Ausgabe 
18.1.1896
 
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d lüftete den Hui hier zu öffnen," ingenden Stimme, äulein!" erwiderte , dem gegen Wind che Frage doch zu auf Ihren Wunsch

igstltch ab,Zug, en Schleier zurück. :s süße Antlitz mit chönsten Träumen

! die Augen und er zu.

ein!" stotterte er. elleicht haben wir zu ihm wendend, >ew Pensionat und m."

-at, einer ganzen ignet zu sein, hab' der ehrwürdigen derlei Attributen respectheischenden eine Gnädige" et diese mit silber- nfalls.O," fuhr i6e gefunden, daß Jugend gegenüber >et sechzig Jahren, im besten wiffen" erschreckt an. Er räurein? brachte von Ihnen durch iertn Werner, bei aant Waldmann?' blicklich Lieutenant -bhast,ich hörte

ch und düster au» obachtete.

t angelegentlich mit cht ohne Bitterkeit, unge Dame ruhig. ie behauptete, daß zabe."

ndin, meine Gnä« d.Er thut mir g zurückweisen zu en ist. Ich hatte das zweite Unrecht einem alten Herrn, terlich gestnnt ge-

junge Dame mit sich an den Kaiser : Sache vortrage«

H

in, Sie sind -gewiß mcto militärischer >r unterrichtet z« ckliche Thema und

erzählen" ,,

Gewiß, Herr Waldmann," fiel die Mge Dame rasch ein.Sie müffen mir fest versprechen, mich aufzusuchen, auch bann, wenn alle Erfolge und Hoffnungen, Ihren Leben-plan zu verwirklichen, wider Erwarten fehlschlagen sollten. Wollen Sie mir da« geloben?" ' I

Mit Wort und Handschlag," erwiderte er, ihr freudig die Hand reichend, in welche sie erröthend die ihrige legte.

Dann lachte sie plötzlich laut auf.

Es ist zu komisch," sagte sie.zwei wildfremde Men. scheu, welche zuvor niemals ein Wort miteinander gewechselt haben, deren Lebenswege bis heute so grundverschieden gewesen sind, werden in weniger als einer Stunde gute Kameraden, als ob sie sich jahrelang gekannt hätten. Woher kommt da», Herr Waldmann?"

Der junge Mann sah sie mit einem Blick an, vor dem sie rasch die Augen senkte.

Natürlich einzig und allein von der Theilnahme, welche meine Freundin für Sie empfunden," setzte sie ein wenig ver­wirrt hinzu,ich hoffe, Sie werden mich nicht für unweibltch halten, Ihnen diese Theilnahme so offen gezeigt zu haben."

O, mein gnädiges Fräulein, wenn Sie ahnen könnten, wie diese Theilnahme meinen Lebensmuth erhöht, mir den Glauben an die Zukunft wiedergegeben hat, Sie würden nicht so kleinlich von sich selber denken. Mich dünkt, daß der Himmel zwei Waisen zusammengeführt hat zu einem Bündniß"

Fester Kameradschaft oder Freundschaft, wenn Ihnen das Wort vielleicht besser gefällt," ergänzte Cäcilie rasch seine Rede, die auf ein gefährliches Terrain zu führen drohte. , Wir sind zwei arme Waisenkinder, ich wenigstens besitze keine Schätze, wonach Diebe graben könnten, vielleicht verfügen | Sie darüber, Herr Waldmann

Ja, spotten Sie nur," seufzte er mit einer so kläglichen Miene, daß sie laut auslachte.

Also auch ein arme» Waisenkind," fuhr sie mit drolligem Humor fort,dar" von seiner Lieutenantsgage leben muß."

Notabene, wenn ich Glück habe, meine Gnädige!"

Hoffen wir es," sprach Cäcilie mit warmer Theilnahme im Blick und Ton.Sie würden im Civilrock sich stet« un­glücklich sühlen." ,, , .

Ich wüßte auch in der That nicht, was rch alsdann beginnen sollte," bemerkte der junge Mann, sie nachdenklich anblickend. , , ,,,

'Ihre Kenntnisse verwerthen," rief sie eifrig,Sie ver­fügen doch sicherlich über einen Sprachschatz"

Dar wohl," gab Waldmann zu. ,,

Neber mathematische Kenntnisse und was dazu gehört.' Allerdings indessen"

Wollten Sie im Civilrock verzweifeln? Da« brauchen

Sie wahrlich nicht, Herr Waldmann! - Sie können sich mit einem solchen Schatze überall Ihr Brod verdienen, haben also durchaus keinen Grund, zu verzweifeln, wen» Ihr Plan sich nicht verwirklichen sollte, obwohl ich dies in erster Reihe für Sie wünsche und hoffe."

Sie find mein guter Engel," rief Walomann tiesbewegt, und ob ich damit Ihren Spott wieder heraussordern sollte, so bin ich doch dem Himmel dankbar, daß er Sie mir als Reisegefährtin gegeben hat"

So, jetzt find wir auf einer Hauptstation," sagte Cäcilie, ihm lächelnd zunickend,wir werden nun jedenfalls Gesellichaft bet°m,/Snn erlauben Sie, daß ich mich an Ihrer Seite niederlasse, mein gnädiges"

Ich habe nichts dagegen, Herr Waldmann, obwohl Fräulein Stern" darselbe thäte. Am besten ist'-, wenn wir gar keine Namen nennen in fremder Gegenwart. Ich hatre mich auf ein wenig Bewegung gefreut," fuhr sie rasch fort, ziehe es nun aber doch vor, hier zu bleiben."

Darf ich Ihnen eine Erfrischung besorgen, Fräulein Cäcilie?"

Er sprach ihren Namen mit einer so eigenthümlichen Be­tonung aus, daß das junge Mädchen tieferröthsnd die Augen

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deMcken Sie mich lieber durch die Nennung Ihre» Namens, I - damit ich die Erinnerung an diese Reise wie eine glückbringende Vorbedeutung mit mir nehme in meine dunkle, ungewtffe Rulunft*I

Ich heiße Cäcilie Stern," erwiderte sie zögernd, wobei eine leichte Röthe ihr blaffe», geistreiche» Antlitz überzog.

Cäcilie," sprach Waldmann, sie wie träumend anbltckend, ein schöner Name, er soll mir als Stern auf meinem Wege voranleuchten. Sie lächeln über den armen Lieutenant außer Dienst, der sich zu einer poetischen Wortspielerei versteigt -

O nein, nein, Herr Waldmann!" fiel Cäcilie hastig ein,denken Sie nicht so niedrig von mir. Auch ich bin arm und elternlos, muß mein Brod bei Fremden suchen und gehe ebenfalls einer ungewiflen Zukunft in Wien entgegen, wo ich eine neue Stellung antrete. Was aber gedenken Sie an- zufangen, wenn ich mir diese Frage erlauben darf?"

Ich?" tief er mit ausleuchtendem Blick- «O, hoffentlich in die österreichische Armee einzutreten, da ich einen regel­rechten Abschied und einige Empfehlungen befitze. Aber daß auch Sie nach Wien gehen, sogar dort bleiben, da« freut mich unsagbar," setzte er mit erregter Stimme hinzu,und, nicht wahr, ich darf in der großen fremden Stadt auf ein Wiedersehen hoffen? Darf Ihnen von meinen Erfolgen

fctttte

'Ja, bitte um eine Taffe Bouillon," erwiderte sie, ihre Befangenheit rasch bemeisternd.

Dann will ich doch nur, um etwaigen Uebersällen zuvor- zukomme i, von diesem Platze erst Besitz ergreifen," meinte Waldmann, eine kleine Umhängetasche neben Cäcilie legend. Sie erlauben es doch?"

Selbstverständlich, man hat lieber einen guten Kameraden zur Seite, al« einen wildfremden Menschen."

Wie Cäcilie vorausgesagt, so geschah e».

Das Coupee wurde gedrängt voll und unsere beiden jungen Bekannten erfreuten sich bis Wien keine» Allein-Beisammen- seins mehr. (Fortsetzung folgt )

Die Standvögel.

(Vortrag in einer Ansschußsitzung des Gießener Thierschutzverems.)

Die Vögel werden, wie bekannt, in Zug-, Strich- und Standvögel eingetheilt. Die Zugvögel (Wandervögel), zu denen unsere lieblichsten und vorzüglichsten Sänger, wie Nachtigallen, Feldlerchen und noch viele andere gehören, ver- laffen un» im Herbste, treten weite, gefährliche Reifen über da« große Meer an, um in Ländern, wo Schnee und Eis unbekannte Dinge sind, ihre Nahrung zu suchen. Die Strich- vögel streichen, um ihr Leben zu fristen, beständig von einer Gegend zur andern; aber die Standvögel bleiben auch in der strengen Winterszeit bei un«, sie gewähren gewiß dadurch, wenn auch meistens ohne Gesang und mit kümmerlicher Nahrung, doch immer unseren öden, winterlichen Gegenden ein freund­licheres, lebendigeres Aussehen, und ich möchte daher schon aus diesem Grunde die Aufmerksamkeit der Menschen ganz besonders aus dieselben lenken. Ein jeder gefühlvolle, mit­leidige Mensch, der sich nicht von rohem Muthwillen oder gar von thierischer Eßlust beherrschen läßt, der wird sicherlich die armen, hungrigen, Überwinternden Vögel, die nicht nur bei Sonnenschein und Blüthenduft bei uns wohnen, sondern auch im strengen Winter bei uns ausdauern, schonen und liebreich behandeln; et wird denselben, wenn sie durch Kälte, Schnee, Eis, Dust und Reif in Hungersnoth gerathen sind, von feinen Voträthen aus christlicher Gesinnung ein Almosen, das aus Brodkrümchsn, Frucht- und Hanfkörnchen, Fleisch­bröckchen, gequellten Kartoffeln u. s. w. bestehen kann, verab- reichen. Die hungrigen Vögel nehmen im strengen Winter, um sich vor dem Hungertode zu retten, mit allem fürlreb, was nur eßbar ist. Jnsecten können wir freilich denselben zur Nahrung nicht darbieten, denn diese haben sich so verkrochen, daß sie für unsere Augen nicht sichtbar find, aber ich bitte dringend i I alle Menschen, doch endlich einmal genau in Betracht zu