Ausgabe 
18.8.1896
 
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MM Gießener AnMiger (General-AMiger).

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Digitalis purpurea.

Eine Erzählung nach dem Leben von A. Oscar Klaußmann.

------- (Nachdruck verboten.)

Der Assistent Dr. Brettschneider vom botanischen Garten zu Breslau wollte an einem Sommertage des vorigen Jahres gerade Mittagspause machen, als ein Diener des Gartens im Directionsgeböude erschien und ihm mittheilte, es fei so« eben ein fremder Herr verhaftet worden, weil er gegen die Vorschrift Blumen im Garten abgerissen habe.

Brettschneider begab sich nach dem Hause, das am Ein­gänge de« Gartens stand und das die Wohnung des Castellans und den Aufenthaltsraum für die diensthabenden Gärtner enthielt, und fand hier einen anständig gekleideten Mann, der in dem Augenblicke verhaftet worden war, als er den Garten verlassen wollte.

Einer der Gärtner, die den Aufstchtsdienst hatten, erzählte:

Ich sah diesen Herrn schon wiederholt hier int Garten, und er kam mir vor, als pflücke er jedesmal Pflanzen ab und verberge sie unter seinem Rocke. Ich habe ihn heule besonders scharf aus« Korn genommen und habe bemerkt, wie er im westlichen Theil des Gartens, als er sich unbe­merkt glaubte, mit seinem Taschenmesser eine ganze Pflanze abschnitt und unter seinem Rocke verbarg. Ich ging ihm nach und verhaftete ihn, als er soeben den Garten verlassen wollte. Der Herr verweigert die Nennuig feines Namen«, und wir haben nach Ihnen geschickt, Herr Doctor, um zu erfahren, ob wir dm Herrn der Polizei übergeben sollen."

Sie hören, was der Gärtner gegen Sir aussagt", erklärte Dr. Brettschneider,was haben Sie zu erwidern?"

Ich möchte Sie einen Augenblick allein sprechen, Herr Doctor," sagte der Verhaftete,ich bitte Sie dringend um eine Privatunterredung."

Dr. Bretlschneider überlegte einen Augenblick.

Kommen Sie in da« Nebenzimmer I" sagte er; was haben Sie mir mitzutheilen?"

Als Brettfchneider mit dem Fremden allein war, ver­beugte sich dieser und sagte:

Mein Name ist Brinkmann und ich bin hier in Breslau ansässig. Ich bin leidenschaftlicher Botaniker, obgleich mir

meine Berufsgeschäfte dazu wenig Zeit lassen. Vor Allem habe ich mir ein Herbarium angelegt und suche dasselbe aufs Eifrigste mit werthvollen Pflanzen zu versehen- Haben Sie Mitleid und Nachsicht mit einem Menschen, der von Sammel- wuth ergriffen ist, nach seinen eigenen Neigungen zu leben. Ich bin königlicher Beamter und den ganzen Tag über an da« Bureau gefesselt. E» bleibt mir kaum in den Abend« stunden Zeit zu botanifiren, und so habe ich mich heut ver­leiten lassen, bei Ihnen im Garten eine Pflanze mitzunehmen, weil ich glaubte, Sie würden den Verlust nicht besonders be- merken, da ja von dieser Art noch eine ganze Anzahl anderer Pflanzen vorhanden find. Ich weiß nicht einmal, was es für eine Pflanze ist. Das größte Vergnügen bereitet mir zu Hause das Bestimmen der Pflanzen aus Büchern. Tage­lang kann ich dann nachgrübeln und nachfinnen, um zu be­stimmen, in welche Klaffe die Pflanze gehört, und kein Mensch, der ein Lotterieloos gewinnt, mag eine ähnliche Freude em» pfinden wie ich, wenn es mir geglückt ist, eine Pflanze in der richtigen Klasse unterzubringen."

Wollen Sie mir einmal die Pflanze zeigen."

Brinkmann griff unter den Rock und holte eine Pflanze mit Blüthen hervor, die er Brettschneider zeigte.

Brettschneider machte ein erstauntes Gesicht.

, «Das ist digitalis purpurea," sagte er;der Fingerhut, eine Giftpflanze."

Brinkmann schien erschrocken.

Eine Giftpflanze?" sagte er;davon habe ich keine Ahnung gehabt. Sie ist doch nicht gefährlich?"

Allerdings ist sie gefährlich," erklärte Brettfchneider- Der Fingerhut mit feinen Abarten ist eine unserer giftigsten Pflanzen. Sie finden ihn ja auch al« Zierpflanze in den Gärten; aber da« ist die ungefährlichere Art. Was Sie da in der Hand haben, ist die Abart femiginea, eine Species de« syrischen Fingerhut«, und ich muß Eie vor Allem bitten, diese Pflanze sofort zurückzugeben. Sie dürfen dieselbe nicht mit aus dem Garten nehmen. Sie sehen, wohin es führt, sich widerrechtlich in den Besitz von Pflanzen zu fetzen, die man nicht kennt."

Machen Sie mich nicht unglücklich, Herr Doctor!" sagte Brinkmann-Denken Sie, ich bin königlicher Beamter und eine Anzeige bei der Polizei bringt mich um meine ganze