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Durch Fortleiten der Entzündung in den Zahnhöhlen auf die Mundschleimhaut können Katarrh- und Geschwürsbildungen entstehen, welche den Appetit aufheben, das Essen durch die tarken Schmerzen fast unmöglich machen und den damit Belasteten durch einen beständigen widerlichen Geschmack im Munde quälen. Noch bedenklicher ist ein Uebergretfen des Proeesses auf die Knochenhaut des Kiefers; wohl jedem sind vom Hörensagen oder durch eigene Anschauung die Schrecken eines Zahngeschwür» oder einer Zahnfistel bekannt, die den unglücklichen Inhaber nicht nur vorübergehend zu einem chmerzhaften Krankenlager verdammen, sondern ihn dauernd entstellen und in schlimmen Fällen selbst das Leben bedrohen können.
Schon vorhin wurde der Cardinalpunkt der vorbeugenden Maßregeln erwähnt: Reinhaltung des Mundes durch Aus- spülen und Zahnreinigen — am besten mit Hilfe eines nicht zu scharfen Zahnpulvers — nach jeder größeren Mahlzeit, besonder« auch vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen, da durch das Aushören der Kaubewegungen während des Schlafs die Zerfetzungsthätigkeit der kleinen Lebewesen begünstigt wird. — Der Ausgangspunkt der Zahnentzündung ist immer der Untergang des Schmelzüberzugs; wie durch Products der Mundgährung und -Zersetzung wird derselbe auch durch saure und scharfe Stoffe angegriffen, die bittet mit den Speisen eingesührt werden. Wer daher empfindliche Zähne besitzt, muß sich vor allem vor sehr sauren und scharfen Zuthaten zu den Speisen, z- B. scharfen Salaten, Gurken re. hüten. Einen schädigenden Einfluß auf den Zahnschmelz übt ferner eine extreme Temperatur der Speisen aus; es sind daher sehr heiße wie sehr kalte Speisen, namentlich aber der rasche Wechsel beider durchaus zu vermeiden.
Zum Schluß möchte ich noch auf einen wichtigen Punkt Hinweisen; das ist der Unfug — man darf es so nennen der vielfach mit dem übereiligen Ausziehen angegriffener Zähne, sobald sie schmerzhaft werden, getrieben wird. Sehr häufig wäre es durch das Einsetzen einer nicht einmal theuren Plompe möglich, den Zahn dauernd zu erhalten; natürlich ist nicht jeder in der Lage, einen geschickten Zahnarzt zu consultiren, und so wird es nur allzu oft vorgezogen, den Zahn zu opfern. Wohl aber kann Jeder einen in geringem Grade schadhaft gewordenen Zahn durch die oben angeführten Maßregeln in seinem weiteren Zerfall wesentlich aufzuhalten, re,p. dem schädlichen Einfluß desselben wirksam entgegenarbeiten. Ein Zahn, selbst ein nicht vollständig gesunder, ist ein durch keine noch so geschickte Nachahmung vollständig ersetzlicher Besitz - dar sollte Jeder, Patient sowohl wie Zahntechniker, stet» bedenken, bevor er sich zum Ausziehen desselben entschließt.
Gemeinnütziges.
Aepfel vor dem Einschrumpfen zu bewahren, das ihnen da» Aussehen, den Geschmack und somit den Werth raubt. Man packt solche Aepfel und Birnen, welche Neigung zum Einschrumpfen haben, in Fässer, Kisten oder dergl. unv füllt die Zwischenräume mit trockenem Sande au». Der Sand hindert den Luftzutritt und somit da» Vertrocknen der Früchte, er muß aber selbst trocken sein, damit er nicht Fäulniß erzeugt. Diese Behälter müssen an einem trockenen, kühlen Orte aufbewahrt werden.
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Humoristisches.
Sehr einfach. Unteroffizier (in der Jnstructions- stunde): „In welchem Jahrs wurde dis Hermannsschlacht geschlagen?" Keiner antwortet. „Aber Kerls, denkt docy an die zwölf Apostel und zählt drei ab l"
Die Zähne und ihre Pflege.
Von Dr. med. Bollmann.
------- ^Nachdruck verboten.)
In dem großen wohlgeordneten Arbeitsstaat der menschlichen Körpers fällt den Zähnen «ine für die Ernährung höchst bedeutsame Aufgabe zu. Sie ermöglichen erst durch eine sorgfältige Zerkleinerung der eingeführten Speisen die Einwirkung der Verdauungssäfte auf dieselben, wie sie nachreinünder im Mund, Magen und Darm zur Ausscheidung gelangen. Ohne die ausgiebige Wirksamkeit der Zähne ist eine geordnete Ernährung undenkbar; nicht "ur werden mangelhaft gekaute Speisen für den Organismus nicht hinreichend augsnutzt, es üben vielmehr Speifrtheile, die wegen ungenügender Zerkleinerung den Verdauungssäften nicht zugänglich, also unverdaulich sind, einen schädlichen Retz auf die Schleimhäute des Magen-Darmkanals aus und führen zu K^arrhen desselben mit Schädigung ihrer Leistungsfähigkeit. Die Ursache manches chronischen Magen-Katarrhs, der dem Patienten jeden Lebensgenuß verbittert, ist zuweilen in schlechten Zähm« oder aber in mangelhaftem, weil zu hastigem Kauen zu suchem Gerade letzter Nunkt ist von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. SJTwi!; „i AA* l». ww* infolge gewohnheitsmäßigen hastigen Hinunterschlingens der Speisen, Verdauungsstörungen besonders ausgesetzt find.
Schon diese wenigen Andeutungen lassen für jeden, der Gesundheit und Wohlbefinden zu schätzen weiß, die sorgsame Pflege der Zähne als gebieterische Pflicht erscheinen. In glücklichster Weise trifft diese hygienische Forderung zusammen mit einer rein ästhetischen; denn ein schönes, tadelloses Gebiß ist eine unersetzliche Zierde für den Träger, und gar mancher erfüllt in naiver Einfalt zugleich eine gesundheitliche Vorschrift, während er nur der lieben Eitelkeit dient.
Es ist nicht zu leugnen, daß außer der Lebensweise auch eine gewisse Veranlagung beim Entstehen von Zahnkrmckhelten eine Rolle spielt. Es gibt Familien, in denen fast sämmtliche Mitglieder an Wechten Zähnen leiden, und manche Personen können wegen solch krankhafter Disposition dem Verfall hres Gebisses selbst durch größte Sorgfalt nicht Einhalt thun, während hinwiederum anders ungestraft gegen alle Rgeln der Hygiene fündigen. In der überwiegenden^Mehrzahl der Fälle aber lassen sich bestimmte greifbare Ursachen für Zahnerkrankungen auffinden und entsprechende Vorschriften zu ihrer Verhütung ableiten. Jeder Mensch, auch der gesundeste, beherbergt in seiner Mundhöhle Milliarden kleiner Lebewesen, welche eine Gährung oder Zesetzung der im Munde liegen bleibenden Speisetheilchen Hervorrufen können. Wei ent* stehen starke, säureartige auf den Zahnschmelz einwirkende Säfte, welche letzteren auflösen und damit dem darunter liegenden, sehr empfindlichen Zahnbein feinen wichtigsten Schutz gegen die zerstörende Wirkung der Mundbacterien entziehen; er ver- fällt dem Untergang, der sich äußerlich durch mattgelbe oder schwarze Flecken am Zahn kund gibt; diese Stellen bröckeln allmählich ab, e» entstehen Unebenheiten, Löcher »m Zahn, die wiederum Speiseresten den willkommensten Schlupfwinkel b.eten und damit den schädlichen Kreislauf aufs neue eröffnen. Es muß daher die oberste Vorschrift für die Pflege der Zahne sein, nach dem Essen den Mund durch Au«spülen und Abrsiben der Zähne mit einer weichen Bürste von allen Speiseresten zu säubern; energischer kann allen Zersetzungsvorgängen durch sogenannte deslnficirende Mittel, wie übermangansauren Kalt, Thymol u. s. f. vorgebeugt werden (nur nicht Salicylsäure, die selbst die Zähne stark angreift). So lästig und entstellens schadhafte Zähne an sich sind, fo unangenehm für den Träger und seine Umgebung der fast stets damit verbundene unangenehme Geruch aus dem Munde wirkt, — die Reihe der Störungen ist damit noch nicht erschöpft. Das Uebel beschränkt sich nämlich nicht immer auf die kranken Zähne allein, sondern diese werden auch verhängnißvoll für ihre Umgebung.
Nebaction: H. Sch «»da. — Druck und Verlag der Brühl'sch-n UniverfiMS-Buck- und Steindruckerei lPieNL & Scheyda) m ®'^n-


