Ausgabe 
16.5.1896
 
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Satyr.

(gießen.

UnterlMungsb!«« zum Gießener Anzeiger (General Anjeiger)

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Gesühnt?

Novelle von Zoö von Reuß.

---- (Nachdruck verboten.)

I.

Du läßt heute lange auf Dich warten, Bernhard!" Verzeih' Mutter, aber ich begleitete den Jnspector noch einmal auf seiner Tour durch die Felder! Nun gehöre ich Dir Euch ganz!" sagte Herr Bernhard Wülpert, indem er den am Theetisch bereit gestellten Fauteuil zur Seite schob und auf einem Rohrstuhl Platz nahm.

Soll ich klingeln, oder willst Du uns selbst den Thee besorgen, Meta?" frng die Amtsräthin.

Statt der Antwort stand die junge Dame sofort auf und trat an den Servirtisch, wo die silberne Theemaschine bereit gestellt war. Bald brodelte das Wasier und aus der Dunst« wolle, die sich darüber gebildet hatte, blickten zwei freundliche Augen nach dem Hausherrn hinüber. Dieser hatte sich eine Cigarre angezündet und seine langen Beine etwas amerikanisch bequem von sich gestreckt. Die Ruhe that ihm sichtlich gut-

Wo warst Du am Nachmittag," frug die Amtsräthin etwas lauernd.

Die Frage schien unbequem.Wo? Nun eigentlich allenthalben!" antwortete er darum ausweichend.

Auch in Gröpelingen?"

Allerdings auch dort, in Geschäften!"

Es entstand eine drückende Pause, bis Fräulein Meta Nessel der Unterhaltung durch Theilnahme eine allgemeinere Wendung gab. Es war, als wenn sie instinktiv ahne, daß damit dem Hausherrn ein Gefallen geschehe. Wirklich lohnte sie ein dankbarer Blick unbefangen, aber doch so sprechend, daß er der Mutter nicht entging, und ihr ein Lächeln der Befriedigung entlockte. Als Meta Bessel vor einem Monat in das Haus des Rittergutsbesitzers Bernhard Wülpern kam, I hatte man sehr bald von einer Verlobung gesprochen. Und daß das Gerücht der Mutter des Hausherrn, der verwittweten i Frau Amtsräthin Wülpern, nicht unwillkommen, war leicht . wahrzunehmen. Anscheinend erwartete sie davon eine fördernde Wirkung ihres Wunsche». Da sie den Sohn bei guter Laune

sah, nahm sie sich vor, ihn noch heute Abend etwas auf den Zahn zu fühlen.

Wir haben uns gut miteinander eingelebt, ich hoffe, es soll ein gemüthlicher Winter werden!" begann sie demnächst, als die junge Dame das Zimmer verlaffen hatte.Wie gefällt Dir Deine Cousine?"

Cousine? Die Verwandtschaft ist etwas weit! Aber ich will sie gern gelten lassen," lächelte der Sohn-

Nun?"

Ausgezeichnet 1

Siehst Du? Ich habe also nicht zuviel gesagt," meinte die Mutter befriedigt.

Keineswegs!"

Es trat eine Pause ein. Dann sagte der Sohn:Darf ich Dir etwas vertrauen, Mutting?"

Die Amtsräthin spitzte die Ohren in hoffnungsvoller Vorahnung. Sie ahnte, was kommen würde. Ihr Lieblings« wünsch sollte schneller in Erfüllung gehen, als sie gedacht hatte- Eine willkommenere Schwiegertochter als die wohlerzogene, reiche Meta, die Tochter einer Verwandten und lieben Freundin, konnte sie sich überhaupt nicht denken.

Versteht sich!" sagte sie freudig.

Ich sehe, daß Du Dir Meta Beffel zur Schwieger« tochter wünschest und finde den Wunsch begreiflich. Aber ich liebe, bin verliebt nenne es wie Du willst genug, er ist eine andere, die ich Dir zur Schwiegertochter geben werde."

Wer ist es?" frug die Amtsräthin athemlor.

Die kleine Dora Röffing!" sagte der Sohn, und schien eine Erleichterung zu fühlen, darüber, daß dar Bekenntniß geschehen war.

Bernhard ist das Dein Ernst? Das Kind?"

Ja, das achtzehnjährige Kind ist der Gegenstand meiner heißen Liebe, und ich werde es heirathen, das heißt, wenn es mich haben will."

Die Amtsräthin rang nach Athem.Das ist ein dummer Streich!" sagte sie endlich.

Möglich. Alter schützt eben nicht vor Thorheit! Dennoch bin ich entschlossen. Mutter, nicht wahr, Du wirst mir Wider­spruch ersparen? In diesem Falle würde ich mich auch nicht daran kehren .... Verzeih', aber e« ist besser, daß Du der Sache gleich klar gegenüberstehst. E» ist über mich gekommen,