Ausgabe 
19.11.1896
 
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UnterhaltungsblatL pun Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

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^Donnerstagden 19 November

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In Fesseln.

Erzählung von Reinhold Ortmann.

(Fortsetzung.)

An diesem Nachmittag arbeitete er nicht mehr, und Erika selbst konnte der bedeutsamen Entscheidung, die ihr der heutige Allend bringen sollte, nicht ungeduldiger entgegenharren, al« der halb erblindete Greis, der ruhelos in seinem Zimmer auf« und nieder wanderte, um horchend stehen zu bleiben, so oft er das Geräusch von Schritten auf den Kieswegen des Gartens zu vernehmen meinte.

Die abendliche Dunkelheit hatte bereits ihre Schatten über das waldumkränzte Thal geworfen, als endlich die Glocke anschlug, deren Klang den beiden sehnsüchtig wartenden Herzen nichts Anderes verkünden konnte, al« Ellesmer's Er­scheinen. Erika flüchtete in ihr Giebelstübchen hinauf, und der Professor warf sich unwillkürlich ein wenig in die Brust, wie es einem Manne wohl ansteht, der solche Kostbarkeiten zu vergeben hat. Gleich darauf wurde an die Thür des Arbeitszimmers geklopft; aber es war das wohlbekannte Klopfen feiner Dieners, und im gleichgültigsten Tone meldete ihm der junge Mensch:

Der Hausdiener von der Villa Belevedere hat soeben diesen Brief für den Herrn Professor abgegeben."

Eine furchtbare Ahnung legte sich centnerfchwer auf die Brust des alten Mannes.

Rufen Sie meine Tochter!" brachte er mit Anstrengung hervor.Sagen Sie ihr, daß ich sie dringend bitten ließe, sich sogleich zu mir zu bemühen."

Kaum zwei Minuten vergingen bis sie erschien. Auch ihre blauen Augen öffneten sich wett vor Ueberraschung, als sie den Vater allein fand und als sie feine verstörte Miene sah. Mit zitternder Hand hielt ihr Fabricius den noch un­erbrochenen Brief entgegen.

Er ist nicht gekommen, sondern er hat geschrieben. Sage mir um Goiteswillen, Erika, was das bedeutet!"

Der Umschlag, den ihre Finger gelöst hatten, fiel zu Boden, und sie las; aber nicht laut und vornehmlich, wie der Professor erwartet hatte, sondern still für fich mit einem

angstvoll über die Zeilen hinirrenden Blick und einem Gesicht da« innerhalb weniger Secunden die durchsichtige Bläffe und Starrheit des Marmors angenommen hatte. Sie stieß keinen Schrei des Entsetzens aus und sie fiel auch nicht in Ohnmacht, aber als ihr Vater in fieberhafter Spannung fragte:

Nun, willst Du mit denn nicht mittheilen, Kind, was in diesem Briefe steht" da erwiderte sie mit einer völlig tonlosen Stimme, die er kaum als die ihrige erkannte:

Es ist Alles aus, Vater! Er wird niemals kommen. Aber diesen Brief ich kann ihn Dir nicht vorlesen ich kann nicht. Und es ist ja auch gleichgültig, was darin steht- Ellesmere nennt sich selbst einen Nichtswürdigen. Ist das noch nicht genug?"

Aber ist es denn möglich?" rief Fabricius, und zwei helle Thränen zitterten an feinen Wimpern.Mein Kind mein armes, geliebtes Kind wie wirst Du dies Ent­setzliche ertragen!"

Wie es sich für Deine Tochter geziemt!" erwiderte sie fest.Laß mich nur diesen Abend allein auf meinem Zimmer bleiben; morgen da« gelobe ich mir feierlich morgen werde ich Dir mit keinem Wort der Klage oder des Jammers mehr lästig fallen."

Er hätte sie zwar viel lieber bei sich behalten, umso­mehr, als er noch gar nicht wußte, was in dem unglückseligen Briefs stand, aber es dünkte ihm eine Grausamkeit, ihr die Bitte zu versagen, die sie aus verzweifelndem Herzen an ihn richtete, und e« wäre das sicherlich die erste Grausamkeit gewesen, die er seit der Stunde ihrer Geburt an ihr be­gangen hätte. So küßte er sie zärtlich auf die Stirn und bat sie mit zitternder Stimme, tapfer zu fein. Aber als sie dann gegangen war, tastete er nach dem Briefe und machte sich daran, ihn mit Hülfe des kläglichen Restes, der ihm von seinem Augenlicht noch geblieben war, ohne fremden Beistand zu entziffern. Er mußte das Blatt hart unter die Lampe halten und mußte sich der verschiedensten Gläser und Lupen bedienen; trotzdem aber wäre ihm die mühevolle Arbeit sicherlich nicht gelungen, wenn Herbert Ellesmere's Schrift nicht fo schöne und gleichmäßige Charactere gezeigt hätte. Nach langer Qual war er endlich mit seinem Vorhaben zu Stande gekommen und hatte gelesen:

Herr Professor! Der verdammenswertheste uud zugleich