Ausgabe 
17.10.1896
 
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einem gemütlichen Plauderstündchen in der Dämmerung plötz­lich die Lampe angezündet wird. Solche schädliche, schnell wechselnde Ltchtunterschiede zeigen namentlich die flackernden Kerzen und offenen Gasflammen (Schnittbrenner). Leider finden stch letztere noch vielfach in Restaurationen, in denen man doch auch Zeitungen liest. Hier wären Rundbrenner mit Cylindern und Glocken, die ein ruhiges gleichmäßiges Licht auf die Lesenden werfen, dringend wünschenswerth. Diese können nur dann zucken, wenn Waffer in die Röhren der Gasleitung gelangt ist. Petroleumlampen dagegen zucken, wenn sts ordent­lich gereinigt sind, nie. Sehr störend wirkt oft das Zucke» des electrischen Lichtes. Es tritt dies nach Ansicht der Tech­niker in dem Momente ein, wo bei der Dynamomaschine die Naht des Riemens auf die Welle kommt, so daß ein aufmerk­samer Beobachter die Tourenzahl des Motors zählen kann. Bei Anwendung von Batterien zucken sie aber nicht, ebenso wenig wie die Glühlampen beim Gebrauch von Akkumulatoren, und diesen letzteren gehört ja auch wohl die Zukunft.

Welchen Schaden erfährt nun der Mensch durch eine zu heiße Beleuchtung? Durch die vom Lichte ausströmende Hitze wird zunächst die Feuchtigkeit, welche den vorderen Theil des Auges bedeckt, zu schnell verdunstet, es tritt ein Gefühl von Trockenheit und Brennen de» Auges ein. Aber nicht nur das Auge, sondern auch der ganze Kopf wird erhitzt und es ent­steht Kopfschmerz, der schließlich am Weiterarbeiten hindert. Namentlich beim Gaslicht ist die Wärmestrahlung sehr hoch und beträgt durchschnittlich doppelt so viel als beim Glühlicht. Denkt man sich nun ein niedriges Comptoir oder Bureau, in welchem oft zehn und noch mehr Leute, meist zwei an einer dicht über dem Tisch hängenden Gasflamme arbeiten, so ist es sehr erklärlich, daß diese über heißen Kopf und kalte Füße, Augenschmerzen, Nervenunruhe und dergleichen klagen- Die stark erhitzende und austrocknende Strahlung unmittelbar auf den Kopf erzeugt eine ungleichmäßige, naturwidrige Bertheilung des Blutes, indem die Füße blutleer und kalt werden, der Kopf dagegen blutvoll und heiß wird. Auch auf das Ent­stehen der Kahlköpfigkeit ist dies ganz entschieden von großem Einfluß. Eine günstige Wirkung nach dieser Richtung hin üben nun farbige Glocken und Schirme aus. Und zwar halten von der aurstrahlenden Wärme zurück: violett 47 Procent, lebhaft roth 53, hellblau 58, apfelgrün 74 und dunkelblau 81 Procent. Also ist dunkelblau am meisten zu empfehlen. Die Hauptsache aber bleibt stets, den Kopf nicht zu dicht an die Arbeitslampe zu bringen.

Durch ihrs Berbrennungsproduete wirken die Beleuchtung«« Materialien auch auf unser Allgemeinbefinden schädigend ein. Am nachtheiligsten hierbei ist die Bildung von Kohlensäure und die Verschlechterung der Zimmerluft durch Verbrauch von Sauer­stoff. Wie viel Kohlensäure durch die Beleuchtung an den langen Winterabenden sich ansammelt, können wir daraus er­sehen, daß durch das Verbrennen von nur einem Decimeter einer gewöhnlichen Stearinkerze schon 47 Liter der giftigen Kohlensäure erzeugt werden. Allerdings ist dis Luftverun­reinigung durch Kerzen siebenmal so groß als durch Petroleum, und beinahe doppelt so groß wie durch Leuchtgas. Aber auch eine Gasflamme mit 5 Cubikfuß stündlichem Verbrauch producirt neun bis fünfzehnmal so viel Kohlensäure als ein erwachsener Mensch. Am schädlichsten wirken Flammen jeder Art dann, wenn sie flackern, wobei unvollkommene Verbrennugsproducte der Luft beigemischt werden. Petroleumlampen darf man nie zu hoch oder zu niedrig schrauben und muß sie stets sehr rein halten, sonst verunreinigen sie die Luft in hohem Maße und schädigen die Athmungsorgane. Bei Leuchtgas kommt dazu noch der Uebelstand, daß es bei schlechter Anlage oder nach­lässiger Behandlung direct aus der Leitung ins Zimmer strömen kann. Deshalb sollte es in den Schlafstuben nie benützt werden. Kerzen jeder Art, welche nur ausgeblasen, nicht auch ausgedrückt, noch im Dochts weiter glimmen, tragen namentlich zur Ver- i giftung der Luft bei. Dieser Dochtdunst entwickelt nämlich | Kohlensäure, Kohlenoxyd und einen brenzlichen Stoff, das so- \

genannte Akrolein, welch letzteres auch schon weniger empfindliche Nasen recht widerlich berührt. Von seiner geradezu furchtbaren Wirkung bietet folgender, durch Dr. Valentin in einer gerichtlich- medicinischen Zeitschrift veröffentlichter Fall ein Beispiel. Eine Gesellschaft von Zechern neckte den in der Ecke eingeschlafenen Kellner damit, daß sie ihm den Qualm eines frisch ausgeblasenen Kerzenlichtes unter die Nase hielt. Der Aermste beschränkte stch aber nicht darauf, worauf e» abgesehen war,. nämlich Gesichter zu schneiden/ sondern verfiel in Krämpfe und starb.

Nachdem wir nun die künstliche Beleuchtung in ihrem Einfluß auf die Gesundheit in jeder Beziehung betrachtet haben, kommen wir zu dem günstigen Ergebniß, daß fast alle Gesund­heitsschädlichkeiten durch Vorsicht und Aufmerksamkeit ver­hindert werden können. Am leichtesten wird uns dies bei der neuesten Beleuchtungsart, dem electrischen Lichte gemacht. Und ob nicht vielleicht in Zukunft eine technisch und hygienisch noch bessere künstliche Beleuchtung erfunden werden wird? Jeden­falls gibt das unendliche Bedürfniß des Menschen nach Licht, sein unstillbarer Lichthunger, eine immerwährende Anregung zur Ergründung und Aufsuchung neuer Lichtquellen. Schon die griechische Mythe erzählt uns, wie Prometheus im Drange nach dieser herrlichen Naturgabe aus dem Olymp das Feuer entwendete und somit das erste künstliche Licht auf die Erde brachte. Und wahrlich, wir Epigonen find noch von dem­selben Drange beseelt, auch wir rufen mit Goethe: sMehr Licht I"

VermMehtes.

Hausmusik. Was für ein Segen in der Pflege der Hausmusik liegt, weiß alle Welt Wem aber in der unab- lässigen Arbeit um's liebe tägliche Brod die Fingergslenke steif und dis Haut an den Fingerspitzen hart geworden, der glaubt sich ausgeschlossen aus dem Kreise Derer, die in der Lage find, stch im Reich der Töne zu ergötzen. Mit Unrecht, denn es giebt jetzt Musikinstrumente, die kein behendes Spiel der Gelenks, keine Fingerfertigkeit voraussetzen und bei denen eine tüchtige Hornhaut am Daumen geradezu ein Vorzug ist. Wir meinen dis sogenannten Accordzithern, leicht erlernbare und wundervoll klingende Instrumente, die im Kleinen da» leisten, was man im Großen vom Clavier und Harmonium verlangt. In der äußeren Form und Construction der be­kannten Zither ähnlich, unterscheiden fie sich von dieser durch drei Zuthaten, welche bewirken, daß man erstens ohne Noten- kenntniß eine Melodie zu spielen, zweitens die Begleitung dazu leicht zu finden und drittens das Instrument ohne weitere Anleitung selbst zu stimmen vermag. Wer fich für die Sache interessirt, versäume nicht, sich von der nächsten Musik- Instrumentenhandlung oder vom Fabrikanten der verbreitetsten und besten Accordzithern, Herrn I. T. Müller in Dresden- Striesen, das illustrirteAccordztther-Büchlein" auszubitten. Es wird gratis und franco zugeschickt. Aus diesem Büchlein hat der Schreiber dieser Zeilen, selber schon seit Jahren ein Anhänger und Verehrer der neuen und graciösen Hausmusik, mit Vergnügen ersehen, daß die Müller'schen Instrumente trotz ihrer Einfachheit vor den Augen zünftiger Musiker und eminenter Mufikrttiker Gnade und an dem liebenswürdigen steierischen Volksdichter P. K. Rosegger einen warmen Für­sprecher gefunden haben. Wenn wir mit Rosegger darin einig gehen, daß mit der Accordzither eine Welt von Poesie in unser Haus eingezogen ist, so freuen wir uns erst recht, wenn ein Fachmann, wie der Hamburger Musikschriftsteller Ferd. Pfohl, sein Urtheil in die lobenden Worte zusammenfaßt: Es ist nicht zu bezweifeln, daß einem Instrument die Zukunst gehört, das wie die Müller'sche Accord-Zither durch musikalische Ergiebigkeit, durch Adel der Tones, durch überraschende Leichtigkeit der Spielweise und nicht zuletzt durch Handlichkeit der Form, durch Eleganz und Billigkeit sich auszeichnet/ i

»edaciion: A. Gcheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfiMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scher, da) in Gießen.

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