Ausgabe 
17.11.1896
 
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GeineinirrWges.

Die Winterlevkoje lirbt im Winter nur mäßige .me und ei« spärlicher G. ßen. Man stelle ste der- Haid nicht in stark geheiztem, sondern mäßig warmem Zimmer auf. Geschloffene Luft sagt ihr nur wenig zu, weßhalb die Häuser oder Zimmer bei milder Witterung stets reichlich zu lüftm iutb.

AllznhSnfiges »egietze« der Zimmerpflanzen im Winter vermeide man. Man überzeuge sich zuerst, ob wirklich die Trockenheit der Topferds eine derartige ist, daß ste eine Bewässerung nöthig hat. Dies läßt fich dadurch prüfen, daß man ein wenig Erde zwischen den Fingern zerreibt, die fich wie trockener Staub anfühlen muß, wenn ste wirklich ausge- trocknet tfL Das Grau-Aussehen ist kein stcheres Merkmal bafüv, M ste gänzlich trocken geworden ist, denn ein sehr sand^er, überhaupt mehr leichter Topfpflanzenboden bekommt sehr leicht, wenn seine oberste Schicht bereits trocken zu werden beginnt, eins graue Farbe. Bei frisch verpflanzten oder neu eingetopften Gewächsen verwende man nur eine feinlöcherige Gießkannenbrausö, außerdem würde die noch feinkrümelige Erde sehr bald durch da« boxte Aufprallen de« au« dem Gießkannenrohre hervorsprudelnden Wasserstrahls zusammen« gedrückt werden, eine bindige undurchlässtge oberste Schicht bllde«.

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Gardinen können rahmgelb gefärbt werden am einfachsten durch Anwendung der für diesen Zweck mit entsprechender Farbe zugerichteten Stärke, die in den be­treffenden Geschäften käuflich zu haben ist. Andernfalls durch Eintauchen in eine verdünnte Abkochung von Kaffee, Cichorien, gebräuntem Zucker, Gerberlohe oder dergleichen, nach voraus angestsllter Probe. Einen überraschend zarten FarbentoN ver- leiht den Gardinen das Färben mit Rhabarberwurzeln. Für 10 bi» 20 Pfennig Rhabarber (etwa 10 Gramm) mit einem halben »er ochendem Wasser aufgebrübt, durchgeseiht und der ->ewöhnl e- Stärke zugesetzt, gibt sür ein Paar Gardinen die vMÜnschtc stich mfarbe^ *

Fleckw gegen Rostsl ^en in Wäsche. Man mischt in einem Glase 1 Theil O läace, 1 Thetl Cttronen- fSure, 1 Theil Kochsalz und 8 Tb»ile reines Wasser- Mit einigen Tropfen der hinaus erhaltenen Lösung überstreicht w-n den Fleck und hält oie betreffende Stelle sodann an ein mit heißem' Wasser gefüllte« zinnerne« Gesäß, worauf der Fleck alsbald verschwindet. Die ursprünglich befleckte Stelle wäscht man zuletzt mit Seifenwaffer ab.

Hühnersuppe. Eine alte Hmne wird sauber geputzt und ^ewasch-n mtl Pfund Ochfinst'» und ebenso viel Kfib- fleisch, dann Peterfiue, Porree und 1 Z orebel in 4 bi« 6 Liter Wasser und dem nöthigen Salz zugesetzt und so lange langsam g-kocht, bi« die Henne weich ist. Nun schneidet man das Brustfleisch des Huhnes in kleine Stücke und legt es in die Suppenschüssel, alle» übrige Fleisch von der Henne, Rind- und Kalbfleisch wird mit 3 hartgekochten Eiern fein gewiegt. 3 altgebackene, abgeriehene Mundbrödchen eingeweicht, ausge­drückt, mit dem Gewiegten an die inzwischen abgeseihte Fletsch­suppe gerührt und aufgekocht. Dann verquirlt man 2 bis 3 Eigelb, treibt die Si ppe durch ein Haarsteb und gibt ste unter fortwährendem Rühren an die Eidotter und die Hühner­stückchen.

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Pelzwaaren aufzufrischen So manche Hausfrau möchte, bevor ste die Pelzwaaren zum Sommerschlafs einpackt, dieselben von den Strapazen de« Winter« etwa« auffrtschen. Die» kann man gar leicht bewerkstelligen, indem man Roggen­

kleie in einem irdenen Topfe zu Feuer bringt und so erhitzen läßt, daß man ste an der Hand gerade noch dulden kann. Hierauf schütte man die heiße Kleie auf den Pelz und reibt letzteren mit Kräften damit ein. Klopft man dann die Kleie wieder heraus, so glänzt der Pelz, wie neu.

Ein erprobtes Mittel, Durchfall der Hunde zu eurireu, besteht in Kamillenthee, au« 90 Gramm Wasser, und 4 Gramm Kamillenblumen, nebst 4 Gramm Eatechusast und 15 Tropfen tinctura opii crocata. Davon gebe man dem Patienten 3 mal täglich einen Eßlöffel voll ein. Ist der Durchfall gehoben, so soll der Hund noch eine Woche hindurch einen Tag nm den andern einen Eßlöffel voll Medieinalleber- thran bekommen.

Humoristisches.

Radfahrer:Man sagt, da» Belocipedfahren sei gesund?"Ganz gewiß."Aber erst seitdem ich radle, muß ich unaufhörlich Doctorrechnungen zahlen."Ist nicht möglich."Ja wohl 1 Für die Leute, die mir unter» Rad laufen." * e

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Höchste Kaltblütigkeit. Engländer zu einem Löwen, der eben zum Sprung auf ihn ansetzt:Mahlzeit! l"

Allerding». Gast (im Hotel): Die Rechnung kann nicht so hoch sein, Sie müssen stchjgeirrt haben. Oberkellner : Da» ist unmöglich, ich rechne immer zweimal.

Nett. Pocker-Spieler (in einer sehrwestlichen" Stadt Nordamerika» zu einem Bekannten):Spielst Du ein» mit, Piet?" Piet:Kann nicht." Pocker-Spieler:Warum denn nicht? Kein Geld he?" Piet:Nee, ich hab meinen Revolver zu Hause gelassen."

Bedientenlogik. Diener:Ich habe jetzt einen komischen Herrn. Der geniert fich, mir direct ein Trinkgeld zu geben. Ec läßt e« immer in der Westentasche stecken und da muß ich es mir beim Kleiderreinigen herausnehmen"

Herzensgüte. Hausfrau:Bitte nehmen Sie doch da« Stückchen Kuchen noch Ihren Kindern mit!" Besuch: Danke, danke, das kann ich doch nicht verlangen." Weshalb nicht, er ist doch nicht der Mühe werth, was Sie übrig gelassen haben." , *

Der dürfte genug haben! Junger Laste (der bei einem Fceiconcert durchaus mit seiner jungen Sltznachbarin ein Gespräch anknüpfen möchte):Wissen Sie vielleicht, wie spät es ist, mein Fräulein ?" Junge Dame:Bedaure." Junger Laste:Aber Sie haben doch eben Ihre Uhr heraus­gezogen und nachgesehen." Junge Dame:Otch sah blos nach, ob ich ste noch hätte."

Regenpoesie. In einem Fremdenbuch der sächstschen Schweiz sprechen folgende Reime für den diesjährigenver­pfuschten" Sommer und sür fich selbst:

Ich, de Jungen und de Kleene Sitzen hier mit miede Beene Oben öffn Liljenschdeene; Aber Aussicht hat merr keene, Denn es nieselt ganz gemeene! Vater", sagte da der eene Karle war'sch von meine Sehne: Wenn de Luft e bissel reene, Js de säck'sche Schweiz ganz scheene!" I woher denn?" meente Lene, Nischt als Felsen, Berge, Bceme Nee, derheeme is derheeme!"

Steindrucken« (Pietsch & Scheyda) in GHegen.

Nrdactiou: 8. Schehdu. Druck und Verlag der Brühl'scheu UuiderMkS-Buch- und