M
HLutrn lebt Die Jäger nennen die Ftnnenkrankhett b« Hasen „Venerie" und halten daß Fleisch finniger Thier« oft mit Unrecht für ungenießbar.
Noch harmloser ist die besonders gestaltete Finne de» kürbiskernartigen Bandwurme» (Taenia cucumerina), da diese ausschließlich — im Hundefloh und Hundehaarling vorkommt. Diese nützlichen? und lebhaften Thierchen scheinen jedoch durch die Finne sehr wenig gefährdet zu werden, wenigstens soll der Hundefloh nicht sebr selten gefunden werden. Bemerkenswerth aber ist die Thatsachs, daß der kürbiskernähnliche Bandwurm auch bet kleinen Kindern auf- treten kann, welche bei sehr vertrautem Umgang mit dem Hausfreund auch wohl einmal einen Floh oder Haarltng ab« schlucken. Bleibt auch der Bandwurm nicht lange bei den Kindern, so giebt da» Factum der Uebertragbarkeit doch Grund genug, die Kinder von der Intimität mit Hunden ab« zuhalten.
Der fast ausschließlich exotische grubenköpfige Bandwurm (Bothriocephalua) tnteressilt UNS hier nicht, da seine Finne in Wasserthieren, besonders dem Hecht wohnt.
Ein Spulwurm de» Hunde« (und der Katze), ascarius nuptax, kommt sehr selten auch beim Menschen vor. Er ist für uns bedeutunaSloS-
Die beiden Räudemilbenarten des Hundes können zeit« »eise auf den Menschen übergehen, doch finden fie bei diesem keinen geeigneten Nährboden und sterben bald ab.
Ob sich der Hundefloh beim Menschen behaglich fühlt, muß ich der allgemeinen Beurtheilung überlassen. Wer daran zweifelt, ist entweder mit Hunden niemals in Berührung gekommen, oder befitzt die Haut einer Dickhäuters oder aber — verkehrt viel in Pferdeställen. Ich wenigsten» habe die Beob« achtung gemacht, daß den Flöhen der Geruch de» Pferdsstalle» ein Greuel ist.
Nachdem wir da» etwa» unästhetische Thema der Betrachtung der Parafiten de» Hunde» erledigt, entsteht die Frage, wie man fich denn nun am besten gegen die drohenden Gefahren schützt. Da» einfachste und zugleich radikalste Mittel wäre, sämmtliche Hunde todlzuschlagen. Da man hierbei aber sehr wabrschetnlich auf den Widerspruch der Hundebesitzer stoßen würde, so muß man suchen, die Jnfection»« gefahr wenigsten« zu mindern. Vor allem käme hier die Erhöhung der Hundesteuer und damit die numerische Verringerung der Hunde in Betracht. Allein die Verwirklichung einer solchen Maßregel liegt bei dem voraussichtlich eintretenden allgemeinen Protest noch in sehr weiter Ferne und wird erst dann erhofft werden können, wenn die Hunde noch zahlreicher werden, auf öffentlichen Straßen und Plätzen sich noch breiter machen als bisher und die oben erörterten Nachtheile noch empfindlicher hervortreten. Vorläufig kann man nichts hun, als den allzu intimen Verkehr der Hunde mit Menschen und Hausthieren möglichst etnzuschränken, von Zeit zu Zett tbei den Hunden eine gründliche, sachverständige Bandwurmkur vorzunehmen und etwa vorhandene Eingeweidewürmer zu verbrennen oder sonstwie unschädlich zu machen.
S» lag nicht in meiner Abficht, den Hundeliebhabern einen gelinden Abscheu vor ihren Lieblingen etnzuflößen, Bewahrei Ich wollte ihnen bloß nahrlegen, daß die Hunde im Stande sind, den Menschen und die HauSthtere schwer zu schädigen, und wollte deshalb zu einem vorsichtigeren Verkehr mahnen, der fich mit Leichtigkeit bewerkstelligen läßt.
Gstzn-rnirütziges.
Reue praetische Art des Verkorkens von Flaschen. Das Verkorken von Flaschen, die mit Seltersz wafier oder anderen stark kohlensäurehaltigen Getränken gefüllt find, wurde bisher dadurch bewirkt, daß man den Kork durch um den Hal» gelegten Draht am Herausgeschleudertwerden
hindert«. Der Draht mutzte, mw bett Drucke bet in bet Flasche sich bildenden Gase Stand zu halten, derart fest verflochten werden, daß seine Lösung meist mit Schwierigkeit verknüpft war- Eine practische Korkficherung wird in Frankreich verwendet. Dieselbe besteht au» zwei schmalen Blechstreifen, die i aneinander geordnet find und von denen der horizontale an seinem einen Ende mit einer Oese versehe«, rund um den Flaschenhals herumgelegt, durch die Oese hindurchgezogen und umgebogen wird, während der senkrecht stehende über den Kork herübergebogen und dann durch den horizontalen durchgezogen und ebenfalls umgebogen wird. Dieser Verschluß ist nicht nur äußerst sicher, sondern auch leicht lösbar.
VernEchtes.
Unentbehrlicher Requisit. Förster (zumBaron, einem Sonntagsjäger): „Außer einem Doppelgewehre und einigen Patronen brauchen Sie höchsten» noch einen Plaid auf den Anstand mitzunehmen. Nun leben Sie unterdessen recht wohl, um sieben Uhr erwarte ich Sie draußen am Kreuzwege!* — Baron: „Noch ein«, Herr Förster; sagen Sie mir doch, welches Parfüm wählt man denn meisten» zur Jagd?"
Getheilte» Leid, halbes Leid. Bauer (welcher wegen Ruhestörung an die Luft gesetzt wurde), trollt sich brummend heimwärts — plötzlich schießt eine Sternschnuppe herab). Bauer (vergnügt die Hände reibindi: „Ahl da droben scheint'», haben'» g'rad auch einen 'naurgefeuert!"
•
Gemüthvoll. Klara: „War hat Dir denn auf der gestrigen Hochzeit am meisten Spaß gemacht?" — Elise: „Ach, da» Kleid der Braut saß so schlecht und dann hörte ich auch mehrere boshafte Gespräche über di« Hochzeitsgeschenke." • *
Deutlich er Wink. Dame (zu einem jungen Herrn, der ihr fortwährend Scherze erzählt, ohne ernstliche Absichten zu zeigen): „Hören Sie jetzt endlich mal auf mit ihren W.tzen und zeigen Sie, daß Sie auch ernst sein können."
• •
•
Schn ell g «tröstet. Reisender (der sich eben anschickt, in ein saftiges Beefsteak etnzuhauen uud sieht, wie ihm sein Zug vor der Nase davonfährt): „Ne, folche« Glück! Jetzt kann ich mein Beefsteak wenigsten» gemüthlich aufeffen!"
liebet eine bet mißlichsten Begleitetscheinungen unserer großstädtischen Entwickelung, die Sladtnebel, ihre Ursachen und Wirkungen, handelt ein in gegenwärtiger Zeit doppelt interessanter Aussatz von Professor F. Sautter im neuesten elften Heft „Bom gsel« «UM (Union Deutsche Berlagsgesellschaft). Da haben eS die Bewohner der kleinen hochgelegenen Republik San Marino in den Apenninen, deren patriarchalische Sitten unS Dr. Hans Barth in einem, mit trefflichen Illustrationen geschmückten Artikel schildert, schon besser. Wie weit ei die moderne Amateurphotographie gebracht hat, sehen wir an einer Reihe anmuthiger Proben von der letzten Hamburger Ausstellung, zu der H- Benrath den Text geschrieben hat. Die Rubrik: „Unsere Zeitgenossen" bringt eine sehr gelungene Reproduction des Fechner'schen Bilds von Gerhart Hauptmann mit einer Würdigung dieses Dichters von Alfred Kern. Zu dem intimen Reiz bet C. E. Ries'schen Novelle „Famllie Mounod" und dem geistvollen, etwas satytisch überhauchten Roman „Moderne Jugend" von Bianca Bobertag bildet der nene Roman von Ludwig Ganghofer „Die Bacchantin" in seiner spannenden Exposition die denkbar glücklichste Ergänzung. Der reichhaltige Sammler enthält unter Anderem den brieflichen Bericht eines Mitkämpfers in den Gefechten bei Dijon über die dort verlorene Fahne und den Heldentod ihrer Vertheidiger. Von der Reproductionstechnik dieser Zeitschrift geben uns das farbige Umschlagbild „An der Table d'hote" und die Kunstbeilage „Eine Winternacht in Lithauen" wieder zwei herrliche Proben.
Redactisn: N. Gcheyda. — Druck und B erlag der Brühl'schm UniverfiMS-Buch. und ©teinbrutferei (Pietsch & Gcheyd«) in Gießen.


