Ausgabe 
16.7.1896
 
Einzelbild herunterladen

327

i dem Strahl it ihres Ver- schon überall, loszumachen. mit flehenden erschreckte sie. men schien so erändert.

; sich schämen, der wie Ihre üt der rothen daß ich nicht »häuft wird, ter dem Vor« cde, in Wirk- it zu verletzen. i veröffentlicht »langt hätte? :es Vaters ge» a« verächtliche

d und sich so gentheil, mein Verheiratung Betragen be» hr viel Werth en legt."

Noch nie in

mm haben Sie Schwester hat ierarzt in die sondern preßte htbare Klopfen ill es endlich nke, als ob er

e mit Entsetzen tzt von Leiden- te, weil er ihr :t ganze Seele en ihr aus den Aber sie wat

i, unterdrückten trat auf seine oar, verwirrte :ef)r bemeistern. ffen gehorchen; Sie mit mir!" rnd trug sie in hrte sich Blnia egen diese rohe weil sie sürch- ag zu versetzen, j gewiß," sagte

le auf die Erde :e Binia schnell m zwischen den eich, durch den ; dann richtete -inet Nase und

sagte mrt einer Geberde vollendetster Gleichgiltigkeit:Nun, der Teufel hole sie!"

Hierauf kehrte er zur Gesellschaft zurück.

XV.

Es war Mitternacht. Walzer und Polka ertönten noch immer in lautem Taet zu dem Stampfen und Scharren der unermüdlichen Tänzer.

Endlich hielt der Künstler erschöpft inne, lehnte sich in seinen Stuhl zurück und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn.

Rund herum um den Saal saßen die Damen auf Bänken, fächelten sich mit ihren Taschentüchern Luft zu und nahmen bereitwillig von bett Rosenconfitüren und dem Eiswaffer, das die jungen Popadias umherreichten.

Haben Sie Binia nicht gesehen?" hatte Dioiymä schon mehrmals gefragt, indem sie die naschhaften Fliegen wegjagte, die mit lautem Gesumme in Schneckenlinien zur Decke empor­flogen.

Binia? Mir kommt es vor, als hätte ich sie vorhin in Begleitung ihres Bräutigams draußen bemerkt," sagte eine dicke Pfarrersfrau mit vielsagendem Lächeln.

Und Niemand kümmerte sich weiter darum.

Die meisten Herren hatten sich jetzt in Thymoftäus Zimmer zurückgezogen, um zu rauchen und zu trinken, und man hörte durch die Thür das verworrene Geschwirr ihrer Stimmen.

Plötzlich verwandelte sich dasselbe in ein dumpfes Grollen, das von heftigen Zurufen, von schneidenden, zündenden Worten und Ausbrüchen der Wuth unterbrochen war- Stühle wurden lärmend umgeworfen und dann übertönte plötzlich eine mächtige, furchtbare Stimme das wilde Geschrei. Die entsetzten Frauen hatten sich nach der Thür gedrängt.

Das ist Vincenz Stimme," schluchzte Sofronya,Herr Jesu», wie zornig er ist! Sicher haben sie jetzt über Politik geredet!"

Ich höre eben Harasim sprechen," rief Diotyma.

Abgebrochene Sätze wurden durch die Thür deutlich ver- nehmbar.

Die Zukunft der Unirten liegt in der Orthodoxie."

Durchaus nicht," schrie einer der Popen,sie liegt in ihrer Autonomie. Vereinigen Sie Galizien mit der Ukraine und schaffen Sie ein unabhängiges Ruthenien mit der Haupt­stadt Kiew."

Was Sie da sagen, ist abgeschmackt. Ruthenien hat seit lange keine eigene Aristokratie mehr; diese ist vielmehr ganz zu Polen übergegangen. Was wollen Sie mit einer Nation ohne Adel? Besser ist es, sich mit dem Schisma zu verbinden; die griechischen Schismatiker haben wenigstens ihre Aristokratie behalten."

Wie können Sie ee wagen," schrie die leidenschaftliche Stimme de« Thierarztes,da» verwünschte Schisma in einem Hause zu predigen, dessen Oberhaupt dem Papste treu er­geben ist?"

Dem Papste!" rief der Seminarist ironisch.Ich gebe beit Unirten nicht zehn Jahre, bis sie zu ber alten, wahren Kirche bes Orient» zurückgekehrt find, ber sie nie hätten un­treu werben sollen."

Eine Religion, welche bie Simonie, bie Erpressung ge­stattet, in ber ein Metropolit bem Patriarchen seine Bestäti­gung abgekaust hat, in ber bie Absolution käuflich zu erwerben ist!" fuhr Vincenz fort.

Sie lügen!"

Sie Sie finb ein Feigling, eine Canaille, Sie unb alle Diejenigen, welche mich in biesen Hinterhalt gelockt haben!"

Bet biesen Worten schlug ber Thierarzt so gewaltig mit ber Faust auf den Tisch, baß ein Präsentirteller voll Gläser mit furchtbarem Klirren umfiel.

Die weinerliche Stimme Jvanicki», bie man bazwischen hörte, begleitete biete Reden wie eine schmerzliche, in Moll gehaltene Melodie.

Meine Kinder, meine geliebten Schwiegersöhne, um der

Ehre des Hauses, bet Religion willen kommt zu Euch, ver­söhnt Euch! Es ist ja nur ein Mißverstänbniß, gebt Euch ben Friedenskußl"

Plötzlich öffnete sich krachenb bis Thür und die drei Männer erschienen auf ber Schwelle; hinter ihnen brängte sich bet Strom bet Anderen.

Vincenz war bunkelroth unb seine porzellanblauen Augen traten fast au» ihren Höhlen. Er schrie und gesticulirte. Wofür wurde er denn gehalten, er, ein Pole, ein Edelmann, der sich mit einer rechtschaffenen ruthenischen Familie zu ver­binden glaubte, welche seine politischen und religiösen An­sichten theilte? Und nicht genug, daß man diese höllische Comödie mit ihm gespielt und ihn in dieses Nest von Ortho­doxen gelockt hätte, nun muthete man ihm noch zu, mit dem Feinde zu unterhandeln, ihm, diesem Apostaten, die Hand, sogar die Wange zum Kuß zu reichen!

Aber so ginge es nicht. Gott sei Dank, noch wäre nichts verloren! Die Ehe wäre eigentlich noch gar nicht giftig, es wäre ja bis jetzt nur eine ideale, nicht eine wirkliche Ehe; er würde sie für nichtig erklären lassen, er würde zum Bischof, nach Wien, wenn nöthig nach Rom gehen und sein ganze» Vermögen bi» auf den letzten Kreuzer dafür hingeben.

Bei diesen Worten schlug er noch einmal mit seiner ge­waltigen Faust auf denPantaleon", der einen grabesdumpfen, wimmernden Ton von sich gab.

Da».unterdrückte Schluchzen Sofronyas antwortete darauf. Voll Verzweiflung versuchte die Aermste, mit ihren rundlichen Händen die Bänder be» Frauenhäubchen» zu lösen, ba» sie erst vor wenigen Stunben nach so vielem scheinbaren Sträuben aufgesetzt hatte.

Ich habe es ja immer gesagt," stöhnte sie, sich zu bett Füßen ihrer Mutter windend, die selbst einer Ohnmacht nahe war.

Der entsetzte Vater sah mit irren Blicken um sich, als verstände er nichts von dem, was vorging. Nein, es konnte ja nicht wahr sein, er träumte I Mitten im schönsten Erfolg ein solcher Schlag! Und er wiederholte bie unzusammen- hängenben Worte:Nach Rom gehen, zum Bischof, bie Ehe für ungiftig erklären!"

Der Seminarist, ber wohl kurz zuvor etwa» vom Wein berauscht gewesen, war jetzt vollständig ernüchtert und hatte seine gewohnte steife Haltung angenommen. Et maß hinter seinen blauen Brillengläsern mit einer gewissen Verachtung alle diese aufgeregten Menschen von oben bis unten.

Pavel," schrie endlich Vincenz mit Donnerstimme,lassen Sie anspannen'"

Sicherlich war dies an dem Tage der erste Befehl, den der schlaue Kammerdiener mit Vergnügen ausführte. Die energische Weise des Thierarzte« hatte seinen Beifall gewonnen; das war doch wenigstens ein Mann! Und triumphirend kehrte er nach einigen Minuten zurück, um zu melden, daß bie Pferbe Seiner Gnaden vor der Thüre warteten.

Die nun folgende Scene war unbeschreiblich. Sofronya und ihre Mutter hatten sich dem jungen Mann zu Füßen ge­worfen und flehten ihn mit herzzerreißendem Geschrei an, sie nicht zu verlassen- Die übrigen Frauen unterstützten sie soviel wie möglich, hingen sich an seine langen Rockschöße und ver­suchten gleichfalls, ihn zurückzuhalten.

Herr Rayrki, erbarmen Sie sich! Ein solcher Scandal, das arme junge Mädchen!"

(Fortsetzung folgt.)

Eisenhaltige Nahrungsmittel.

Von Dr. Hans Fröhlich.

------- (Nachdruck verboten.)

Während man früher eisenhaltige Substanzen nur als Heilmittel gegen Blutarmuth (Bleichsucht) anwandte, hat die neuere Physiologie bewiesen, daß Jedermann eine beständige Zufuhr von Eisen für bie normale Beschaffenheit seine« Blutes nöthig hat, baß also Eisen ebenso gut zu unfern