Ausgabe 
20.6.1896
 
Einzelbild herunterladen

Darm ge- lg: Nimm Oel stets rauchelich" cthvoll die : für Blut­pflanzlichen fs, sondern Die nähr- oerthig ge- : auslaugt et. lieber« : küchenge- e Bekömm« tzt und ge- Abwaschen l geschieht, itmltch alle an, solche, ng erregen, zu erachten eit nachher unzentheile, md Rettige, e haftenden keineswegs on Bauern, zereinigt zu von diesen glaube ich, wohl nicht offenen Er« gs, welches i Mündchen pflanzlichen ten Gemüse en erwähn« 1 Prozent, s nahrhafte Kn manchen th die roiir« ihrem ganz essen.

»rungrmittel Stoffe, wo« nanchen Er« er schlechten rund haben, >ete", unter« nuten Blut« n Humbug, Krankheiten, ne für diese ;m Unsinn! ' UNS dar« reuben, dar hygienischen !

)ich heraus Strenge Dich itl"

ich zu ver«

a) in Gießen.

1896.

,8

(9

Wnterhaltungsblatt mm Gießener Anzeiger (General Anpiger).

i r

!

V

x

I

seiteSr.»

Die Vergeltung.

Novelle von F. Stöckert.

(Fortsetzung.)

Aber Herr Doctor," erwiderte Aennchen tief gekränkt, ich schaue gewiß keinem jungen Mann jemals zu tief in die Augen, und taub und blind bin ich auch nicht; ich habe es längst gemerkt, wie es um den Aermsten steht und daß die schöne Gräfin ein böses Spiel mit dem unglücklichen Maler getrieben hat."

Still, still, Aennchen, keine Namen nennen !" unterbrach sie der Doctor und verabschiedete sich dann, ihr aus dem Wagen noch lachend zurufend:Wirst auch noch an die All­gewalt der Liebe glauben lernen, kleine Spröde; gerade solche kaltherzigen, klugen Mädchen werden oft am ärgsten davon gepackt."

Nie! Niemals!" rief Aennchen und eilte in's Haus.

Graf Tannen hatte in höchster Erregung dieser Gespräch, ohne daß er es eigentlich beabfichtigt hatte, seitwärts stehend belauscht.

Jetzt trat ii näher an das Haus heran und blickte durch die weit geöffneten Fensterscheiben gerade auf das Krankenbett. Da lag.E,dem weißen Kissen das blaffe, bis zur Unkennt­lichkeit Gefallene Antlitz Herberts Brands; und so traurig, so erschütketyd dieser Anblick auch war, dem edlen Grafen Tannen brachte er doch Erlösung, Befreiung von all' seinen quälcuden Gedanken und Vorstellungen.

De: Kranke schien zu schlafen und der Mann, der dort .:ben dem Bette saß, hatte wohl die Nachtwache übernommen.

Das ist ja Hagen," murmelte der Graf betroffen, al« er das feingeschnittene Gesicht des neben Brands Bette sitzenden Mannes näher in Augenschein nahm.

So waren also die Beiden vereint, über deren Lebens­weg Jsold ?« leichte, gaukelnde Gestalt geschwebt, ihnen beiden zum Verovrben. Wie wunderbar doch oft das Schicksal waltet! Aus Freundes Mund wird Herbert nun wohl er­fahren, wie wenig Isolde seiner Liebe werth gewesen, und dieser Freund, um dessen Lippen so ein herber, weltverachten­der Zug spielte, wird den Genesenden auch heilen von aller

irrenden Schwärmerei und ihn auf andere, festere Bahnen leiten. Aber die mit solch' idealem Schwung begonnenen Wandgemälde in seinem Muflksaal? Herbert Brand wird sie schwerlich vollenden!

Dieser letzte Gedanke betrübte den kunstsinnigen Grafen. Aber Brand lebte! Er würde genesen von seiner Krankheit Dieser Gedanke überwog doch alle anderen.

Mit Freude im Herzen kehrte daher sofort der Graf heim auf sein Schloß, denn er hielt es nicht für gut, jetzt dem kranken Maler einen Besuch zu machen und bei demselben böse, seine Gesundheit wieder schädigende Erinnerungen zu er­wecken.

Sechstes Capitel.

Mit Freuden vernahm auch Isolde die Kunde, daß Brand noch lebe, denn so leichtsinnig die schöne Comteß auch sonst in ihrem Herzen sein konnte, so hatte sie doch dieses Mal ihrs frevelhafte Schuld an Brands Unglück erkannt und bitter bereut. Sie athmete deshalb förmlich auf, als sie des Vaters Bericht hörte.

Er lebt und Du hast ihn gesehen, krank, o, dann will ich zu ihm eilen und für seine Pflege besten« sorgen," tief sie.

An seinem Krankenbette saß fein Freund Hagen," sagte Graf Tannen sehr ernst,und da denke ich, wirst Du gut daran thun, die Wege der Beiden nicht wieder zu kreuzen. Uebrigen« ist ja auch Dein Hochzeitstag für nächsten Monat festgesetzt und Du wirst nun alle Thorheiten meiden," schloß der Graf streng.

Ach ja, und dann wollen wir die Hochzeitsreise antreten, sie wird hoffentlich recht schön werden."

Nun, bist Du Deines Verlobten auch schon wieder über­drüssig?" fragte der Graf in erregtem Tone.

Aber Papachen, zürne mir nicht, ich muß Dir ein Ge« ständniß machen. Herbert Brand war doch ein ganz anderer Mann, als Baron Wettern. Brand war so lebensfroh, so natürlich, so unverdorben, so edel, man konnte förmlich sein Gemüth an ihm erwärmen, während in der Nähe des Barons von Wettern es mich oft wie Eifeshauch anweht. Aber aller­dings, er ist reich und mir ebenbürtig, und der Maler ist nur ein armer Beamtensohn. Es ging doch nicht, daß ich Brand