Ausgabe 
19.3.1896
 
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Mittel gegen das Schnarchen. Sehr häufig hört man die Frage auswerfen, ob es ein Mittel gegen das Schnarchen gebe. Ein Doctor Z. antwortet darauf im Pariser Figaro" durch Angabe des solgenden, angeblich unfehlbaren Mittels; Sie sind gewohnt, auf der rechten Seite zu schlafen, so stecken Sie etwas Watte ins linke Ohr; pflegen Sie auf der linken Seite zu liegen, fo müsien Sie ins rechte Ohr etwas Watte stecken. Ich selbst bin durch dieses Mittel geheilt worden. Wir übernehmen selbstverständlich keine Bürgschaft für das Mittel, aber wir glauben es unseren Lesern wenig» stens bekannt geben zu sollen.

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©ine grausame und unnöthige Menfcherv anälcrei, die sür die Gesundheit zahlreicher junger Mädchen verhängnißvoll wird, veranlaßt gegenwärtig in Berlin mit» leidige Menschenfreunde zur Stellungnahme und Abhilfe. amb» stände in der Reichshauptstadt haben nun zwar für unferen Leserkreis wenig eigentliches Jnterefle, gleichwohl aber müssen wir diese traurige Angelegenheit aufgreifen, nachdem wir zu unserem großen Bedauern erfahren mußten, daß auch hier einige, allerdings nur wenige Geschäfte bestehen, in denen die jungen Lehrmädchen und Ladnerinnen maltraitirt werden ä la Berlin- Dabei handelt es sich um die unsinnige und völlig unnöthige Vorschrift, nach welcher es den Mgen Ver, käuferinnen in den Ladengeschäften aller Art verboten ist, auf einer Bank oder einem Stuhle Platz zu nehmen, selbst wenn ste Kunden nicht zu bedienen haben. So kommt es, daß die armen, bemitleidenswerthen Geschöpfe, die in vielen Fällen noch nicht einmal anständig bezahlt werden, tagein, tagaus auf den Beinen bleiben müssen. Jeder hat sich n seinem Leben schon einmal in einer Situation befunden, die ihn zu längerem Stehen zwang, und jeder wird es daher auch d°n Soldaten glauben, wenn er sagt:Lieber acht Stunden mar» schiren, als zwei Stunden stehen!" denn man kann sich gar keine grausamere Ermüdung sbenken, als eben diejenige, die bei lang andauerndem Stillstehen die Glieder und den ganzen Körper befällt. Wird also schon aus diesem Grunde durch jene Vorschrift an den Ladenmädchen eine grausame Tortur verübt, so steigert sich diese bis zur Unmensch.ichkeit durch die schlimmen Folgen, die ste für die Gesundheit und sür das Leben der Unglücklichen hat. Diese letztere Serie der Angelegenheit findet eine grelle Beleuchtung in einem Aufruf, der vor wenigen- Tagen in den Berliner Blättern circulirte und der auch hier zu Lande gelesen und beherzigt zu werden verdient. Es heißt darin:Tausende junger Mädchen sind als Verkäuferinnen in den Geschäften thätig. Ihr Gesundheits­zustand ist meist sehr schlecht. Nach dem Gutachten, welches das kaiserliche Gesundheitsamt erstattet hat, ist dem Umstande, daß die Handlungsgehilfinnenihre Arbeit nicht anders als stehend verrichten können, in einigen Geschäften auch dann, wenn Kunden nicht zu bedienen sind, stch nicht fitzen dürfen, insbesondere die Entstehung von G°sundheitsschädigungen bei« zumessen."Bei Personen, deren Knochenbildung in Anbetracht ihre» Lebensalters oder in Folge von Krankheit noch nicht vollendet ist, entstehen Verkrümmungen der unteren Gliedmaßen und Veränderungen am Fußgewölbe. Eine andere Fo.ge der anhaltenden - ost 12» bis 15 stündigen - Stehens äußert sich in Störungen des Blutkreislaufs im Bereiche der unteren Gliedmaßen, insbesondere in der Bildung von Krampfadern. Aus den Beobachtungen der Kassenärzte, welche die 8060 Mit­glieder des Hilfsvereins sür weibliche Angest llte behandeln, zeigt fich ebenfalls die Gefahr des beständigen Stehens. Alle Versuche, diesem Uebelstande abzuhelfen, sind bisher daran ge­scheitert, daß die Kundschaft sich der Sache nicht angenommen hat und die Ladenbesitzer berechtigt waren, zu glauben, d Kunden verlangen als Zeichen der Höflichkeit, daß die Ver-

1 käuferinnen sie stehend bedienen. Wir sind jedoch überzeugt, die Käuferinnen werden jene Höflichkeit nicht mehr verlangen, sobald sie wissen, daß sie mit dem kostbarsten Gut des M n- schen, der Gesundheit, bezahlt wird." Auch von den hiesigen Käuferinnen ist .sicher zu Erwarten, daß sie energisch gegen eine alberne Höflichkeitsmaßregel protestiren, die vielen Hun- betten armer, zumeist schlecht genährter und deßha b wemg widerstandsfähiger Mädchen die Gesundheit und viele Jahre ihres ohnedies dornenvollen Lebens kostet. Röthigen Faller werden sie der unmenschlichen Grausamkeit dadurch entgegen treten, daß sie alle ohne Ausnahme jene Geschäfte meiden, in denen die christliche Nächstenliebe einer Lappalie wegen mit Füßen getreten wird. Möge jede Dame von Herz undi Gemmy dazu beitragen, daß dieser Schinderei ein Ende bereitet mir -

Ich sagte er ja vorhin schon: Trennung unserer Ehe, die auf fo ungesunder Grundlage aufgebaut ist. Als ich da» mals Deinem Wunsche nachgab, mich Dir zu vermählen, war es in der sicheren Hoffnung, wenn Gott Dir die Gesundheit wiederschenken sollte, mir auch Deine Liebe gewinnen zu können. Ich sehe jetzt ein, daß mir da» nicht gelungen ist, niemals gelingen wird. Schon als wir von Gattersberg abreisten, stand der Entschluß in mir fest, sobald ich diese Ueberzeugung gewonnen hätte, ein Band, das unter diesen Umständen nur zur drückenden Fessel werden kann, wieder zu lösen."

Die Freiheit, die mein Tod Dir gegeben hat, wäre Dir sicher erwünschter gewesen," stößt er jetzt bitter, seiner selbst nicht mehr mächtig, hervor.

Wolf!"

Ihr Auge flammt auf, ste ist nicht mehr die liebevolle Gattin, die hingebende selbstlose Pflegerin, nein, das ferner Würde, seines Werthes sich voll bewußte Weib.

Das das geht zu weit," stammelte sie garz außer sich.Du zwingst mich, Dir zu sagen, was sonst nie über meine Lippen gekommen wäre. Wolf, ich weiß Alles. Ich kenne die Gründe, die Dich zu dem Wunsche, mich zu hei- rathen, bewogen haben, lernte sie leider zu spät kennen."

Nun?" wirst er, als sie einen Augenblick zögert, mit herausfordernder Kopfbewegung ein.

Hätte ich sie früher auch nur geahnt, so sehr auch mein Herz für Dich sprach, nie wäre ich die Deine geworden. Eine» aber stand seit der schmerzlichen Stunde, da mir diese grau­same Enthüllung gemacht wurde, fest in mein« Seete.Jffiäre e» anders gekommen, wie es gekommen ist, hätte Gott Dich, wie Du damals sicher glaubtest, wirklich abgerufen, eine Erbschaft, die andere ältere Rechte schädigten, hätte ich niemals angetreten." ________ (Fortsetzung folgt.)

G-in-innNtziges.

Znr Vorsicht beim Benutzen von Bleistiften wird gegenwärtig wieder in verschiedenen Lehrerzeitungen ge­mahnt. Und zwar wird namentlich die größte Sorgfalt beim Anspitzen der Bleistifte empfohlen, sowie vor dem Anfeuchten mit den Lippen gewarnt. Als abschreckende Beispiele aber werden besonders folgende Fälle angeführt- Vor einiger Zeit starb im Augustahofpltal in Berlin der 18 Jahre alte Kunst- chlosser R. A. Er hatte sich beim An spitzen einer Bleistiftes in den Finger geschnitten und achtete der Wunde, in welche etwas Graphit gerathen war, nicht weiter. Am nächsten Tage stellte fich eine schmerzhafte Entzündung de» verletzten Fingers ein, die Hand, ja der Arm, schwollen bedeutend an. Erst al» die Vergiftung auf die linke Brustseite und Schulter übergegangen war, wurde ärztliche Hilfe in Anspruch ge­nommen aber zu spät. In einem andern Falle konsta- ttrte der Arzt als Ursache eines langwierigen, chronischen Darmcatarrhs bei einem jungen Manne die Gewohnheit, den Bleistift vor dem Gebrauche mit dem Munde anzufeuchten. Die Lehrer werden daher in den betreffenden Zeitungen auf­gefordert, diese üble Gewohnheit zu bekämpfen.

glebactlon: St. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen UmverMls-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & @$et)t>ci) m G 6