Ausgabe 
16.7.1896
 
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Die Töchter des Popen.

Roman von Marguerite Poradowska. Dmtsch von M. Pillet.

(Fortsetzung.)

Nun," fragte die Wtrthin besorgt,finden Euer Gnaden die Speise nicht gut? Ganz frische Sahne und Früchte aus unserem Garten!"

Ja, ehrwürdige Frau, sogar ausgezeichnet," entgegnete der Graf, rührte wieder in der Sahne und wollte eben sein unwiderstehliches Gelüste befriedigen, als Pavel, der seinen Rundgang um den Tisch beendet hatte, mit einer Schüssel Pfannkuchen zu ihm trat und ihm in's Ohr flüsterte:Der Hund hat in der Küche an der Schlagsahne geleckt, Excellenz, und nur so viel zurückgelassen, als hier auf dem Tische ist."

Vor Schreck ließ Graf Wladimir den Löffel klirrend fallen und murmelte:Dummkopf, Du hättest viel besser gethan, mir nichts zu sagen!"

Jetzt stand man von der Tafel auf; die Männer langsam und ungern, noch zögernd, wenn sie eben eine Unterhaltung begonnen hatten oder im Begriff waren, sich eine Pfeife an« zuzünden; die Damen lebhaft und froh, ihre Glieder rühren und ihre Röcke, die wie zerknittertes Papier rauschten, auf« plustern zu können. Sie gingen in dem überfüllten Saal auf und ab und schielten seitwärts vergebens nach einem Spiegel.

Während der allgemeinen Unruhe hatten die Ehrenjungfern der Braut den Myrthenkranz fortgenommen; aber die kluge Sofronya war schnell in den äußersten Winkel des Gartens geflüchtet und weigerte sich, das niedliche Häubchen aufzusetzen, das ihr eine dicke Bürgersfrau aus Stry der die Rolle der Matrone zugefallen war, überreichte. Die kleine Widerspenstige wurde jedoch bald von den Brautführern und Brautjungfern in's Haus zurückgebracht und da sie nun willig Alles mit sich geschehen ließ, nahm ihr Vater seierltch ihre Hand, legte sie in die des Thierarztes und sagte:Vincenz Rayski, hier ist Deine Frau." Dann übergab er ihm ganz gerührt den Myrthenkranz, den das junge Mädchen den ganzen Vormittag getragen hatte und umarmte sie alle Beide.

Diotyma, die auf der Höhe der Situation stand, verging

indessen schluchzend in ben Armen ihrer fünf anderen Töchter bi? übrige, durch die kleine Familienscene aufgeregte Ge« sellschaft überließ sich einer allgemeinen Rührung. Einige Flaschen alten Tokayers wurden gebracht, welche Thymoftäus selbst sorgfältig entkorkte.

Dann begann er stockend und mit unsicheren Blicken: Ehe ich Sie bitte, auf die Gesundheit des jungen Paares, dessen Hochzeit wir heute feiern, anzustoßen, will ich Ihnen von einem Ereigniß Mitthetlung machen, das dem Glück unserer Familie die Krone aufsetzt, nämlich von der Verlobung unserer Binia mit dem hier anwesenden Seminaristen Harastm Piesek, welcher eines Tages der ruthenischen Geistlichkeit zu Ruhm und Ehre gereichen wird."

Diese unerwartete Erklärung wurde von den Popen und Popadias mit jubelnden Bravo« und Hurrarufen begrüßt, während die übrige Versammlung entweder gar nichts sagte oder ihre unverhohlene Verwunderung an den Tag legte. Trotzdem trank man nun gleichzeitig auf die Gesundheit beider Paare.

Aufgeregt von dem berauschenden Ungarwein, welchen sie heute zum ersten Male gekostet hatte, warf sich die ungestüme Sofronya mit koketter Hingabe in die Arme ihres Gatten und küßte ihn zärtlich.

Beide Schwestern gingen nun von einem Arm in den anderen, um sich beglückwünschen zu lassen; die bestürzte Binia war, als sie sich so plötzlich au's Licht gezogen fand, ihrer Schwester gefolgt, deren belebte Züge einen scharfen Gegensatz zu ihrem eigenen blutlosen Antlitz bildeten. Sie that, als sähe sie ihren Bräutigam nicht, der mit ausgebreiteten Armen auf sie zukam, und es gelang ihr, seinem Kuß zu entgehen.

. Zn diesem Augenblick halte sich Thaddäus ihr genähert und flüsterte ihr leise in's Ohr:Sie haben mir nichts von diesen Aussichten gesagt, Binia! Darf ich Ihnen gratuliren?" fügte er zögernd hinzu.

Eine unaussprechliche Angst malte sich in dem Gesicht des armen Mädchens. Sie warf dem Oberförster einen ent« setzten Blick zu und wollte etwas sagen; aber als sie den Kopf hob, um zu sehen, ob man sie nicht beobachtete, fühlte sie das Auge Harastms auf sich ruhen und der gehässige Aus« druck seiner Züge, der außergewöhnliche Glanz der Augen und das herausfordernde Lächeln auf seinen Lippen jagten ihr