hat Der Roman rschnnt m : Lieferungen ä 40 Pfg. und wird von jeber Buchhandlung, m 9 | auch Probehefte erhältlich sind, geliefert. _________
Stachelbeer - Kaltschale. Ein Kilogramm reife Stachelbeeren werden gelesen, gewaschen, auf einem Sieb mit kochendem Wasier gebrüht, dann mit 2 Liter Wasier, etwas Zirnrnt und Citronenschale völlig weichgekocht, durch ein Sieb gestrichen und nochmals mit ’/a Kilogramm Zucker verkocht- Man läßt die Flüssigkeit nun auskühlen, vermischt sie mit ’/a Liter Wein (verwendet man zur Kaltschale grüne oder __________________
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