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»Oh, kapitaler Sport! Aber Ihrs Krankenträger haben mir nicht gefallen!"

Die Hochzeitsreise.

Eine kleine Plauderei für die Frauenwelt. Von Julius Röhler.

_______ (Nachdruck verboten.)

Goethe sagt inWilhelm Meisters Lehrjahre" nach der ersten Dichtung des Hamlet und bei der durch ein unmäßtger Gastmahl darauf folgenden Verstimmung t der Schauspieler: Eigentlich konnte man bei dieser Gelegenheit die Bemerkung recht wahr finden, daß man keinen Zustand, der länger dauert, ja der eigentlich ein Beruf, eine Lebenswche werden soll, mit einer Feierlichkeit anfangen dürfe. Man feiere nur, was glücklich vollendet ist eine Cermonie, allen zum Anfänge erschöpfen Lust und Kräfte, die das Streben hervor- bringen und uns bei einer fortgesetzten Mühe beistehen sollen. Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest da« unschicklichste, keines sollte mehr in Stille, Demuth und Hoffnung begangen werden als dieses."

Wie groß die Wahrheiten auch find, welche der deutsche Altmeister in seinen Werken ausspricht, so will uns doch scheinen, daß ein Urtheil von Goethe über Hochzeit und Ehe­stand nicht allzuschwer in das Gewicht fällt, und im Gegensatz ru den oben angesührten Worten des Dichters bekennen wir, daß wir ein solennes hübsches Hochzeltsfest sehr wohl ge- rechtfertigt und angemeffen finden. Natürlich soll das eine Familienfeier fein, welche den gesellschaftlichen Verhältnissen der Brautleute entspricht, nicht ein eitles Prunke« mit hoch, zeitlichen Kleidern oder ein Schwelgen in außergewöhnlichen Genüssen, und wer die Mittel zur Feier nicht übrig hat, der thut auch besser, wenn er die Kosten de« Hochzeitsmahles als Nothgroschen mit in die Ehe nimmt. Die besser sttuirts Minderheit aber, welche der hergebrachten Gewohnheit nach Belieben folgen kann, hat nun leider an Polterabend, Trauung und Hochzeitsmahl häufig noch nicht genug und es ist die Hochzeitsreise fashionable geworden. Diese aber möchten wir als ein modernes Uebel bezeichne«!

Weshalb?" wird vielleicht manche glückliche Braut fragen, welche sich die geplante Hochzeitsreise nach der Schweiz, Tirol und dem Königssee mit jugendlicher Phantasie ausge- malt hat. Weshalb, das wollen wir in Nachfolgendem darthun.

Zunächst gedenken wir des citirten Dichterwortes, daß maneinen Zustand, der dauern, der Beruf und Lebens­weise werden soll, mit Ernst, Demuth und Hoffnung beginnen möge!" Wenn also ein Brautpaar mit der Hochzeit sein erwünschtes Ziel erreicht hat, dann find die Zetten des Tändelns und Spielens vorüber, und es beginnt der Ernst des Ehestandes vom ersten Tage an in den eigenen vier Pfählen; die junge Frau beginne sofort ihr Hausregiment d. h. kein Pantoffelregiment und zeige ihre Befähigung und Kunstsertigksit in Hau«, in Küche und Keller.Vor der Ehe ist Alles Schein, in der Ehe kommt das Sein! ' Der Brautstand mag jahrelang gedauert haben, die Verlobten lernen fich in demselben trotzdem nicht gründlich kennen, da sich jeder nur von der besten Seite zeigt und die gegenseitigen Fehler oder Etgenthümlichkeiten mit dem Mantel der Liebe umhüllt werden. Ein langer Brautstand ist auch nicht gut; Mannräuschlein nannte man im 17. Jahrhundert den Braut­stand, von einem Rausch aber kann man nur wünschen, daß er schnell vorübergeht, und ist eine Braut zudem meistens ein untaugliches und ungenießbare« Familienglied.

Doch nun zur Hochzeitsreise! Wenn das junge Ehe­paar manchmal mitten von der Festtafel aufsteht, um dann für Wochen oder gar Monate ein modernes Nomadenleben zu führen, so wird der unnatürliche Zustand der Brautschaft gleichsam in der Ehe fortgesetzt.Lust und Kräfte, die da« Streben hervorbringe« und un« bei einer fortgesetzten Mühe

beistehen sollen, «erden zum Anfangs erschöpft," wie der Dichter sagt, und wenn die Eheleute dann endlich, von Reise und Hotelkost übersättigt, in« eigene Heim einziehen, wird die Ernüchterung über die matte Auflösung de« reizenden Räthsel«, welches die Ehe sein soll, um so größer sei«.

(Schluß folgt.)

Ein prächtiges und werthvolles Weihnachts­geschenk für Jung und Alt. Ein Leser schreibt uns:In Ihrem geschätzten Blatte wurde kürzlich auf eine neuartige soge­nannte Accordzither aufmerksam gemacht, welche die Musik- instrumentenfabrik I. T. Müller in Drerden-Striese« in den Handel bringt. Ich habe mir eine solche Zither kommen lassen und muß gestehen, daß das wirklich ein ausgezeichnetes Musik- instrument ist, welches sich bald wegen seiner leichten Er­lernbarkeit und sonstigen Eigenschaften die allgemeine Gunst de« Publikums erringen dürfte. Wie viele hegen den Wunsch, ein Instrument spielen zu können", müssen aber auf die Erfüllung desselben verzichten, weil e« ihnen an Zeit und Gelegenheit gebricht, fich die hierzu nöthige, Mühe und Aus- dauer erfordernde Notenkenntniß und manuelle Fertigkeit zu erwerben. Bei der Müller'schen Accordzither kann man sich alle Vorkenntniffe in einer Stunde aneignen, indem die hierzu beigegebene Unterrichtsschule jedem Halbwegs aufgeweckten Kinde ein sofortiges Spielen de« Instruments ermöglicht. Die leichte Erlernbarkeit dieses Instruments geht schon daraus hervor, daß nur die einfache Melodie zu spielen ist, während die begleitenden Accorde durch einfaches Drücken auf sehr finnreich angebrachte Manuals hervorgebracht werden, dabei hat diese Zither einen so schönen und vollen Ton, der von keinem andern derartigen Instrument erreicht wird. Alle diese Eigenschaften, sowie der mäßige Preis, der ja dadurch, daß ein kostspieliger und zeitraubender Unterricht zur Er- lernung nicht nothwendig ist, noch bedeutend herabgesetzt wird, machen die Müller'sche Accordzither so recht zum Familien. Instrument für jedes Haus geeignet und zu einem prächtigen, gewiß überall willkommenen Weihnachts-Gefchenk."

Zubereitung des Gerstenfchleims. Die Gerste wird gewaschen, mit Fleischbrühe aufgefüllt, fleißig umgerührt und ein und eine halbe Stunde gekocht. Wenn nöthrg, wird Fleischbrühe nachgegossen. Eine Viertelstunde vor dem An- richten rührt man einen Kochlöffel Mehl mit etwas kaltem Wasser oder Milch zu einem Teig an und kocht das Gericht mit demselben fertig. Zum Schluß wird das Ganze durch ein Sieb getrieben und nach Belieben mit einem Eidotter ge­bunden.

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Rindfleisch (polnische Art), ein sehr kräftiges Esse« Von einem Stück mürbem Filet schneidet man zolldicke Scheiben, klopft sie mit einem naßgemachten Messer breit, wälzt sie in geschmolzener Butter, bestäubt sie mit. Mehl und Salz, läßt sie dann in einer mit Butter auegestrichenen Kasserole auf beiden Seiten dunkelbraun anbraten. Run gießt man halb Bouillon, halb weiße« Wein dazu und zwar so weit, daß e« nur eben übersteht, thut englisches Gewürz, ganzen Pfeffer, ein Lorbeerblatt, einige Wurzeln, als: eine Mohrrübe, Peter­silie und eine Zwiebel daran, läßt da« Fleisch damit ganz langsam gar dämpfen, richtet e« an und gibt die Sauce, die man entfettet hat, durch ein Sieb darüber.

Beim Heirathsvermittler.Die Dame soll möglichst tiefschwarzesgHaar haben! Ich liebe so etwa«! Ganz nach Wunsch; wir haben sie in allen Dessins!

Rebaction: «. Scheyda. Druck und »erlag der Brühl'schen UniverstStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m